The National Times - Gazprom Germania bleibt länger unter Treuhandverwaltung des Bundes

Gazprom Germania bleibt länger unter Treuhandverwaltung des Bundes


Gazprom Germania bleibt länger unter Treuhandverwaltung des Bundes
Gazprom Germania bleibt länger unter Treuhandverwaltung des Bundes / Foto: © AFP/Archiv

Die Gazprom Germania GmbH bleibt länger als geplant unter Treuhandverwaltung des Bundes und wird mit einem milliardenschweren Kredit gestützt. Die Treuhandverwaltung werde über die bisherige Frist vom 30. September 2022 hinaus verlängert, teilte das Bundespresseamt am Dienstag mit. Außerdem erhalte das Unternehmen KfW-Darlehen - damit "wendet die Bundesregierung eine Insolvenz ab und verhindert einen Kaskadeneffekt im Markt". Es geht um neun bis zehn Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen erfuhr.

Textgröße ändern:

Das Geld diene "der Liquiditätssicherung und der Ersatzbeschaffung von Gas", erklärte das Bundespresseamt weiter. Es werde sichergestellt, dass das Darlehen nur für den Geschäftsbetrieb von Gazprom Germania und zur Aufrechterhaltung der Gasversorgung eingesetzt werden darf und nicht nach Russland abfließen kann. "In einem nächsten Schritt prüft die Bundesregierung Möglichkeiten, das Darlehen in Eigenkapital umzuwandeln, um so auch langfristig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten."

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Bundesnetzagentur Anfang April als Treuhänderin für die Firma eingesetzt, die vorher eine Tochter des staatlichen russischen Konzerns Gazprom war. Gazprom hatte kurz zuvor überraschend mitgeteilt, sich von der Tochterfirma getrennt zu haben. Weil die neuen Besitzverhältnisse undurchsichtig waren, griff die Bundesregierung ein.

Künftig solle die Treuhänderschaft stärker an den Erfordernissen der Sicherung der Energieversorgung ausgerichtet werden, hieß es in der Erklärung vom Dienstag weiter. Bislang beruht sie auf dem Außenwirtschaftsrecht, künftig soll sie auf Grundlage des novellierten Energiesicherungsgesetzes gelten.

Damit kann sie den Angaben zufolge auch mehrmals verlängert werden. Beschlossen wurden die Maßnahmen demnach vom Kanzleramt gemeinsam mit dem Bundesfinanz- und dem Bundeswirtschaftsministerium.

"Mit diesem Vorgehen behält die Bundesregierung den Einfluss auf diesen Teil der kritischen Energieinfrastruktur und verhindert eine Gefährdung der Energiesicherheit", erklärte das Bundespresseamt. Die Firma werde in "Securing Energy for Europe GmbH" umbenannt. "Damit geht auch ein deutliches Signal in den Markt, dass das Ziel der getroffenen Maßnahmen ist, die Energieversorgung in Deutschland und Europa zu sichern."

Gazprom Germania ist den Angaben zufolge ein "Schlüsselunternehmen für die Gasversorgung in Deutschland". Die Firma ist unter anderem in den Bereichen Energiehandel, Gastransport und Betrieb von Gasspeichern tätig.

In finanzielle Schieflage geriet sie infolge von Sanktionen, die Russland im Mai gegen Gazprom Germania, die meisten ihrer Töchter und andere Energiefirmen in der EU und den USA verhängte. "Die infolge der russischen Sanktionen ausgefallenen Gaslieferungen und die dadurch notwendigen Ersatzbeschaffungen zu aktuell sehr hohen Marktpreisen" hätten die finanzielle Lage der Firma so sehr verschlechtert, dass die Liquidität mit dem KfW-Darlehen abgesichert werden müsse, hieß es vom Bundespresseamt.

F.Harris--TNT

Empfohlen

Geldvermögen deutscher Haushalte wächst auf 9,9 Billionen Euro - Zunahme aber schwächer

Das Geldvermögen der deutschen Haushalte ist auch im vergangenen Jahr weiter angewachsen - allerdings legte die Summe schwächer zu als im Vorjahr. Laut dem Global Wealth Report der Allianz nahm das Brutto-Geldvermögen der Deutschen 2025 um 4,9 Prozent auf 9,9 Billionen Euro zu. 2024 hatte das Wachstum noch 7,4 Prozent betragen. Anders als weltweit war der Vermögenswachstum in Deutschland "überwiegend spargetrieben", teilte die Allianz am Dienstag mit.

EU-Regeln drücken Geschäftszahlen von Online-Händler Shein

Neue Regeln in der EU für auswärtige Online-Händler haben sich bereits auf die Geschäftszahlen des Fast-Fashion-Anbieters Shein ausgewirkt. Der Umsatz des asiatischen Unternehmens stieg im ersten Halbjahr um magere 1,0 Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar (17,7 Milliarden Euro), wie Shein am Montag in seinem ersten Geschäftsbericht seit dem Börsengang mitteilte. Der Gewinn sackte demnach um 50,4 Prozent auf 538 Millionen Dollar ab.

Präsident von Burkina Faso eröffnet erste Goldraffinerie des Landes

Das westafrikanische Burkina Faso, drittgrößter Produzent von Gold auf dem Kontinent, hat jetzt auch eine Raffinerie, um das Edelmetall selbst weiterzuverarbeiten. Präsident Ibrahim Traoré eröffnete die Raffinerie am Montag in der Hauptstadt Ouagadougou und erklärte, Burkina Faso habe einen "Meilenstein im Streben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit" erreicht.

UNHCR: Kürzung von Hilfgeldern gefährdet 8,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene

Aufgrund der massiven Kürzung von Hilfsgeldern könnten nach UN-Angaben fast 8,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene ihre lebenswichtige Unterstützung durch das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) verlieren. "Die Fähigkeit des UNHCR, Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Staatenlose zu schützen und zu unterstützen, wird durch einen anhaltenden und sich verschärfenden Finanzierungsengpass untergraben", hieß es am Dienstag in einem Bericht der Organisation.

Textgröße ändern: