The National Times - Ländertarifrunde steuert auf Warnstreiks zu - Vorstellungen weit auseinander

Ländertarifrunde steuert auf Warnstreiks zu - Vorstellungen weit auseinander


Ländertarifrunde steuert auf Warnstreiks zu - Vorstellungen weit auseinander
Ländertarifrunde steuert auf Warnstreiks zu - Vorstellungen weit auseinander / Foto: © AFP/Archiv

In der Einkommensrunde für die angestellten Beschäftigten der Bundesländer außer Hessen haben die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts härtere Arbeitskämpfe vor der dritten Tarifrunde Mitte Februar in Aussicht gestellt. Wenn es weiterhin kein verhandlungsfähiges Arbeitgeberangebot gebe, "werden wir unsere Kolleginnen und Kollegen zu massiven Streiks aufrufen", sagte der Chef des Deutschen Beamtenbunds, Volker Geyer, zum Auftakt der zweiten Tarifrunde am Donnerstag in Potsdam. Das werde auch "mitten in den Winterferien" geschehen.

Textgröße ändern:

Keine Gewerkschaft gehe in eine Tarifverhandlung, ohne dafür gesorgt zu haben, dass eine Tarifforderungen zur Not auch auf der Straße durchgesetzt werden könne, sagte Verdi-Vizechefin Christine Behle. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund fordern sieben Prozent, monatlich jedoch mindestens 300 Euro mehr Geld für die 925.000 nicht verbeamteten Beschäftigten in den Ländern mit Ausnahme von Hessen.

Das Tarifergebnis gilt mittelbar auch für 1,3 Millionen Länderbeamte und knapp eine Million Pensionäre, die jedoch direkt nicht an der Tarifrunde beteiligt sind. Hessen ist nicht Mitglied der Arbeitgebervereinigung Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und verhandelt ab dem 27. Februar in Wiesbaden separat mit im Kern gleichen Forderungen.

Die TdL wies die Gewerkschaftsforderung erneut zurück. Der TdL-Verhandlungsführer und Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sagte um Rande der Tarifrunde, die Forderungen der Gewerkschaften sollten am Tariftisch zwar einzeln abgeklopft werden.

Die Forderung von sieben Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von zwölf Monaten sei jedoch "absolut überzogen aus Sicht der Länder", sagte Dressel. Die Finanzlage der Länder sei ernst und habe sich durch Steuerneuregelungen weiter eingetrübt.

Zudem habe sich die einst hohe Inflation mittlerweile wieder auf 1,8 Prozent im Dezember abgeschwächt, sagte Dressel. Den Ländern sei wichtig, für den beruflichen Nachwuchs attraktiv zu bleiben. Eine Lohnführerschaft des öffentlichen Diensts dürfe es jedoch nicht geben.

Verdi-Bundeschef Frank Werneke sagte, die Beschäftigten hätten in den Jahren mit hoher Inflation Reallohnverluste erlitten, die aufgeholt werden müssten. Im Vergleich zur Finanzlage der Kommunen sei die Finanzlage der Länder "rosig".

Die Einnahmen der Länder seien 2025 um mehr als fünf Prozent gestiegen, sagte Werneke. Die Beschäftigten der Länder ließen sich nicht mit einem Tarifergebnis abspeisen, dass schlechter sei als das von Bund und Kommunen. Diese Erwartung der Länderarbeitgeber sei "vollkommen abwegig".

Bund und Kommunen hatten 2025 einen Tarifabschluss erzielt, der einen Lohnanstieg in zwei Stufen von insgesamt 5,8 Prozent über 27 Monate vorsah.

Die zweite Tarifrunde soll voraussichtlich bis zum späten Freitagnachmittag dauern. Eine dritte und vorerst letzte vereinbarte Tarifrunde soll vom 11. bis zum 13. Februar stattfinden.

Beide Tarifparteien schlossen keine Schlichtungsvereinbarung, welche die Anrufung eines Schlichters ermöglichen würde. Da die Friedenspflicht auslief, könnten die Gewerkschaften zu längeren Arbeitskämpfen aufrufen, um einen Tarifabschluss durchzusetzen.

V.Bennett--TNT

Empfohlen

Selenskyj: Kiew zu Ende von Angriffen auf Energieanlagen bereit - bei Zusage aus Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes zu einem Ende der Angriffe auf russische Energieanlagen bekräftigt - im Falle einer entsprechenden Zusage aus Moskau hinsichtlich ukrainischer Energieinfrastruktur. "Wir sind zu jeder Art von Energie-Waffenstillstand bereit", falls Moskau zustimme, "unser Energiesystem nicht anzugreifen", sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten am Rande der UN-Vollversammlung in New York.

Trump: USA und Iran sprechen in New York drei Stunden miteinander

Die USA und der Iran haben am Rande der UN-Vollversammlung in New York einen neuen Anlauf für eine Gesprächslösung unternommen. US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag in New York von einem "sehr produktiven Treffen", das rund drei Stunden gedauert habe. Später bestätigte er, dass sein Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner die US-Delegation geleitet hätten.

Israel: Rechtsextremist Ben Gvir will nach Wahlen Verteidigungsminister werden

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir strebt eigenen Angaben zufolge nach den Parlamentswahlen Ende Oktober das Amt des Verteidigungsministers an. Er bewerbe sich auf den Posten, da die Zeit gekommen sei, die "Denkweise" innerhalb der israelischen Armee zu ändern, sagte Ben Gvir am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Jerusalem. "Die Zeit ist gekommen, die Sicherheitsdoktrin des Staates Israel mit einem einzigen Ziel zu verändern: einen entschiedenen Sieg an jeder Front", fügte er hinzu.

Hohe Spritpreise und Dürre: Moldau verhängt Notstand in Energie- und Wassersektor

Angesichts hoher Spritpreise und einer schweren Dürre hat das Parlament in Moldau einen 60-tägigen Notstand im Energie- und Wassersektor erklärt. Der Gesetzesentwurf passierte am Dienstag das Parlament mit 54 zu 20 Stimmen; 22 Abgeordnete enthielten sich. Der Notstand erlaubt den moldauischen Behörden "eine schnelle Reaktion, falls es zu Unterbrechungen in der Versorgung mit Energie, Sprit und Wasser kommt", erklärte die Regierung.

Textgröße ändern: