The National Times - Cadmiumbelastung: Frankreichs Nationalversammlung will Schwellenwerte senken

Cadmiumbelastung: Frankreichs Nationalversammlung will Schwellenwerte senken


Cadmiumbelastung: Frankreichs Nationalversammlung will Schwellenwerte senken
Cadmiumbelastung: Frankreichs Nationalversammlung will Schwellenwerte senken / Foto: © AFP/Archiv

Wegen des intensiven Einsatzes von Düngemitteln sind Menschen in Frankreich deutlich stärker mit dem Schadstoff Cadmium belastet als in anderen europäischen Ländern: Die Nationalversammlung stimmte in der Nacht zu Donnerstag in Paris für einen von den Grünen eingebrachten Gesetzentwurf, der die Schwellenwerte deutlich senken soll. Der Text muss noch vom Senat verabschiedet werden, um in Kraft zu treten.

Textgröße ändern:

Cadmium ist ein Schwermetall, das natürlich im Boden vorkommt, aber auch in Phosphatdüngern, die Frankreich unter anderem aus Marokko bezieht. Während der Schwellenwert in Europa bei 60 Milligramm pro Kilo liegt, gilt in Frankreich eine Ausnahmegenehmigung von bis zu 90 Milligramm pro Kilo. Dies hat dazu geführt, dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr Cadmium im Boden angesammelt hat.

Nach dem nun abgestimmten Gesetzentwurf soll der Höchstwert 2027 auf 40 Milligramm pro Kilo und bis 2030 auf 20 Milligramm pro Kilo abgesenkt werden. Das Regierungslager hatte vergeblich versucht, aus Rücksicht auf die Landwirte eine langsamere Reduzierung des Schadstoffes durchzusetzen.

Cadmium wird in Frankreich in erster Linie durch Lebensmittel aufgenommen, insbesondere durch Getreide, Kartoffeln und Gemüse. Mögliche Folgen einer langfristigen Belastung sind Nierenschäden, Knochenschwäche und ein erhöhtes Krebsrisiko.

"Die französische Bevölkerung ist im Vergleich zu den europäischen Nachbarn übermäßig durch Cadmium belastet", räumte der beigeordnete Umweltminister Mathieu Lefèvre ein. Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde war 2025 mehr als die Hälfte der französischen Bevölkerung einer Cadmiumbelastung ausgesetzt, die die Schwellenwerte überschreitet.

Die Debatte über ein Absenken der Schwellenwerte hält in Frankreich seit Jahren an. Landwirte befürchten Nachteile, wenn sie mehr für Dünger bezahlen müssen, damit dieser weniger Schadstoffe enthält.

Der Grünen-Abgeordnete Benoît Biteau, der den Gesetzesvorschlag eingebracht hat und selber Landwirt ist, verwies in der Debatte jedoch darauf, dass es günstige Alternativen zu stark cadmiumhaltigem Dünger gebe. Ein marokkanischer Großhändler, der in Frankreich einen Marktanteil von 40 Prozent hat, biete seit Anfang 2025 Düngemittel an, die weniger als 20 Milligramm Cadmium pro Kilo enthielten, betonte Biteau.

Vom Sommer an sollen Menschen in besonders betroffenen Gegenden Cadmiumtests von den Krankenkassen erstattet bekommen.

Lewis--TNT

Empfohlen

Klage für bessere Luft: Bundesgericht befragt europäische Richter

Bei der Frage, ob das deutsche Luftreinhalteprogramm überarbeitet werden muss, soll der Europäische Gerichtshof (EuGH) mitreden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig legte den europäischen Richterinnen und Richtern am Mittwoch Fragen vor. Über die Klage der Deutschen Umwelthilfe wird damit erst später entschieden. (Az. 7 C 1.25)

Weiterer Beratungsbedarf: Einsetzung von Pflegekommission verzögert sich

Die Einsetzung der geplanten Pflegekommission verzögert sich. Das Bundeskabinett konnte sich am Mittwoch nicht wie geplant einigen. Es gebe noch Beratungsbedarf, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Er gehe davon aus, "dass wir das in der kommenden Woche im Kabinett abschließen werden". Die Linke kritisierte die verzögerte Einsetzung des Gremiums, das Empfehlungen für weitere Reformen der Pflege erarbeiten soll.

Möglicher Pest-Todesfall in Russland: USA und WHO fordern Aufklärung

Nach Berichten über den Tod einer Labormitarbeiterin in Sibirien an den Folgen von Lungenpest drängen die USA und die WHO auf Aufklärung. "Wir haben die russische Regierung offiziell um weitere Informationen gebeten", sagte ein US-Außenamtssprecher am Dienstagabend. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er wolle in Kürze mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über das Thema sprechen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte von Moskau Transparenz in dem Fall.

WHO-Chef fordert von Russland Transparenz nach Berichten über Pest-Todesfall

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat von Russland Transparenz über den angeblichen Tod einer Laborantin in Sibirien an den Folgen von Lungenpest gefordert. "Ein zeitnaher, vollständiger und transparenter Informationsaustausch im Rahmen der internationalen Gesundheitsvorschriften ist unerlässlich, um widersprüchliche Berichte zu klären und eine genaue Einschätzung potenzieller Risiken für die öffentliche Gesundheit zu ermöglichen", erklärte Tedros am Dienstag im Onlinedienst X.

Textgröße ändern: