The National Times - WHO-Chef fordert von Russland Transparenz nach Berichten über Pest-Todesfall

WHO-Chef fordert von Russland Transparenz nach Berichten über Pest-Todesfall


WHO-Chef fordert von Russland Transparenz nach Berichten über Pest-Todesfall
WHO-Chef fordert von Russland Transparenz nach Berichten über Pest-Todesfall / Foto: © AFP/Archiv

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat von Russland Transparenz über den angeblichen Tod einer Laborantin in Sibirien an den Folgen von Lungenpest gefordert. "Ein zeitnaher, vollständiger und transparenter Informationsaustausch im Rahmen der internationalen Gesundheitsvorschriften ist unerlässlich, um widersprüchliche Berichte zu klären und eine genaue Einschätzung potenzieller Risiken für die öffentliche Gesundheit zu ermöglichen", erklärte Tedros am Dienstag im Onlinedienst X.

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Die WHO hatte die Pest-Gefahr in Irkutsk zuvor "auf Basis der verfügbaren Informationen" als moderat bis niedrig eingestuft. Für ganz Russland gesehen sei die Gefahr niedrig, für den Rest Europas sehr niedrig, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier in Genf.

Russischen Medien zufolge war eine Laborarbeiterin des Forschungszentrums zur Pestbekämpfung in Irkutsk an Lungenpest gestorben. Die 28-Jährige hatte sich demnach mutmaßlich an ihrem Arbeitsplatz an einem zerbrochenen Reagenzglas mit der Krankheit infiziert. Der Nachrichtenwebsite "Menschen des Baikal" zufolge wurden rund 200 Kontaktpersonen der Laborantin unter Quarantäne gestellt.

Die Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor betonte dagegen am Dienstag, es sei "derzeit keine derartige Entscheidung getroffen worden". Die Gesundheitslage in der ostsibirischen Region sei "stabil".

Auch die US-Regierung hatte Moskau zuvor zu Transparenz gedrängt. US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, er werde in Kürze mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über das Thema sprechen. "Ja, es ist ein Telefonat geplant", sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus auf die Frage, ob er bereits mit Putin darüber gesprochen habe. Er fügte hinzu, dass dies "sehr bald" geschehen werde.

Auf die Frage, was die US-Geheimdienste zur Lage sagten, fügte Trump hinzu: "Wir führen sehr eingehende Gespräche. Wahrscheinlich werden wir morgen darüber berichten können."

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" übermittelte das US-Außenministerium Russland eine vertrauliche diplomatische Mitteilung - eine sogenannte Demarche. Darin wurde Moskau gewarnt, dass das Verschweigen von Einzelheiten seinen internationalen Verpflichtungen im Gesundheitsbereich zuwiderlaufe.

US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor gesagt, es sei Moskaus Aufgabe, "mehr Informationen mit der Welt zu teilen". Washington verfolge die Entwicklungen "sehr genau".

Die Pest ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit, die in verschiedenen Formen auftritt. Am ansteckendsten ist die Lungenpest. Sie kann zu Lungenversagen und zum Tode führen, wenn sie nicht im Frühstadium bekämpft wird.

B.Cooper--TNT

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