The National Times - Zahl der Streiktage 2024 zurückgegangen

Zahl der Streiktage 2024 zurückgegangen


Zahl der Streiktage 2024 zurückgegangen
Zahl der Streiktage 2024 zurückgegangen / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie, bei Volkswagen oder im Baugewerbe: Im vergangenen Jahr zählte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung 286 Arbeitskämpfe in Deutschland. Das waren 26 weniger als im Vorjahr, im langjährigen Vergleich blieb die Zahl aber hoch, wie das WSI am Donnerstag mitteilte. Die Streiks waren zudem deutlich kürzer.

Textgröße ändern:

Deshalb war die Zahl der ausgefallenen Arbeitstage mit 946.000 deutlich geringer als 2023, als 1,5 Millionen Arbeitstage ausgefallen waren. 2023 war laut WSI ein außergewöhnlich intensives Streikjahr mit vielen Arbeitskämpfen gewesen, in deren Mittelpunkt meist die Reallohnverluste infolge der hohen Inflation standen.

Auch "das Arbeitskampfjahr 2024 war weiterhin geprägt von dem Versuch der Gewerkschaften, die teils massiven Reallohnverluste während der Inflationskrise auszugleichen", erklärte das WSI. "Beschäftigte in Branchen, in denen Tarifverträge mit langen Laufzeiten galten, mussten sich gedulden, bis sie einen Ausgleich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten aushandeln konnten." In der Bauwirtschaft etwa galt noch der Abschluss von 2021.

Zunehmend schlagen sich laut WSI aber auch "Transformationskonflikte" nieder. Prominenteste Beispiel seien die Auseinandersetzungen bei Volkswagen, wo das Management Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen angekündigt hatte; dies wurde nach Warnstreiks und langen Verhandlungen abgewendet.

Insgesamt nahmen 912.000 Menschen im vergangenen Jahr an Streiks teil, 55.000 mehr als im Vorjahr. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland laut WSI weiterhin im Mittelfeld. Hierzulande fielen demnach im mehrjährigen Mittel rund 21 Arbeitstage pro 1000 Beschäftigte aus - in Kanada waren es 108 Tage, in Belgien 107 oder in Frankreich 102 Tage.

Lewis--TNT

Empfohlen

EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug

Mit der deutschen Autoindustrie geht es weiter bergab. Eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Beratungsfirma EY attestiert den deutschen Herstellern entgegen dem Markttrend sinkende Umsätze, einen Gewinneinbruch und "Margen im Sinkflug". Demnach bricht Volkswagen, BMW und Mercedes weiterhin weitgehend ungebremst das wichtige China-Geschäft weg.

Wirtschaftsweise Grimm nennt neuen Tankrabatt "zynisch"

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Entscheidung der Bundesregierung für einen neuen Tankrabatt scharf kritisiert. Es sei "zynisch", auf Kosten der jungen Generation das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor zu subventionieren, sagte die Ökonomin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Sonntagsausgabe).

Bericht: Geheime Technik von US-Tarnkappenjet F-35 nach Hongkong umgeleitet

Geheime Technik des hochmodernen US-Tarnkappenjets F-35 ist einem Medienbericht zufolge womöglich China in die Hände gefallen. Die Plattform Politico berichtete am Freitag, dass eine Ladung mit Teilen des Flugzeugs, darunter die Cockpithaube mit der Tarnkappentechnologie, auf dem Weg von Australien in die USA nach Hongkong umgeleitet wurde und seither als vermisst gilt. Der Tarnkappen-Jet F-35 gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt, erst am Freitag nahm Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) den ersten Jet für die Bundeswehr in Empfang.

Neuer Chef der Meyer Werft sieht Kreuzfahrtschiffbauer auf gutem Kurs

Der neue Chef der Meyer Werft, André Walter, sieht das finanziell angeschlagene Traditionsunternehmen auf einem guten Kurs. "Die Werft hatte finanzielle und wirtschaftliche Probleme, das ist bekannt. Aber es gibt einen klaren Plan, um da herauszukommen, und den arbeiten wir jetzt konsequent ab", sagte der 60-Jährige ehemalige Airbus-Manager der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Samstagsausgabe). Der Kreuzfahrtschiffbauer habe eine "sehr gute Zukunftsperspektive".

Textgröße ändern: