The National Times - Auftrag an russischen Konzern: EuGH kippt Subventionen für ungarisches Atomkraftwerk

Auftrag an russischen Konzern: EuGH kippt Subventionen für ungarisches Atomkraftwerk


Auftrag an russischen Konzern: EuGH kippt Subventionen für ungarisches Atomkraftwerk
Auftrag an russischen Konzern: EuGH kippt Subventionen für ungarisches Atomkraftwerk / Foto: © AFP/Archiv

Im langjährigen Streit um den Ausbau eines ungarischen Atomkraftwerks mit russischer Hilfe hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Genehmigung von Subventionen gekippt. Die EU-Kommission hätte prüfen müssen, ob die Direktvergabe an ein russisches Unternehmen ohne öffentliche Ausschreibung mit den EU-Vorschriften vereinbar war, wie der EuGH am Donnerstag in Luxemburg entschied. (Az. C-59/23 P)

Textgröße ändern:

Der Auftrag für den Bau zweier neuer Reaktoren ging 2014 an den russischen Staatskonzern Rosatom. Russland gewährte Ungarn für das Bauvorhaben einen Kredit von zehn Milliarden Euro. Budapest übernimmt die restlichen 2,5 Milliarden. Die neuen Reaktoren in Ungarns einzigem Atomkraftwerk Paks sollen dessen Kapazität mehr als verdoppeln und ab dem 2030er-Jahren nach und nach die alten vier Reaktoren ersetzen.

Paks, das 100 Kilometer südlich von Budapest an der Donau liegt, liefert derzeit etwa 40 Prozent des ungarischen Strombedarfs. Das Kraftwerk war in den 80er Jahren mit sowjetischer Hilfe gebaut worden. Die geplanten Ausbauarbeiten verzögerten sich zunächst, unter anderem wegen der Coronapandemie.

2015 hatte die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet, weil sie Zweifel an der Transparenz der Vergabe hatte. Dieses wurde aber eingestellt. Im März 2017 genehmigte die Kommission dann auch die ungarischen Staatsbeihilfen für den Reaktorbau.

Dagegen klagte Österreich 2018. In erster Instanz vor dem EU-Gericht hatte die Klage keinen Erfolg. Österreich wandte sich an den EuGH, der den Kommissionsbeschluss nun für nichtig erklärte.

Die ungarische Regulierungsbehörde hatte dem Neubau noch im August 2022, nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, die Genehmigung erteilt. Nach dem EuGH-Urteil erklärte Ungarns Europaminister Janos Boka nun, dass es Ungarn nicht daran hindere, den Ausbau fortzusetzen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach dagegen von einem "Wendepunkt". Die EU-Kommission müsse die Genehmigung jetzt "schnellstmöglich zurücknehmen und dem Projekt damit einen Riegel vorschieben", forderte Marc Dengler, Energieexperte bei Greenpeace in Österreich.

P.Murphy--TNT

Empfohlen

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Gesundheitsministerin Warken gegen starke Abstriche bei Partnerversicherung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Sparempfehlungen der Finanzkommission Gesundheit nicht gänzlich übernehmen und ist etwa gegen starke Abstriche bei der Partnerversicherung. Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten und Lebenspartnern in den Krankenkassen dürfe nicht so stark eingeschränkt werden, sagte Warken der "Frankfurter Allgemeinen" (Freitag). "Zum Beispiel leisten pflegende Angehörige einen so wichtigen Beitrag, dass ich es schwer begründbar finde, sie an dieser Stelle finanziell zu belasten."

Historische Mondumrundung: Artemis-Crew verlässt Erdumlaufbahn

Einen Tag nach ihrem Start haben die vier Astronauten der Mondmission Artemis 2 die Erdumlaufbahn verlassen und fliegen nun Richtung Mond. Das Triebwerk der Orion-Kapsel katapultierte die Astronauten mit einem fast sechsminütigen Schub auf ihre Flugbahn zum Mond, wie der Nasa-Livestream am Donnerstagabend (Ortszeit) zeigte. "Sieht nach einem guten Schub aus", erklärte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston. Später berichteten die Astronauten von ersten Aktivitäten an Bord.

Hohe Spritpreise: Ricarda Lang fordert Recht auf Homeoffice

Angesichts stark gestiegener Spritpreise hat Grünen-Politikerin Ricarda Lang zur Entlastung Beschäftigter ein Recht auf Homeoffice gefordert. "Jeder gesparte Tropfen Sprit ist im Moment gut für den Geldbeutel der Bürger", sagte Lang den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). "Beschäftigte brauchen jetzt ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice überall dort, wo die Tätigkeit es zulässt und keine betrieblichen Gründe entgegenstehen."

Textgröße ändern: