The National Times - Nach schwachem Juni: Zahl der Auto-Neuzulassungen im Juli deutlich gestiegen

Nach schwachem Juni: Zahl der Auto-Neuzulassungen im Juli deutlich gestiegen


Nach schwachem Juni: Zahl der Auto-Neuzulassungen im Juli deutlich gestiegen
Nach schwachem Juni: Zahl der Auto-Neuzulassungen im Juli deutlich gestiegen / Foto: © AFP/Archiv

Nach schwächelndem Absatz ist die Zahl der neu zugelassenen Pkw in Deutschland im Juli wieder gestiegen. Insgesamt wurden rund 264.800 Neuwagen angemeldet, 11,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg am Dienstag mitteilte. Besonders beliebt mit einem Anteil von fast 39 Prozent an allen Neuzulassungen waren Pkw mit Hybridantrieb - zehn Prozentpunkte davon waren Plugin-Hybride.

Textgröße ändern:

Trotz des Anstiegs an Neuzulassungen bleibe die Lage auf dem Neuwagenmarkt "kritisch", erklärte die Beratungsfirma EY. Der Grund für das kräftige Plus sei der schwache Vorjahresmonat. "Der Aufschwung, auf den alle hoffen, lässt auf sich warten, gleichzeitig bleibt die Unsicherheit und Volatilität sehr hoch", erklärte EY-Experte Constantin Gall. Die Industrie solle sich "auf eine längere Durststrecke einstellen".

Rund 27 Prozent der Neuzulassungen hatte laut KBA einen Benzinmotor, 15,3 Prozent einen Dieselmotor. Insgesamt rund 48.600 Elektroautos wurden den Angaben zufolge im Juli neu zugelassen, ihr Anteil an den Zulassungen lag damit bei 18,4 Prozent.

Bei Plugin-Hybriden und Elektroautos gab es im Juli die stärksten Anstiege: Die Neuzulassungen von Plugin-Hybriden stiegen laut KBA im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 84 Prozent, die Neuzulassungen von E-Autos um 58 Prozent. Bei Autos mit Hybridantrieb insgesamt legten die Neuzulassungen im Vorjahresvergleich um rund 28 Prozent zu. Bei Benzinern schrumpften die Neuzulassungen um rund 13 Prozent, bei Dieselautos um sechs Prozent.

EY-Experte Gall warnte, dass die hohen Zuwächse bei den Elektroautos "mit Vorsicht zu genießen" seien. Anstiege gebe es gegenüber dem sehr schwachen Vorjahr - im Mehrjahresvergleich aber sei das Wachstum gering oder nicht vorhanden. "Der Markt steht heute da, wo er schon 2023 stand – damals allerdings noch mit der Unterstützung durch die staatliche Umweltprämie", schlussfolgerte er.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) schlug optimistischere Töne an. "Von Deutschland aus gehen unsere E-Autos in alle Welt. Wir sind auf Kurs!", erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Sie forderte aber bessere Rahmenbedingungen wie "öffentliche Ladepunkte in Deutschland sowie in ganz Europa, den entschlossenen Ausbau der Stromnetze", günstigen Ladestrom und eine Stromsteuersenkung für alle Verbraucher, "damit der Markt für E-Autos weiter an Fahrt gewinnen kann". Auch der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn, forderte "verlässliche Signale aus der Politik".

W.Phillips--TNT

Empfohlen

ADAC: Neue Preisregel für Tankstellen hat Preisniveau nicht reduziert

Der ADAC hat nach knapp drei Tagen ein vorläufiges negatives Fazit zu der von der Bundesregierung eingeführten Preisregel für Tankstellen gezogen. "Aus Sicht des ADAC hat die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell das hohe Preisniveau nicht reduziert", erklärte der Club am Freitag. "Stattessen hat es die Entwicklung nach oben eher befördert."

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Gesundheitsministerin Warken gegen starke Abstriche bei Partnerversicherung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Sparempfehlungen der Finanzkommission Gesundheit nicht gänzlich übernehmen und ist etwa gegen starke Abstriche bei der Partnerversicherung. Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten und Lebenspartnern in den Krankenkassen dürfe nicht so stark eingeschränkt werden, sagte Warken der "Frankfurter Allgemeinen" (Freitag). "Zum Beispiel leisten pflegende Angehörige einen so wichtigen Beitrag, dass ich es schwer begründbar finde, sie an dieser Stelle finanziell zu belasten."

Historische Mondumrundung: Artemis-Crew verlässt Erdumlaufbahn

Einen Tag nach ihrem Start haben die vier Astronauten der Mondmission Artemis 2 die Erdumlaufbahn verlassen und fliegen nun Richtung Mond. Das Triebwerk der Orion-Kapsel katapultierte die Astronauten mit einem fast sechsminütigen Schub auf ihre Flugbahn zum Mond, wie der Nasa-Livestream am Donnerstagabend (Ortszeit) zeigte. "Sieht nach einem guten Schub aus", erklärte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston. Später berichteten die Astronauten von ersten Aktivitäten an Bord.

Textgröße ändern: