The National Times - Korruptionsprozess gegen französische Kulturministerin: Opposition fordert Rücktritt

Korruptionsprozess gegen französische Kulturministerin: Opposition fordert Rücktritt


Korruptionsprozess gegen französische Kulturministerin: Opposition fordert Rücktritt
Korruptionsprozess gegen französische Kulturministerin: Opposition fordert Rücktritt / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Nach der Anordnung eines Korruptionsprozesses gegen die französische Kulturministerin Rachida Dati hat die sozialistische Opposition deren Rücktritt gefordert. "Dati nutzt dieselben Methoden wie Trump", sagte der Generalsekretär der sozialistischen Partei PS am Mittwoch dem Sender Sud Radio. Damit spielte er auf die Vorwürfe des US-Präsidenten Donald Trump gegen die Justiz seines Landes an.

Textgröße ändern:

Dati hatte am Vorabend nach Bekanntwerden des anstehenden Prozesses die französische Justiz scharf angegriffen. Das Ermittlungsverfahren sei von "Zwischenfällen" geprägt gewesen, und die Untersuchungsrichter hätten die Rechte der Verteidigung "mit Füßen getreten", sagte sie im Sender LCI.

Die Untersuchungsrichter hatten am Dienstag einen Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Korruption gegen die konservative Kultur- und ehemalige Justizministerin angeordnet. Dati steht im Verdacht, in ihrer Zeit als EU-Abgeordnete vom Autobauer Renault 900.000 Euro für Lobbyarbeit erhalten zu haben. Der frühere Renault-Chef Carlos Ghosn soll deswegen ebenfalls vor Gericht.

Dati und Ghosn bestreiten die Vorwürfe. Der Prozess soll nach den für März 2026 geplanten Kommunalwahlen stattfinden, bei denen die 59-Jährige die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo beerben will. "Ich verzichte auf gar nichts", sagte Dati auf die Frage, ob sie ihr Ministeramt oder den Wahlkampf für das Pariser Rathaus aufgeben werde.

Die französische Justiz befasst sich bereits seit 2019 mit dem Fall. Nach bisherigen Ermittlungen hatte Dati mehrere Verträge mit der niederländischen Filiale von Renault-Nissan RNBV geschlossen, als Ghosn noch Chef der Gruppe war. Zwischen 2010 und 2012 soll sie Beraterhonorare in Höhe von 900.000 Euro erhalten haben, ohne erkennbar dafür gearbeitet zu haben. Damals war sie Abgeordnete des EU-Parlaments und hätte nicht als Beraterin für Renault arbeiten dürfen.

Gegen den 71-jährigen Ghosn liegt seit 2023 ein internationaler Haftbefehl vor. Ihm werden ebenfalls Missbrauch seiner Position und Korruption vorgeworfen. Das Unternehmen Renault tritt als Nebenkläger auf. Ghosn war 2018 in Japan festgenommen worden und floh später in einem Instrumentenkoffer versteckt in den Libanon.

A.Parker--TNT

Empfohlen

ADAC: Neue Preisregel für Tankstellen hat Preisniveau nicht reduziert

Der ADAC hat nach knapp drei Tagen ein vorläufiges negatives Fazit zu der von der Bundesregierung eingeführten Preisregel für Tankstellen gezogen. "Aus Sicht des ADAC hat die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell das hohe Preisniveau nicht reduziert", erklärte der Club am Freitag. "Stattessen hat es die Entwicklung nach oben eher befördert."

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Gesundheitsministerin Warken gegen starke Abstriche bei Partnerversicherung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Sparempfehlungen der Finanzkommission Gesundheit nicht gänzlich übernehmen und ist etwa gegen starke Abstriche bei der Partnerversicherung. Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten und Lebenspartnern in den Krankenkassen dürfe nicht so stark eingeschränkt werden, sagte Warken der "Frankfurter Allgemeinen" (Freitag). "Zum Beispiel leisten pflegende Angehörige einen so wichtigen Beitrag, dass ich es schwer begründbar finde, sie an dieser Stelle finanziell zu belasten."

Historische Mondumrundung: Artemis-Crew verlässt Erdumlaufbahn

Einen Tag nach ihrem Start haben die vier Astronauten der Mondmission Artemis 2 die Erdumlaufbahn verlassen und fliegen nun Richtung Mond. Das Triebwerk der Orion-Kapsel katapultierte die Astronauten mit einem fast sechsminütigen Schub auf ihre Flugbahn zum Mond, wie der Nasa-Livestream am Donnerstagabend (Ortszeit) zeigte. "Sieht nach einem guten Schub aus", erklärte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston. Später berichteten die Astronauten von ersten Aktivitäten an Bord.

Textgröße ändern: