The National Times - US-Zölle: Toyota senkt Gewinnprognose um ein Drittel

US-Zölle: Toyota senkt Gewinnprognose um ein Drittel


US-Zölle: Toyota senkt Gewinnprognose um ein Drittel
US-Zölle: Toyota senkt Gewinnprognose um ein Drittel / Foto: © AFP

Angesichts der hohen US-Zölle auf Autoimporte hat der japanische Hersteller Toyota seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr um rund ein Drittel gesenkt. Der größte Autobauer der Welt rechnet von April bis März 2026 mit einem Rückgang seines Gewinns um fast 35 Prozent auf 3,1 Billionen Yen (19 Milliarden Euro), wie Toyota am Donnerstag mitteilte. Der Absatz soll aber leicht um ein Prozent steigen.

Textgröße ändern:

Anfang April waren US-Zölle auf Autoimporte in Höhe von 25 Prozent in Kraft getreten, Anfang Mai wurden sie auf importierte Autoteile ausgeweitet. "Die geschätzten Auswirkungen der im April und Mai verhängten US-Zölle" beliefen sich für Toyota auf 1,1 Milliarden Euro, erklärte der Konzern.

Es sei schwierig, die Auswirkungen genau zu beziffern, sagte Unternehmenschef Koji Sato. Zum einen seien die Zölle schon in Kraft und Toyota könne die Kosten berechnen. Zum anderen aber seien die Zölle Gegenstand der aktuellen Verhandlungen zwischen Japan und den USA über ein Handelsabkommen. Günstigere Bedingungen sind sehr wichtig für Tokio: 28 Prozent der japanischen Exporte gegen in die USA, etwa jeder achte Arbeitsplatz ist in der Autoindustrie.

Toyota verkaufte im vergangenen Jahr ein Viertel seiner Autos in den USA: 2,33 Millionen Pkw. Fast die Hälfte - 1,06 Millionen - wurden aus Japan oder aus Mexiko in die Vereinigten Staaten geliefert. Unternehmenschef Sato kündigte an, kurzfristig werde Toyota seine Lieferungen in die USA "anpassen". Mittel- und langfristig wolle der Autobauer "die Produktion vor Ort angepasst an die Bedürfnisse der Kunden" weiterentwickeln.

Verlagerungen der Produktion seien "zeitaufwendig und teuer", erklärte Autoexperte Takaki Nakanishi vom Nakanishi-Forschungsinstitut. Toyota hat zehn Werke in den USA und ist auch in Mexiko stark vertreten. Ein elftes Werk, eine Batteriefabrik für Elektro- und Hybridautos in North Carolina, steht laut Konzern kurz vor der Inbetriebnahme.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr verkaufte Toyota 10,27 Millionen Autos, 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz in den zwölf Monaten stieg um 6,5 Prozent auf umgerechnet 295 Milliarden Euro. Der Gewinn ging um 3,6 Prozent auf umgerechnet 29,3 Milliarden Euro zurück.

Wie für die deutschen Autobauer lief für Toyota das Geschäft in China schlecht - die chinesischen Wettbewerber punkten vor allem mit Elektroautos. Toyotas Absatz in China sank im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund sechs Prozent. Der Konzern hatte daher im März den Bau eines Elektroautowerks in der Volksrepublik angekündigt.

F.Harris--TNT

Empfohlen

Tesla übertrifft im dritten Quartal Erwartungen - SpaceX-Aktie steigt durch Fusionspläne

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet, die Erwartungen der Analysten aber dennoch übertroffen. Der Nettoerlös gab zwischen Juli und September um fast 43 Prozent nach und lag bei 787 Millionen Dollar (gut 700 Millionen Euro), wie der Konzern von Elon Musk am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz lag recht stabil bei 28,05 Milliarden Dollar.

Sicherheitslücke in Programmiersprache PHP: Websites weltweit vorsorglich abgeschaltet

Wegen einer Warnung vor Cyberangriffen aufgrund einer gravierenden Sicherheitslücke in der Web-Programmiersprache PHP haben Regierungsbehörden und Unternehmen weltweit zahlreiche Internetseiten abgeschaltet. In Europa waren am Mittwoch unter anderem Websites in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien betroffen. Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn hatten dringend zu diesem Schritt geraten.

Cambridge-Analytica-Skandal: Meta-Konzern zu 25 Milliarden Dollar Strafe verurteilt

Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten ist der Mutterkonzern Meta zu einem Milliarden-Bußgeld verurteilt worden. Ein Richter in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico brummte Meta am Mittwoch eine Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar (gut 22 Milliarden Euro) auf, wie der Sender CNBC und andere Medien berichteten. Der Konzern will das Urteil demnach anfechten.

Nvidia-Chef Huang fordert von deutscher Wirtschaft Fokus auf KI

Der Chef des Chip-Entwicklers Nvidia, Jensen Huang, hat die deutsche Wirtschaft aufgefordert, sich voll und ganz auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu konzentrieren. Ob Autoindustrie, Medizinforschung oder Finanzbranche, alle Unternehmen "müssen zu KI-Unternehmen werden. Jedes einzelne von ihnen", sagte Huang am Dienstag bei einer von Nvidia ausgerichteten Entwickler-Konferenz in Berlin. Greenpeace protestierte am Rande der Veranstaltung gegen stark gestiegene Treibhausgasemissionen des US-Konzerns.

Textgröße ändern: