The National Times - Nouripour will Grüne zur führenden Kraft der linken Mitte machen

Nouripour will Grüne zur führenden Kraft der linken Mitte machen


Nouripour will Grüne zur führenden Kraft der linken Mitte machen
Nouripour will Grüne zur führenden Kraft der linken Mitte machen

Vor Beginn des Grünen-Parteitags hat der Vorsitzenden-Kandidat Omid Nouripour den Anspruch erhoben, die Partei zur führenden Kraft der linken Mitte in Deutschland zu machen. Zunächst solle aber aufgearbeitet werden, was im jüngsten Bundestagswahlkampf "falsch gelaufen ist", sagte Nouripour dem Magazin Focus. Der Außenexperte kandidiert auf dem am Freitag beginnenden Parteitag neben der bisherigen Parteivize Ricarda Lang für die Nachfolge des bisherigen Vorsitzenden-Duos Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Textgröße ändern:

Habeck ist in der Ampel-Regierung Klimaschutzminister, Baerbock ist Chefin des Auswärtigen Amtes. Entsprechend der Gepflogenheiten bei den Grünen geben sie als Kabinettsmitglieder ihre Parteiämter. Die Neuwahl findet am Samstag statt. Baerbock und Habeck halten am Freitagabend zum letzten Mal die politische Rede des Bundesvorstands und werden dann von der Partei verabschiedet.

Nouripour sagte mit Blick auf die Bundestagswahl: "Wir waren in einer Flughöhe wie nie zuvor und in einer Geschwindigkeit, die nicht zuließ, dass wir uns darauf richtig vorbereiten können." Den Vorgängern an der Parteispitze sprach der Außenpolitiker dennoch seinen Respekt aus. "Sie waren das Gravitationszentrum der Partei."

Besonders Baerbock habe viel Hass im Internet ertragen müssen, was "einfach brutal" gewesen sei, so Nouripour. Auch bei der Vorsitz-Kandidatur mit Lang erlebe er: "Die Qualität und die Quantität von Hatespeech gegenüber Frauen ist ungleich krasser."

Lang kündigte Kontinuität in der Arbeit der Grünen-Spitze an. Sie wolle den bisherigen Kurs, "also die Partei weiter zu öffnen und auch breiter aufzustellen, weiterführen", sagte sie dem SWR. Sie wolle aber ein paar neue Akzente setzen: "Also zum Beispiel die Frage, wie erreichen wir noch stärker Menschen, die eine Ausbildung gemacht haben? Wie erreichen wir Menschen im ländlichen Raum? Und wie erreichen wir eben auch Menschen mit geringem Einkommen?"

Ziel der Grünen bleibt es nach Angaben von Nouripour, den nächsten Kanzler oder die nächste Kanzlerin zu stellen. Auch der scheidende Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner brachte eine erneute Kanzlerkandidatur seiner Partei ins Gespräch. "Der Traum vom Kanzleramt ist nicht ausgeträumt, nur weil es beim ersten Mal nicht geklappt hat", sagte Kellner dem "Spiegel". "Man kann im heutigen Parteiensystem mit knapp über 20 Prozent das Kanzleramt besetzen."

Mit Baerbock, der ersten Kanzlerkandidatin der Grünen, war die Partei bei der Bundestagswahl im September bei 14,8 Prozent und hinter SPD und Union gelandet. "Es bleibt richtig, große Ziele zu haben und daran zu arbeiten", sagte Kellner. Man dürfe seine Ziele nicht reduzieren, aus Angst, an ihnen gemessen zu werden. "Wir wollen weiter nach den Sternen greifen."

Kellner tritt auf dem Parteitag nicht noch einmal für seinen Posten an. Er hatte das Amt des Politischen Bundesgeschäftsführers seit 2013 inne und gehörte damit in dieser Zeit dem Bundesvorstand an. Kellner ist mittlerweile Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Um seine Nachfolge bewirbt sich die Organisationschefin der Partei, Emily Büning.

C.Bell--TNT

Empfohlen

Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin in Unesco-Welterbeliste aufgenommen

Die Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins ist in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Das beschloss das Welterbekomitee der Organisation bei seiner aktuellen Sitzung im südkoreanischen Busan, wie die deutsche Unesco-Kommission am Sonntag in Bonn mitteilte. Die Aufnahme in die globale Liste der Kultur- und Naturerbes erfolgte demnach als Teil der so genannten Siedlungen der Berliner Moderne. Diese gehören schon seit 2008 als Beispiele für modernen Wohnungsbau zu der Welterbeliste.

Motto "Haltung ist hot": Hunderttausende ziehen bei CSD-Kundgebung durch Berlin

Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Berlin an der diesjährigen Großkundgebung zum Christopher Street Day (CSD) teilgenommen. Unter dem Motto "Haltung ist hot" zogen die Teilnehmenden bei hochsommerlichem Wetter durch das Zentrum der Bundeshauptstadt. Eine Polizeisprecherin berichtete am Nachmittag von einem friedlichen Verlauf. Später erklärte die Polizei allerdings, Teilnehmende und zwei Einsatzkräfte seien aus einer Wohnung heraus mit einer Softairwaffe beschossen worden.

Tödlicher Unfall: Kleinflugzeug stürzt auf Wohnhaus in Niedersachsen

Der Flug eines Kleinflugzeugs in Niedersachsen hat am Samstag ein tödliches Ende genommen: Die Maschine stürzte am Vormittag auf das Dach eines Wohnhauses in der Ortschaft Ganderkesee im Landkreis Oldenburg, wie die Polizei bekannt gab. Eine erste Erkundung habe ergeben, dass ein Mensch gestorben und ein weiterer vermisst sei. Das Kleinflugzeug habe "aus bislang ungeklärter Ursache" an Höhe verloren und sei auf die Wohnsiedlung gestürzt.

Motto "Haltung ist hot": CSD-Kundgebung startet in Berlin

In Berlin hat die diesjährige Großkundgebung zum Christopher Street Day (CSD) begonnen. Der Umzug setzte sich am Samstagmittag zum Marsch durch das Zentrum der Bundeshauptstadt in Bewegung. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 2200 Einsatzkräften im Einsatz, um für ein "sicheres, buntes und friedliches Fest" zu sorgen. Die Organisatoren rechneten mit mehreren hunderttausend Teilnehmenden. Ihren Angaben zufolge handelt es sich um eine der größten Versammlungen für Vielfalt und Menschenrechte in Europa.

Textgröße ändern: