The National Times - Umfrage: Bankkunden müssen mit steigenden Gebühren und Kreditkosten rechnen

Umfrage: Bankkunden müssen mit steigenden Gebühren und Kreditkosten rechnen


Umfrage: Bankkunden müssen mit steigenden Gebühren und Kreditkosten rechnen
Umfrage: Bankkunden müssen mit steigenden Gebühren und Kreditkosten rechnen

Viele Banken planen laut einer aktuellen Umfrage eine Erhöhung der Gebühren und der Kreditkosten. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung EY gaben 52 Prozent der Banken an, die Kosten für Firmenkredite erhöhen zu wollen, bei Immobilienkrediten waren es 57 Prozent. Jede zweite Bank plante zudem höhere Gebühren für Girokonten. Auch Bankfilialen sollen zunehmend geschlossen werden.

Textgröße ändern:

Angesichts niedriger Zinsen und strengerer Regulierung sei es für Banken schwieriger geworden, profitabel zu wirtschaften, erklärte der Partner im Bereich Finanzdienstleistungen bei EY, Thomas Griess. Die Finanzhäsuer seien deshalb auf der Suche nach neuen Ertragsquellen. Für die Erhebung befragte EY 120 Finanzinstitute in Deutschland.

Ein Ende der Gebührenerhöhungen für Bankkunden ist laut der Umfrage nicht in Sicht. Demnach erhöhten in diesem Jahr bereits 15 Prozent der Banken die Gebühren für Girokonten, weitere 34 Prozent haben dies noch vor. Die Kosten für Überweisungen wurden bereits in zwölf Prozent der Geldhäuser erhöht, 28 Prozent planen dies. Und auch für Abhebungen verlangten zwölf Prozent der Banken seit Jahresbeginn mehr Geld, 21 Prozent wollen die Gebühren noch erhöhen.

Neben den höheren Gebühren versuchen die Banken laut der Umfrage bei den Kosten zu sparen. 80 Prozent der befragten Bankmanager gab an, dass sie davon ausgehen, dass bis 2025 mindestens 20 Prozent der Bankfilialen geschlossen würden. Die Pandemie habe diese Tendenz zusätzlich beschleunigt, erklärte der Leiter des Bereichs Banken und Kapitalmärkte bei EY, Robert Melnyk. "Eine Lehre aus der Pandemie ist: Es geht auch digital". Die Kunden seien immer mehr dazu bereit, ihre Bankgeschäfte im Internet zu erledigen.

Insgesamt gaben 58 Prozent der Banken an, dass kostensenkende Maßnahmen derzeit eine hohe Priorität hätten. Insbesondere bei der direkten Kundenbetreuung rechneten 41 Prozent mit Stellenkürzungen.

Gleichzeitig sei jedoch in den kommenden Monaten zumindest in bestimmten Bereichen auch eine Gehaltserhöhung für viele Bankmitarbeitende zu erwarten, erklärte EY weiter. Insbesondere in den Bereichen IT und ESG - also der Berücksichtigung von Kriterien aus den Bereichen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance) - sei mit einer höheren Bezahlung zu rechnen.

"Auch die Bankenbranche bleibt vom Fachkräftemangel nicht verschont", erläuterte Melnyk die Umfrageergebnisse. "Wer motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit besonders gesuchten Qualifikationen haben und halten will, muss derzeit tief in die Tasche greifen".

L.Johnson--TNT

Empfohlen

Ärztevertreter und Branchenverbände kritisieren Empfehlungen zur Kassen-Reform

Die Vorschläge der Kommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung sind bei den betroffenen Branchen auf scharfe Ablehnung gestoßen. Ärzteverbände, Pharmaindustrie, Apothekenvertreter und die Zuckerwirtschaft kritisierten am Montag die Empfehlungen, deren Umsetzung ihnen voraussichtlich finanzielle Einbußen bescheren würden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) etwa warnte vor einem "Wegfall von Millionen Arztterminen", sollte die von der Kommission vorgeschlagene Begrenzung der Ärzte-Vergütungen tatsächlich kommen.

Milliarden-Einschnitte im Gesundheitswesen: Kommission stellt Empfehlungen vor

Höhere Zuzahlungen für Medikamente, ein Ende der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner, Steueraufschläge auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke: Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hat am Montag in Berlin ihre Reformvorschläge für die gesetzlichen Krankenversicherung vorgestellt. Ziel ist eine Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge, die von den Versicherten und Arbeitgebern gezahlt werden müssen. Die Fachleute präsentierten 66 konkrete Empfehlungen, deren Umsetzung die Gesundheitskosten allein im kommenden Jahr um 42 Milliarden Euro sinken lassen könnten - eine Summe, die deutlich über dem erwarteten Fehlbetrag liegt.

Prien will Kinder- und Jugendhilfe grundlegend umgestalten

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will die Kinder- und Jugendhilfe grundlegend umgestalten. Das geht laut einem Bericht des Portals Politico vom Montag aus einem Referentenentwurf ihres Ministeriums hervor. Prien will demnach durch die Reform mittelfristig 2,7 Milliarden Euro einsparen.

Energiepreisschock: Inflation legt im März voraussichtlich deutlich zu

Getrieben von stark gestiegenen Energiepreisen hat die Inflation in Deutschland im März nach ersten Daten deutlich angezogen. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar hatte sich die Teuerung noch abgeschwächt und 1,9 Prozent betragen.

Textgröße ändern: