The National Times - Nach S-Bahn-Unglück bei München Ermittlungen gegen einen der Zugführer

Nach S-Bahn-Unglück bei München Ermittlungen gegen einen der Zugführer


Nach S-Bahn-Unglück bei München Ermittlungen gegen einen der Zugführer
Nach S-Bahn-Unglück bei München Ermittlungen gegen einen der Zugführer

Nach dem Zusammenstoß zweier S-Bahnen nahe München wird gegen einen der beiden Zugführer ermittelt. Der 54-jährige werde als Beschuldigter geführt und sei am Mittwoch erstmals vernommen worden, sagte Oberstaatsanwältin Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft München I am Donnerstag. Den Ermittlern zufolge wurde vermutlich ein Haltesignal überfahren - das entsprechende Signal stand auf rot.

Textgröße ändern:

Der Lokführer, der schwer verletzt in einem Krankenhaus liegt, machte laut Staatsanwaltschaft bislang noch keine Angaben. Die Wohnung des 54-Jährigen sei bereits in der Unfallnacht durchsucht worden.

Die beiden S-Bahnen waren am Montagnachmittag auf der eingleisigen Strecke bei Schäftlarn frontal zusammengeprallt. Ein 24 Jahre alter Fahrgast erlitt dabei tödliche Verletzungen. Zahlreiche Menschen wurden teils schwer verletzt. Nach Angaben von Steffen Küpper, Leiter der Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums München, "zeigte das Signal auf der Fahrt in Richtung München, also Richtung Norden rot". Ein Atemalkoholtest bei beiden Zugführern war demnach negativ.

Nach den bisherigen Ermittlungen überfuhr der 54-jährige Triebfahrzeugführer nach einem Halt am Bahnhof Ebenhausen auf der Weiterfahrt Richtung München vermutlich ein Haltezeichen. Zur gleichen Zeit fuhr ein 21-jähriger Triebfahrzeugführer auf demselben Gleis aus entgegengesetzter Richtung auf den Bahnhof Ebenhausen zu. Wegen der entgegenkommenden S-Bahn erhielt er ein Haltesignal, weshalb er seine Bahn abbremste. Auch der 54-Jährige leitete eine Schnellbremsung ein, ein Zusammenstoß war aber nicht mehr zu verhindern.

Bei dem Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 24-jährigen afghanischen Staatsangehörigen. Neben den beiden Zugführern wurden demnach vier weitere Fahrgäste schwer verletzt. Insgesamt kamen 18 Menschen ins Krankenhaus, 25 weitere Menschen wurden leicht bis mittelschwer verletzt vor Ort behandelt. In jeder der beiden S-Bahnen saßen demnach etwa 60 Fahrgäste.

Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft betonten, dass es noch keine abschließende Aussage darüber geben könne, ob der Unfall auf menschliches oder technisches Versagen zurückzuführen sei. Es sei "noch zu früh und falsch, sich jetzt sich schon festzulegen", betonte Leiding. Zunächst müssten die erheblichen Datenmengen, etwa aus den Datenschreibern der S-Bahnen und der internen Kommunikation, ausgewertet werden.

Sollte menschliches Versagen die Unglücksursache sein, käme laut Staatsanwaltschaft eine Reihe von Straftatbeständen in Betracht, darunter fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und Gefährdung des Bahnverkehrs. Die Unfallstelle wurde nach Polizeiangaben am Mittwoch freigegeben, so dass die verunglückten Bahnen geborgen werden können. Der entstandene Gesamtschaden bewegt sich in Millionenhöhe.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

US-Tech-Aktien sacken ab - Anleger befürchten Blase

Die Aktien großer US-Tech-Unternehmen sind zum Wochenende hin abgesackt. Der Tech-Index Nasdaq gab zum Handelsbeginn in den USA am Freitag um ein Prozent nach. Hintergrund sind Sorgen, dass die hohen Kurse im Zuge der Entwicklung Künstlicher Intelligenz sich als Blase entpuppen könnten.

Niedersachsens Ministerpräsident Lies gegen radikale Sparpläne bei VW

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat sich gegen radikale Sparpläne beim Autokonzern Volkswagen gestellt. "Die Zukunft von Volkswagen wird nicht dadurch gewonnen, dass man immer neue Werksschließungen oder immer größere Stellenabbauprogramme in den Fokus stellt", erklärte er am Freitag. Medienberichten zufolge plant VW einen radikalen Konzernumbau mit massive Stellenstreichungen und mehreren Werksschließungen in Deutschland.

Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig

Das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig. Die Deutsche Bahn verschob die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs am Freitag offiziell auf 2031. Alle Elemente des Projektes - weitere Bahnhöfe und Tunnel im Großraum Stuttgart - sollen erst bis Dezember 2033 fertiggestellt werden. Die erwarteten Kosten erhöhen sich um weitere drei Milliarden, wie Bahn-Chefin Evelyn Palla mitteilte.

Wadephul reist in die USA und nach Südamerika - Gespräche über Mercosur geplant

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist Anfang der kommenden Woche in die USA und nach Südamerika. Am Montag trifft er zuerst seinen US-Kollegen Marco Rubio in Washington, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin sagte. Bei den Gesprächen soll es demnach um die Lage im Nahen Osten und die weitere Unterstützung der Ukraine gehen. Im Anschluss reist Wadephul weiter in die paraguayische Hauptstadt Asunción.

Textgröße ändern: