The National Times - Mammutprozess zu Dieselskandal in Großbritannien beginnt

Mammutprozess zu Dieselskandal in Großbritannien beginnt


Mammutprozess zu Dieselskandal in Großbritannien beginnt
Mammutprozess zu Dieselskandal in Großbritannien beginnt / Foto: © AFP

In Großbritannien beginnt am Montag der Prozess gegen eine Reihe von Autobauern, denen im Zuge des sogenannten Dieselskandals Manipulation der Abgaswerte ihrer Fahrzeuge vorgeworfen wird. In dem auf drei Monate angesetzten Gerichtsverfahren vor dem High Court in London soll die Frage geklärt werden, ob in Dieselautos von Mercedes, Ford, Peugeot-Citroën, Renault und Nissan eingebaute Systeme dazu dienten, die Abgasvorschriften zu umgehen.

Textgröße ändern:

Der Prozess gegen die fünf Hauptangeklagten soll dabei auch einen Präzedenzfall für andere Hersteller schaffen und könnte den Weg für Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe ebnen. Die Klagen wurden im Namen von 1,6 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrern gegen 14 Automobilhersteller eingereicht, darunter auch Jaguar Land Rover, Toyota, Vauxhall-Opel und BMW.

Mercedes und der US-Autobauer Ford wiesen die Vorwürfe als "unbegründet" zurück. Der japanische Hersteller Nissan äußerte sich bislang nicht öffentlich. Stellantis, der Mutterkonzern der französische Marken Peugeot und Citroën, sowie der französische Hersteller Renault erklärten, dass die von ihnen verkauften Fahrzeuge den damaligen Vorschriften entsprochen hätten.

Der Dieselskandal war im September 2015 bekannt geworden. Der Autobauer VW räumte damals ein, bei den Dieselmotoren von elf Millionen Autos der Marken Volkswagen, Seat, Audi und Skoda eine Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid zwar auf dem Prüfstand senkte, nicht aber im Straßenverkehr.

VW akzeptierte in Großbritannien im Jahr 2022 eine Zahlung in Höhe von 193 Millionen Pfund (knapp 227 Millionen Euro), um das Verfahren beizulegen. Der Londoner High Court hatte zuvor im Jahr 2020 festgestellt, dass Volkswagen verbotene Abschalteinrichtungen eingesetzt hatte, um Emissionsprüfungen zu manipulieren. Insgesamt zahlte Volkswagen im Zuge des Skandals mehr als 32 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigungen, insbesondere in den USA.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Petersberger Klimadialog berät über Energiewende und Klimafinanzierung

Zum Petersberger Klimadialog werden ab Dienstagmorgen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 30 Staaten in Berlin erwartet. Die Beratungen dienen der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya, die von der Türkei in Zusammenarbeit mit Australien ausgerichtet wird. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Rahmen des High-Level-Segments des Klimadialogs sprechen.

Petersberger Klimadialog: Verbände fordern von Merz Abkehr von Kohle, Öl und Gas

Umweltverbände fordern im Vorfeld des internationalen Petersberger Klimadialogs kommende Woche in Berlin ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Abschied von Kohle, Öl und Gas. "Wir erwarten von Bundeskanzler Friedrich Merz, hier Akzente zu setzen", sagte Lutz Weischer von Germanwatch am Donnerstag in Berlin. Gerade die aktuelle Energiekrise aufgrund des Iran-Krieges zeige erneut, wie wichtig es sei, eine Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten zu erreichen.

Studie: In vielen Weltregionen droht zunehmende Kombination aus Hitze und Dürren

Vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen treiben das gemeinsame Auftreten von Hitzewellen und Dürren an. "Wenn sich an der derzeitigen Klimapolitik nichts ändert, könnte fast ein Drittel der Weltbevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts häufigeren und schwereren Hitze-Dürre-Bedingungen ausgesetzt sein", erklärte die Expertin Di Cai vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven am Dienstag. Das wären fast 2,6 Milliarden Menschen.

Klimaerwärmung in Deutschland: Steigende Temperaturen vor allem in Süden und Osten

Die Klimaerwärmung wird nach Experteneinschätzung zum Ende des Jahrhunderts mutmaßlich insbesondere in Süd- und Ostdeutschland zu steigenden Temperaturen führen. Konkret könne dies dort "eine Zunahme von Hitzewellen, Tropennächten und generell der Hitzebelastung" während der Sommermonate bedeuten, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Offenbach anlässlich seiner jährlichen Klimapressekonferenz mit.

Textgröße ändern: