The National Times - Frankreichs Rechnungshof prangert unzureichende Klimapolitik an

Frankreichs Rechnungshof prangert unzureichende Klimapolitik an


Frankreichs Rechnungshof prangert unzureichende Klimapolitik an
Frankreichs Rechnungshof prangert unzureichende Klimapolitik an / Foto: © AFP/Archiv

Der französische Rechnungshof hat die seiner Ansicht nach unzureichende Klimapolitik der französischen Regierung angeprangert. "Die Kosten für die Umweltwende sind weitaus geringer als die für die Untätigkeit", betonte der Rechnungshof in seinem ersten Jahresbericht zum ökologischen Wandel. Die Situation der Umwelt habe sich mit Blick auf den Klimawandel und die Artenvielfalt so sehr verschlechtert, dass die Regierung "dringend handeln" müsse. Die Daten von 2024 machten deutlich, dass die französischen Anstrengungen nicht ausreichten, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen, nämlich 55 Prozent weniger Emissionen bis 2023 und Klimaneutralität bis 2050.

Textgröße ändern:

Konkret empfiehlt der französische Rechnungshof, konkrete Emissionsziele für einzelne Branchen festzulegen. Zudem solle das Generalsekretariat für Umweltplanung gestärkt werden, das zuletzt in seinen Zuständigkeiten beschnitten wurde. Grundsätzlich müssten Klimaprogramme und öffentliche Finanzen besser aufeinander abgestimmt werden. Die geplanten Ausgaben für Klimaschutz sollten dem Parlament jährlich im Frühjahr vorgelegt werden, noch vor Beginn der Haushaltsverhandlungen.

Der Rechnungshof verwies auf eine Einschätzung der französischen Nationalbank, nach der ein Status quo in der Klimapolitik bis 2050 zu einem Verlust in Höhe von 11,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts führen könne - etwa durch Ausgaben für Schäden nach extremen Wetterereignissen. Nach den jüngsten Schätzungen müsste doppelt so viel Geld investiert werden wie bisher, um alle Aspekte der Umweltwende zu finanzieren. Dafür solle künftig der private Sektor stärker herangezogen werden, betonte der Rechnungshof.

R.Evans--TNT

Empfohlen

Petersberger Klimadialog berät über Energiewende und Klimafinanzierung

Zum Petersberger Klimadialog werden ab Dienstagmorgen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 30 Staaten in Berlin erwartet. Die Beratungen dienen der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya, die von der Türkei in Zusammenarbeit mit Australien ausgerichtet wird. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Rahmen des High-Level-Segments des Klimadialogs sprechen.

Petersberger Klimadialog: Verbände fordern von Merz Abkehr von Kohle, Öl und Gas

Umweltverbände fordern im Vorfeld des internationalen Petersberger Klimadialogs kommende Woche in Berlin ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Abschied von Kohle, Öl und Gas. "Wir erwarten von Bundeskanzler Friedrich Merz, hier Akzente zu setzen", sagte Lutz Weischer von Germanwatch am Donnerstag in Berlin. Gerade die aktuelle Energiekrise aufgrund des Iran-Krieges zeige erneut, wie wichtig es sei, eine Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten zu erreichen.

Studie: In vielen Weltregionen droht zunehmende Kombination aus Hitze und Dürren

Vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen treiben das gemeinsame Auftreten von Hitzewellen und Dürren an. "Wenn sich an der derzeitigen Klimapolitik nichts ändert, könnte fast ein Drittel der Weltbevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts häufigeren und schwereren Hitze-Dürre-Bedingungen ausgesetzt sein", erklärte die Expertin Di Cai vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven am Dienstag. Das wären fast 2,6 Milliarden Menschen.

Klimaerwärmung in Deutschland: Steigende Temperaturen vor allem in Süden und Osten

Die Klimaerwärmung wird nach Experteneinschätzung zum Ende des Jahrhunderts mutmaßlich insbesondere in Süd- und Ostdeutschland zu steigenden Temperaturen führen. Konkret könne dies dort "eine Zunahme von Hitzewellen, Tropennächten und generell der Hitzebelastung" während der Sommermonate bedeuten, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Offenbach anlässlich seiner jährlichen Klimapressekonferenz mit.

Textgröße ändern: