The National Times - Durch Klimawandel gefährdete Inselentwicklungsländer beschließen Zehn-Jahres-Plan

Durch Klimawandel gefährdete Inselentwicklungsländer beschließen Zehn-Jahres-Plan


Durch Klimawandel gefährdete Inselentwicklungsländer beschließen Zehn-Jahres-Plan
Durch Klimawandel gefährdete Inselentwicklungsländer beschließen Zehn-Jahres-Plan / Foto: © AFP

Die Gruppe kleiner Inselentwicklungsländer (SIDS), die zu den ersten Opfern des Klimawandels gehören, hat einen Zehn-Jahres-Plan für einen "widerstandsfähigen Wohlstand" beschlossen - der allerdings nur mit internationaler Unterstützung möglich sein wird. "Wir feiern einen Neuanfang für eine bessere Zukunft", sagte der Ministerpräsident von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, am Donnerstag zum Abschluss der vierten UN-Konferenz der Staatengruppe in der Hauptstadt Saint John's.

Textgröße ändern:

"Es ist der Beginn eines Zehn-Jahres-Sprints und ich hoffe, dass den SIDS keine Bremsen angelegt werden", sagte die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina Mohammed und verwies auf die "globale Ungerechtigkeit", unter der die auf kleinen Inseln gelegenen Entwicklungsländer zu leiden hätten.

"Die kommenden zehn Jahre sind entscheidend für kleine Inselentwicklungsländer", hieß es in der Abschlusserklärung. Die globale Erwärmung mit Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürmen verschärft die Gefahren. Mit dem steigenden Meeresspiegel können Länder wie die Malediven und Tuvalu buchstäblich von der Landkarte verschwinden. Gleichzeitig sind die Länder für weniger als ein Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Die Gruppe der SIDS zählt 39 Mitglieder, darunter Inseln in der Karibik, im Pazifik und im Indischen Ozean, mit insgesamt 65 Millionen Einwohnern. Ihnen gemeinsam sind kleine Territorien, eine weit verstreute Bevölkerung, geographische Isolation und eine Abhängigkeit von Importen.

Um "nachhaltige Entwicklung und widerstandsfähigen Wohlstand" zu erreichen, müssten die Länder ihre Wirtschaft diversifizieren und den Staat und die Produktionskapazitäten stärken", hieß es in der Abschlusserklärung. Sie wollen in neue Technologien, die Digitalwirtschaft sowie in erneuerbare Energien investieren sowie den Handel ausbauen.

Der Tourismus soll ein Schwerpunkt bleiben. Für fast zwei Drittel der Inselstaaten macht der Fremdenverkehr 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, für die Malediven laut Internationalem Wirtschaftsfonds (IWF) sogar bis zu 65 Prozent. Die Inselstaaten wollen einen "widerstandsfähigen und nachhaltigen Tourismus" fördern, Umweltverschmutzung jeder Art verringern und die biologische Vielfalt schützen - vor allem die gefährdeten Korallenriffe, die Taucher aus aller Welt anlocken.

Doch in einem internationalen Umfeld, in dem die wirtschaftlichen, klimatischen oder geopolitischen Gefahren "ihre Entwicklung belasten", könnten die Folgen für die Inseln "ohne die umfassende Unterstützung der internationalen Gemeinschaft von sehr großer Tragweite sein", heißt es weiter.

Laut dem UN-Entwicklungsprogramm UNDP wären für die Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in den 39 Ländern pro Jahr zwischen 4,7 und 7,3 Milliarden Dollar erforderlich. Von den Inselstaaten sind viele stark verschuldet, dennoch sind die meisten von ihnen wegen ihrer Einkommensstruktur von Hilfsprogrammen und zinsgünstigen Krediten von Entwicklungsbanken ausgeschlossen.

Mehrere Konferenzteilnehmer forderten deshalb Reformen des internationalen Finanzsystems und die Berücksichtigung anderer Faktoren wie wirtschaftliche Abhängigkeit und Auswirkungen des Klimawandels.

A.Wood--TNT

Empfohlen

Verdoppelte Gewinne: Oxfam fordert "gerechte" Besteuerung großer Ölkonzerne

Angesichts deutlicher Gewinnsteigerungen großer Öl- und Gasunternehmen bei gleichzeitiger Zuspitzung der Folgen des Klimawandels dringt die Hilfsorganisation Oxfam auf eine stärkere Beteiligung der Konzerne. Die sechs größten fossilen Energieunternehmen würden ihren Nettogewinn im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum ersten Quartal "voraussichtlich fast verdoppeln", erklärte Oxfam am Dienstag. Die Gewinne von BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies steigen demnach von 23 auf 45 Milliarden Dollar (39,6 Milliarden Euro).

Taifun "Noul" trifft in China auf Land

Der Taifun "Noul" ist am frühen Sonntagmorgen an der südlichen Küste Chinas auf Land getroffen. Der bislang heftigste Sturm, der das Land in diesem Jahr getroffen hat, erreichte das Festland nahe der Stadt Pinghai in der Provinz Guangdong, etwa 80 Kilometer nordöstlich der Finanzmetropole Hongkong, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete. Die Windgeschwindigkeiten betrugen bis zu 162 Stundenkilometer.

Warnstufe Rot: 340.000 Menschen in China wegen Taifun "Noul" in Sicherheit gebracht

Wegen des sich nähernden Taifuns "Noul" haben die chinesischen Behörden im Süden der Volksrepublik mehr als 340.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Behörden riefen am Samstagabend die höchste Taifunwarnstufe Rot aus. "Noul" sollte am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 173 Stundenkilometern in der Provinz Guangdong zwischen den Städten Shenzhen und Haifeng an Land treffen.

Über 40 Grad: Japan verzeichnet fünften "grausam heißen Tag" in Folge

Japan hat am Samstag den fünften "grausam heißen Tag" in Folge verzeichnet. Sechs Städte im Zentrum des Landes hätten die Schwelle von 40 Grad überschritten, ab der es sich um einen "Kokushobi" - einen "grausam heißen Tag" - handelt, teilte der japanische Wetterdienst (JMA) mit. Der Begriff wurde angesichts der steigenden Temperaturen vom Wetterdienst offiziell geprägt, um die Bevölkerung vor extremer Hitze zu warnen.

Textgröße ändern: