The National Times - Bürger messen bei BUND-Projekt Gesundheit der hiesigen Bäche

Bürger messen bei BUND-Projekt Gesundheit der hiesigen Bäche


Bürger messen bei BUND-Projekt Gesundheit der hiesigen Bäche
Bürger messen bei BUND-Projekt Gesundheit der hiesigen Bäche / Foto: © AFP/Archiv

Von April bis Juli messen Bürgerinnen und Bürger quer durch Deutschland die Gesundheit von Bächen. Mit dem Projekt soll langfristig der ökologische Zustand und die Pestizidbelastung kleiner Fließgewässer untersucht werden, wie der Umweltverband BUND am Dienstag mitteilte. Die Messkampagne startet demnach mit deutschlandweit rund 650 Teilnehmenden, die in Kleingruppen ihre Bäche unter die Lupe nehmen.

Textgröße ändern:

Gesunde Bäche und andere Kleingewässer sind laut BUND sehr wichtig für die Artenvielfalt. Viele Insekten, darunter Libellen, Köcher- und Eintagsfliegen, verbringen demnach den größten Teil ihres Lebens unter Wasser. Dort schlüpfen die Larven aus dem Ei und entwickeln sich über Monate oder sogar Jahre. Erst die erwachsenen Tiere verlassen schließlich das nasse Element.

Einige Arten reagieren aber dem Umweltverband zufolge sehr empfindlich auf Pestizide im Wasser: In stark belasteten Bächen und Flüssen können sie nicht leben. Im Rahmen des Projekts sollen deshalb Bürgerinnen und Bürger sowie beteiligte Forschende diese Gemeinschaft der wirbellosen Tiere am Gewässerboden untersuchen.

Daraus können sie demnach direkt Rückschlüsse auf die Pestizidbelastung und den ökologischen Zustand ziehen – ohne teure Analysetechniken. Am Projekt sind neben dem BUND das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig beteiligt.

Laut Umweltbundesamt sind derzeit nur etwa acht Prozent der deutschen Fließgewässer in einem "guten ökologischen Zustand", den die EU-Wasserrahmenrichtlinie seit 2000 für alle europäischen Oberflächengewässer fordert. "Deutschland verfehlt das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie um Längen und verstößt derzeit gegen europäische Vorgaben", erklärte BUND-Geschäftsführerin Antje von Broock.

Die Politik habe es versäumt, die Gesellschaft für Gewässerschutzpolitik zu begeistern und zu mobilisieren. Es sei "allerhöchste Zeit", den Gewässerschutz endlich ernst zu nehmen und zu handeln, forderte von Broock.

T.Bennett--TNT

Empfohlen

53 Grad in einer französischen Grundschule mit Glasdach gemessen

Eine Grundschule mit Glasdach im Südwesten Frankreichs hat nach dem Anstieg der Temperatur im Inneren des Gebäudes auf 53 Grad den Nachmittagsunterricht eingestellt. "Ein Kind ist ohnmächtig geworden und mehrere haben sich erbrochen", sagte der Schulbeauftragte von Soustons, Florian Deygas, am Donnerstag. Die Mitte der 80er Jahre gebaute Grundschule hat einen Gang mit einem einfach verglasten Glasdach, in dem die Temperaturen in den vergangenen Tagen unerträgliche Werte erreicht haben. Am Donnerstag und Freitag sollte deswegen der Unterricht ab 12.00 Uhr mittags ausfallen.

"Spiegel": Kontroverse über Beschleunigung von Infrastrukturausbau und Naturschutz

In Verbindung mit den Regierungsplänen zur Beschleunigung des Ausbaus der Infrastruktur gibt es laut einem Bericht des "Spiegel" eine Kontroverse zwischen den Ressorts für Verkehr und für Umwelt. Dabei geht es demnach darum, für welche Ziele ein "überragendes öffentliches Interesse" festgestellt wird. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wolle dies für Infrastrukturprojekte festschreiben lassen, Umweltminister Carsten Schneider (SPD) zudem für die Sicherung von Naturflächen.

Studie: Deutschland drohen Milliardenkosten durch extreme Hitze

Die Produktivität schmilzt regelrecht dahin - und gleichzeitig steigen die Energiekosten: Der deutschen Wirtschaft drohen einer Studie zufolge Milliardenbelastungen durch extreme Hitze. Ab Temperaturen von 30 Grad Celsius sinke die Produktivität um etwa drei Prozent pro zusätzlichem Grad, teilte der Kreditversicherer Allianz Trade am Donnerstag mit. Parallel dazu steigen demnach die Energiekosten wegen eines höheren Kühlbedarfs um etwa 1,2 Prozent pro Grad.

Mann und Hund sterben bei Bahnunfall in Nordrhein-Westfalen

Ein Mann und ein Hund sind in Nordrhein-Westfalen von einem Zug erfasst und getötet worden. Der 61-Jährige überquerte am Mittwochmittag mit seinem Tier einen halbbeschrankten Bahnübergang in Viersen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Dabei wurden die beiden von einem Personenzug erfasst und dabei tödlich verletzt.

Textgröße ändern: