The National Times - Habeck verteidigt KfW-Förderstopp

Habeck verteidigt KfW-Förderstopp


Habeck verteidigt KfW-Förderstopp
Habeck verteidigt KfW-Förderstopp

Nach dem kurzfristigen Stopp der KfW-Förderprogramme für energieeffizientere Gebäude hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den Schritt verteidigt. Für ein Fortschreiben der bisherigen Programme ohne weitere Haushaltsberatungen habe es angesichts einer "Überförderung" schlicht an Geld gefehlt, sagte Habeck am Mittwoch im Bundestag. Es solle aber "so schnell wie es geht, Planungssicherheit für die Leute geschaffen werden", fügte er mit Blick auf eine Neuregelung hinzu. Aus der Opposition gab es weiter massive Kritik an der Einstellung der Förderung.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung hatte am Montag überraschend mitgeteilt, dass die derzeitige Förderung der staatlichen KfW für energieeffiziente Gebäude mit sofortiger Wirkung gestoppt ist. Das im November 2021 noch von der Vorgängerregierung für Ende Januar angekündigte Ende der Neubauförderung nach dem KfW-Effizienzstandard EH55 habe zu einem Ansturm auf die Förderung geführt, erklärte Habecks Wirtschaftsministerium zur Begründung. Die für die Förderprogramme zur Verfügung stehenden Mittel seien bereits ausgeschöpft.

Betroffen von dem Stopp sind indes auch das KfW-Förderprogramm für den höheren EH40-Standard und energetische Sanierungen von Gebäuden, was zuletzt zu deutlicher Kritik unter anderem von Verbraucherschützern geführt hatte.

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sprach sich für eine rasche Neuregelung aus: "Es muss jetzt zügig eine Regelung gefunden werden, dass Anträge wieder gestellt werden können", sagte sie dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. Der "Bild"-Zeitung sagte Geywitz, die Ampel-Regierung arbeite bereits an einem neuen Förderkonzept. Es werde "so schnell es geht Klarheit über Fördermöglichkeiten geben", kündigte sie an. "Wer so ein großes Projekt wie einen Hausbau angeht, braucht sichere Rahmenbedingungen."

Auch der Koalitionspartner FDP mahnte zur Eile. "Wir dürfen die Häuslebauer nicht im Regen stehen lassen", sagte der baupolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Föst, "Bild". Viele Menschen hätten ihr Eigenheim oder die Sanierungen "auf Kante" geplant. "Wenn die KfW-Mittel jetzt wegfallen, wird's für viele eng."

Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Oliver Krischer (Grüne) verwies auf die Verantwortung der Vorgängerregierung. "Dass jetzt viele der Antragsteller enttäuscht sind, ist absolut nachvollziehbar", sagte er der "Rheinischen Post". Das Förderprogramm sei aber viel zu klein dimensioniert gewesen und "praktisch alle Bauvorhaben" förderfähig.

Die Förderung von am Markt etablierten Standards könne allerdings "nicht Aufgabe des Bundeshaushalts sein", Steuergelder müssten dort eingesetzt werden, wo sie besonders effektiv wirkten, sagte Krischer der Zeitung weiter. Derzeit werde "mit Hochdruck" an Lösungen gearbeitet, damit die Förderung insbesondere für sehr energiesparende Bauprojekte "schnellstmöglich" wieder aufgenommen werden könne.

Auch der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stefan Wenzel, verteidigte den Stopp: "Jede Förderung braucht eine haushaltsrechtliche Grundlage." Die habe der vorherige Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nicht geschaffen, sagte er dem "Handelsblatt".

Aus den Reihen der Opposition riss aber auch am Mittwoch die Kritik an dem Förderstopp nicht ab. Die Ampel-Regierung erkenne "weder an, dass Häuslebauer verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit brauchen, noch räumen sie dem Eigentum irgendeinen Stellenwert ein", kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Ulrich Lange (CSU).

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kritisierte, Habeck habe mit einem Federstrich die Pläne vieler Menschen zunichte gemacht und damit viel Vertrauen verspielt. "Diese Entscheidung muss dringend korrigiert werden", sagte Wüst der "Rheinischen Post".

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Sebastian Münzenmaier, kritisierte, Bürgern und Institutionen, die lange an wichtigen Bauprojekten geplant und viel Geld in teure Energieberatung und Architektenleistungen investiert hätten, werde der Boden unter den Füßen weggezogen. "Planungsgrundlage für Wohneigentum war bislang auch das Vertrauen der Bauherren in den Bestand staatlicher Förderzusagen", erklärte er.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Partielle Mondfinsternis in Deutschland vielerorts von Wolken verdeckt

Die auch in Deutschland sichtbare partielle Mondfinsternis am frühen Freitagmorgen ist vielerorts von Wolken verdeckt worden. Vielerorts habe es Gewitter gegeben, sagte eine Sprecherin des Hauses der Astronomie in Heidelberg. Nur vereinzelt seien Bilder möglich gewesen. In den USA sei die Sicht auf die Mondfinsternis besser gewesen.

Für Frühaufsteher: Partielle Mondfinsternis auch in Deutschland zu beobachten

Frühaufsteher können am Freitagmorgen bei guten Wetterbedingungen auch in Deutschland eine partielle Mondfinsternis beobachten. Der deutlich sichtbare Teil der Finsternis beginnt nach Angaben des Max-Planck-Instituts für Astronomie und der Vereinigung der Sternfreunde in Heidelberg morgens um 04.33 Uhr mit dem Eintritt des Monds in den Kernschatten der Erde. Im weiteren Verlauf nähert er sich aber mehr und mehr dem Horizont, und die Morgendämmerung hellt den Himmel auf. Das erschwert den Blick auf den Mond.

Digitalstudie: KI weit verbreitet, Skepsis bleibt aber bei Finanzfragen

Mehr als die Hälfte der Deutschen verwendet bereits KI-Anwendungen. Zögerlich geht es allerdings bei der Verwendung von KI für Finanzfragen voran, wie am Donnerstag aus der aktuellen Digitalstudie der Postbank hervorging. Der generelle Anteil der Menschen, die KI-Tools nutzten, stieg demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um sechs Prozentpunkte an. 70 Prozent der Befragten lehnten einen KI-Einsatz etwa bei Überweisungen allerdings ab.

Schwarz Gruppe plant Rechenzentrum bei Rostock für bis zu 5,6 Milliarden Euro

Die Schwarz Gruppe plant ein großes Rechenzentrum bei Rostock: Das Unternehmen will bis 2033 bis zu 5,6 Milliarden Euro investieren, wie es am Donnerstag mitteilte. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) sagte bei der Präsentation des Projekts in Schwerin, damit mache das Land "endlich einen großen Schritt", das Thema erneuerbare Energien und Digitalisierung zu verbinden.

Textgröße ändern: