The National Times - Forscher: Nasa-Erkundungsfahrzeug nimmt Geräusche von Mini-Blitzen auf dem Mars auf

Forscher: Nasa-Erkundungsfahrzeug nimmt Geräusche von Mini-Blitzen auf dem Mars auf


Forscher: Nasa-Erkundungsfahrzeug nimmt Geräusche von Mini-Blitzen auf dem Mars auf
Forscher: Nasa-Erkundungsfahrzeug nimmt Geräusche von Mini-Blitzen auf dem Mars auf / Foto: © NASA/AFP/Archiv

Ein Roboter der US-Raumfahrtbehörde Nasa auf dem Mars hat nach Einschätzung von Wissenschaftlern erstmals Beweise für Blitze auf dem Roten Planeten gesammelt. Der Nasa-Rover "Perseverance", der den Mars seit 2021 erkundet, habe zufällig Geräusche dieser Blitze aufgenommen, heißt es in einem Beitrag, der diese Woche im Wissenschaftsmagazin "Nature" erschien. Die Frage, ob es im staubigen und wenig erforschten Mars-Klima überhaupt zu Blitzen kommen kann, beschäftigt die Wissenschaft seit Langem.

Textgröße ändern:

Die auf dem Roten Planeten entdeckten Blitze seien jedoch nicht mit den mächtigen, kilometerlangen Lichtbögen zu vergleichen, die es auf der Erde gibt, erläutern die Wissenschaftler in "Nature". Die aufgenommenen Geräusche ließen eher darauf schließen, dass es sich um Mini-Blitze handele, in etwa vergleichbar mit einem Mini-Stromschlag beim Anfassen einer Türklinke.

Diese Mini-Stromentladungen gebe es auf dem Mars überall und immer, sagte der Chefautor der "Nature"-Studie, Baptiste Chide, der Nachrichtenagentur AFP. Die Auslöser seien Staubkörner, die sich durch Reibung aufladen. Wenn diese Spannung sich entlade, entstünden die Geräusche, die von "Perseverance" aufgenommen wurden. Auch auf der Erde gebe es dieses Phänomen, aufgrund des sehr niedrigen Drucks und der anderen Zusammensetzung der Atmosphäre komme es auf dem Mars jedoch sehr viel früher zu einer elektrischen Entladung, sagte Chide weiter.

Das Phänomen wird seit dem Beginn der Marserkundungen theoretisch und im Labor erforscht. Die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) versuchte bereits mit einer Mission 2016, ihm auf die Spur zu kommen. Die Sonde "Schiaparelli" zerschellte jedoch beim Aufprall auf dem Mars.

Forscher erhoffen sich von der zufälligen Entdeckung jetzt Erkenntnisse über das mysteriöse staubige Klima auf dem Mars - unter anderem zum Methan in der Atmosphäre. Auch für künftige bemannte Mars-Missionen könnten Erkenntnisse zu den Mini-Blitzen eine Rolle spielen, sagte Chide, denn eventuell könnten die Anzüge von Astronauten dadurch beschädigt werden.

Der Physiker und Blitz-Experte Daniel Mitchard von der Universität Cardiff schrieb in "Nature", die Entdeckung biete "überzeugende Beweise für durch Staub erzeugte Entladungen". Da es bisher aber nur Geräusche und keine Bild-Aufzeichnungen als möglichen Beweis für die Mini-Blitze gebe, rechne er damit, dass die wissenschaftliche Debatte darüber "noch eine Weile andauert".

C.Bell--TNT

Empfohlen

Amazon investiert weitere Milliarden in KI-Unternehmen Anthropic

Der US-Konzern Amazon hat am Montag weitere Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) in das US-Unternehmen für künstliche Intelligenz (KI), Anthropic, bekanntgegeben. Amazon kündigte beim Erreichen bestimmter Leistungsziele weitere Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Dollar in Anthropic an. Anthropic verpflichtete sich derweil, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Technologie von Amazon Web Services (AWS) auszugeben.

GA-ASI schließt „Flight Into Known Icing“-Flugtests der MQ-9B ab

Weltweit führender RPA-Anbieter lässt MQ-9B für FIKI zertifizieren

Auf Schafsfarm in Patagonien: Forscherteam entdeckt neuen Langhalssaurier

Ein deutsch-argentinisches Forscherteam hat in Patagonien einen neuen Langhalssaurier entdeckt. Der Dinosaurier namens Bicharracosaurus dionidei aus der oberen Jurazeit lebte vor rund 155 Millionen Jahren, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns am Donnerstag in München mitteilte. Geborgen wurden Teile der Wirbelsäule mit mehr als 30 Hals-, Rücken- und Schwanzwirbeln, mehrere Rippen sowie ein Bruchstück des Beckenknochens.

Blattabdruck aus der Urzeit: Womöglich älteste Cannabispflanze der Welt

Die älteste Cannabispflanze der Welt stammt womöglich nicht aus China, sondern aus Sachsen-Anhalt. Zumindest wirft ein Sammlungsfund aus der Urzeit nach Angaben des Museums für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung in Berlin vom Freitag diese Frage auf. Forschende stießen in der Sammlung des Museums demnach auf ein "spektakuläres Pflanzenfossil".

Textgröße ändern: