
Wiedersehen mit Wagner: Bayern trotzen erneuten Unruhen

Der FC Bayern hat beim Wiedersehen mit Sandro Wagner ungeachtet aller erneuten Transfer-Unruhen seinen makellosen Saisonstart fortgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany gewann am Samstag ihr erstes Auswärtsspiel der neuen Bundesliga-Saison beim von Wagner trainierten FC Augsburg mit 3:2 (2:0), machte es in der Schlussphase aber unnötig spannend. Zwei Tage vor Schließung des Transferfensters rumort es derweil gewaltig hinter den Kulissen des Rekordmeisters.
Kurz vor Anpfiff war durchgesickert, dass der FC Chelsea aus dem geplanten Leihgeschäft mit Stürmer Nicolas Jackson aussteigen will. Für die Bayern wäre es ein erneuter Rückschlag in einem ohnehin schwierigen Transferfenster, doch immerhin sportlich läuft es in der Frühphase der Saison. Dank der Treffer von Serge Gnabry (28.), Luis Díaz (45.+4) und Michael Olise (48.) gehen die Bayern mit der perfekten Ausbeute von vier Siegen aus vier Pflichtspielen in die erste Länderspielpause der neuen Spielzeit. Kristijan Jakic (53.) und Mert Kömür (76.) brachten Augsburg nach der Pause unverhofft zurück ins Spiel, das Comeback gelang nicht mehr.
In Augsburg waren am Samstag zunächst alle Augen auf Wagner gerichtet. Doch das Heimspieldebüt des 37-Jährigen, noch dazu gegen den Verein, für den er in der Jugend und als Profi insgesamt 14 Jahre lang gespielt hatte, geriet aus Bayern-Sicht schnell zur Nebensache. Kurz vor Anpfiff berichteten mehrere englische Medien, dass Chelsea nach der Verletzung von Stürmer Liam Delap die mit den Bayern bereits beschlossene Leihe von Jackson platzen lässt.
"Transfers sind dann in trockenen Tüchern, wenn Unterschriften da sind", sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl daraufhin bei Sky. Jackson war zuvor bereits in München gelandet, um seinen Medizincheck zu absolvieren. Etwa 40 Kilometer Luftlinie weiter nördlich vergaben die Bayern gegen Augsburg schon in der Anfangsphase zwei Großchancen zur Führung.
Nach nur 22 Sekunden bekam zunächst Díaz den Ball aus einem Meter nicht im leeren Tor unter, Olise (3.) scheiterte kurz darauf am herbeieilenden FCA-Keeper Finn Dahmen. Nach dem verschlafenen Start wachten im Anschluss jedoch auch die Gastgeber auf - und trauten sich angetrieben vom unermüdlichen Wagner an der Seitenlinie auch immer wieder tief in die Münchner Hälfte.
In einer zerfahrenen Spielphase waren es dann aber doch die Münchner, die in Führung gingen. Harry Kane flankte in seinem 100. Pflichtspiel für die Bayern ins Strafraumzentrum, wo Gnabry per Kopf ins lange Eck traf. Die Bayern schienen die knappe Führung zunächst verwalten zu wollen, doch Díaz erhöhte für die Münchner kurz vor der Halbzeit.
Aus dieser kamen die Gäste ähnlich gut heraus. Olise ließ nach einem Steckpass von Kane zunächst Keven Schlotterbeck aussteigen und überwand dann Dahmen. Fortan verwalteten die Bayern nur noch. Der FCA gab sich jedoch weiterhin nicht auf, kam durch Jakic und Kömür nochmal zum Anschluss und drängte auf die Sensation.
A.M.Owen--TNT