The National Times - Mindestens neun Tote bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew

Mindestens neun Tote bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew


Mindestens neun Tote bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew
Mindestens neun Tote bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew / Foto: © AFP

Die russischen Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadt Kiew ukrainischen Angaben zufolge erneut massiv angegriffen. Bei den Angriffen auf fünf Regionen in Kiew in der Nacht zum Samstag seien mindestens neun Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden, teilte der staatliche ukrainische Rettungsdienst mit. Die Angriffe seien "mit ballistischen Raketen" erfolgt, teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram mit. US-Präsident Donald Trump äußerte sich derweil zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine.

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Kiews Bürgermeister Klitschko schrieb bei Telegram von "Explosionen in der Stadt". Die Bewohner forderte er auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, waren mehr als zehn Explosionen hintereinander zu hören. Die Wucht der Explosionen ließ demnach zahlreiche Autoalarmanlagen anspringen.

In dem Bezirk Darnytsky in der ukrainischen Hauptstadt wurden Behördenangaben zufolge bei den Angriffen sieben Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Mehrere Gebäude seien zudem beschädigt worden. In dem Bezirk Solomiansky wurden demnach zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt. Die Angriffe hätten zudem ein fünfstöckiges Wohnhaus beschädigt. Unter den Verletzten befanden sich den Behörden zufolge auch vier Kinder.

Anwohner berichteten von Verwüstung durch die russischen Angriffe. "Alles war zertrümmert, die Fenster, alles", sagte die 75-jährige Kateryna Krawtschenko AFP mit Blick auf ihre Wohnung. "Ich kann kaum stehen. Ich weiß nicht, wie ich das alles durchstehen soll." Die 46-jährige Oksana erklärte derweil, sie plane zu gehen. "Nach so etwas kann man hier nicht bleiben", sagte sie AFP. "Was garantiert mir, dass es nicht wieder passiert?"

Auf Telegram veröffentlichte Fotos des staatlichen Rettungsdienstes zeigten Feuerwehrleute, die Löscharbeiten an einen Gebäude vornahmen, bei dem es sich offenbar um ein Wohnhaus handelte. Andere Aufnahmen zeigten Rettungskräfte mit Taschenlampen, die Trümmer durchsuchten. Der Rettungsdienst erklärte, dass 105 Menschen aus den betroffenen Gebieten in Kiew gerettet worden seien.

Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte am Samstag, es habe einen "massiven Schlag" gegen Kiew ausgeführt. Dabei seien "Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes und Logistikzentren" anvisiert worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte schon am Mittwoch vor einem drohenden "massiven" russischen Angriff gewarnt. Er rief zudem die USA und weitere westliche Verbündete der Ukraine dazu auf, Patriot-Luftabwehrraketen zu liefern. Der ukrainische Verteidigungsminister Andrij Sybiha wiederholte diesen Aufruf nach der jüngsten Angriffswelle am Samstag. Die Ukraine benötige "dringend zusätzliche Luft- und Raketenabwehrsysteme sowie Abfangraketen", erklärte er.

Kiew benötigt die Patriots zur Abwehr von russischen Angriffen mit ballistischen Raketen. Der Ukraine mangelt es sowohl an Patriot-Systemen als auch an Abfangraketen. Am Dienstag hatte Selenskyj in Washington mit US-Präsident Trump über das Patriot-Abwehrsystem gesprochen.

Trump äußerte sich zuletzt allerdings erneut zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine. Die USA müssten dabei "sehr vorsichtig" sein, sagte Trump am Freitag bei einer Kabinettssitzung in der Präsidentenresidenz Camp David. "Diese Waffen sind unglaublich. Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen", sagte Trump auf die Frage nach einer möglichen Produktion der Raketen in der Ukraine.

Fast viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine gibt es weiterhin keine konkreten Aussichten auf ein Ende des Krieges. Die von den USA vermittelten Verhandlungen über eine Beendigung der Kämpfe liegen derzeit auf Eis.

Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit Luftangriffen. Die Ukraine reagiert mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet. Mit den Angriffen will Kiew die russische Energie- und Militär-Infrastruktur treffen und Moskau an den Verhandlungstisch zwingen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Samstag mit, seine Luftverteidigungssysteme hätten in der Nacht 274 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört.

L.A.Adams--TNT

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