The National Times - Dorf stimmt für Abspaltung vom Vereinigten Königreich - Protest gegen Asylbewerberunterkunft

Dorf stimmt für Abspaltung vom Vereinigten Königreich - Protest gegen Asylbewerberunterkunft


Dorf stimmt für Abspaltung vom Vereinigten Königreich - Protest gegen Asylbewerberunterkunft
Dorf stimmt für Abspaltung vom Vereinigten Königreich - Protest gegen Asylbewerberunterkunft / Foto: © AFP

Aus Protest gegen eine geplante Asylbewerberunterkunft und die Migrationspolitik der britischen Regierung hat ein englisches Dorf symbolisch für die Abspaltung vom Vereinigten Königreich gestimmt. Nach Angaben des Gemeinderats vom Mittwoch stimmten 285 von 312 Wählern in Piddington für den Schritt. Das Dorf hat rund 350 Einwohner. Auf einem nahegelegenen früheren Militärgelände sollen mehr als 1200 alleinstehende männliche Migranten untergebracht werden.

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Der Gemeinderatsvorsitzende Tim McNally sagte, das Dorf werde nach der erfolgten symbolischen Abstimmung "Fürstentum Piddington" heißen. Auf dem vorgelegten Zettel hatte gestanden: "Ich unterstütze, dass Piddington versucht, sich vom Vereinigten Königreich zu lösen und sein Recht auf Selbstbestimmung wahrzunehmen."

McNally warf der Regierung von Premierminister Andy Burnham vor, die Pläne für die Asylbewerberunterkunft "im Eiltempo" durchbringen zu wollen. Dem Sender Sky News sagte er: "Für uns geht es um die Verhältnismäßigkeit." Es stelle sich die Frage, wie das Dorf die vergleichsweise große Zahl an Asylbewerbern integrieren solle. 1250 Migranten wären etwa das Dreieinhalbfache der Zahl der Einwohner von Piddington.

Schon im Sommer habe es Proteste gegeben, auf einen offenen Brief von 133 Einwohnerinnen habe die Regierung nicht reagiert, sagte McNally. Der Vorsitzende des Rats der Grafschaft Oxfordshire, Tim Bearder, warnte in der BBC vor Rechtsextremen, die in dem Dorf Proteste abhalten könnten und womöglich Asylbewerber angreifen würden.

Die 17-jährige Schülerin Dita Jackson aus Piddington sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Ich habe mein ganzes Leben lang hier gelebt. Ich werde mich nicht mehr sicher fühlen, wenn ich unterwegs bin." Der 63-jährige Ian Darby sagte: "Wir haben ein Gemeindehaus, eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert und einen Sportplatz - und das war’s." Er frage sich, wie die Migranten ihre Zeit verbringen würden, sagte er, und warnte vor einer "Übernahme unseres Dorfes".

Premierminister Burnham sagte zu, sich "die von der Gemeinde und im Referendum aufgeworfenen Fragen anzusehen". Allerdings unterstütze die "große Mehrheit" der Briten die Regierungspläne, keine Asylbewerber mehr etwa in Hotels unterzubringen. Es sei "gerecht", Aufnahmeeinrichtungen im ganzen Land zu verteilen, argumentierte Burnham.

Kulturministerin Lisa Nandy sagte der BBC, ein ehemaliger Militärstützpunkt wie nahe Piddington sei "eine bessere Option für die Unterbringung von Asylsuchenden" als Hotels oder angemietete Unterkünfte. Die Einrichtung werde wie geplant in Betrieb gehen. Nach Regierungsangaben soll sie mindestens zehn Jahre genutzt werden. Die Sicherheit der Migranten und der Menschen vor Ort seien "von größter Wichtigkeit".

Zuletzt hatte es in Großbritannien wiederholt Proteste gegen die Unterbringung von Migranten etwa in Hotels gegeben. Die sozialdemokratische Labour-Partei, die seit Juli 2024 in Regierungsverantwortung ist, hat angekündigt, den Kurs der konservativen Vorgängerregierung weiterzuführen und bis 2029 die Nutzung von Hotels für die Unterbringung von Asylbewerbern aufzugeben und Migranten stattdessen in früheren Gebäuden der Armee unterzubringen.

F.Morgan--TNT

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