The National Times - Nach Gewalt bei prokurdischen Protesten: Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen

Nach Gewalt bei prokurdischen Protesten: Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen


Nach Gewalt bei prokurdischen Protesten: Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen
Nach Gewalt bei prokurdischen Protesten: Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen / Foto: © AFP/Archiv

Rund ein halbes Jahr nach Ausschreitungen bei einer prokurdischen Demonstration in Dortmund haben Ermittler sieben Wohnungen durchsucht. Die Polizei identifizierte im Zusammenhang mit den Vorfällen bislang 19 Tatverdächtige, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in der nordrhein-westfälischen Stadt mitteilten. Ermittelt wird wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs. Bei den Ausschreitungen am 20. Januar hatten Protestierende in Dortmund unter anderem ein syrisches Restaurant angegriffen.

Textgröße ändern:

Die Proteste standen im Zusammenhang mit der damaligen Lage in Syrien und einem Konflikt zwischen kurdischen Kräften und der syrischen Armee. Auch in anderen deutschen Städten gab es teils heftige Auseinandersetzungen mit Polizei und Passanten.

Insgesamt leiteten die Behörden in Dortmund 30 Strafverfahren ein. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch in Dortmund, Bochum, Lünen, Werdohl und Datteln beschlagnahmten die Einsatzkräfte unter anderem Datenträger und Kleidungsstücke. Sechs Tatverdächtige konnten an den Anschriften angetroffen werden. Festnahmen gab es nicht.

Laut früheren Angaben waren bei den Ausschreitungen in der Dortmunder Innenstadt mehrere Imbisse angegriffen und Einsatzkräfte mit Böllern sowie Steinen attackiert worden. Etwa 4000 Menschen hatten sich damals in der Stadt versammelt. Die Dortmunder Polizei sprach von "massiven Ausschreitungen".

Die Demonstrationen in mehreren deutschen Städten waren Solidaritätsbekundungen mit den Kurden in Syrien. Dort hatte die syrische Armee Vertreibungen der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) aus kurdisch dominierten Gebieten wie etwa Aleppo begonnen und war in die kurdischen Gebiete im Nordosten Syriens vorgedrungen. Beide Seiten einigten sich später auf ein Abkommen zur schrittweisen Eingliederung der SDF in die syrischen Streit- und Sicherheitskräfte.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Bundesverwaltungsgericht verhandelt über Arbeitsbelastung von Schulleiter

Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geht es am Donnerstag (11.30 Uhr) um die Arbeitszeit von Lehrkräften. Es klagt der frühere Leiter einer Grundschule in Niedersachsen. Er gibt an, dass er deutlich mehr gearbeitet habe als die für Beamte geltende Durchschnittszeit von 40 Stunden pro Woche. Dafür fordert er einen finanziellen Ausgleich. (Az. 2 C 19.25)

Frankreichs Präsident Macron trifft libanesischen Präsidenten und jordanischen König

Der französische Präsident Emmanuel Macron empfängt am Donnerstag (ab 08.30 Uhr) seinen libanesischen Amtskollegen Joseph Aoun und den jordanischen König Abdullah II. Nach Einzelgesprächen wollen die drei Staatschefs gemeinsam eine hochrangige Tagung von Militärexperten eröffnen, bei der es um die Unterstützung der libanesischen Streitkräfte geht, wie das französische Präsidialamt mitteilte.

Kanadas Premier Carney hält Rede im EU-Parlament

Vor dem Hintergrund einer stärkeren Annäherung zwischen Kanada und der EU hält der kanadische Premierminister Mark Carney am Donnerstag eine Rede im EU-Parlament in Straßburg (11.30 Uhr MESZ). Es wird erwartet, dass Carney den Abgeordneten seine Idee einer "einzigartigen Allianz" zwischen seinem Land und der Europäischen Union erläutert.

Nach Kopf-an-Kopf-Rennen: Ergebnis der Parlamentswahl in Schweden wird erwartet

Vier Tage nach der Parlamentswahl in Schweden soll das mit Spannung erwartete offizielle Ergebnis des Urnengangs bekanntgegeben werden. In bisherigen Auszählungen hatte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen einem möglichen linksgerichteten Bündnis bisheriger Oppositionsparteien und der konservativen Regierungskoalition von Ministerpräsident Ulf Kristersson gegeben. Grund für das lange Warten auf das Endergebnis waren nach Angaben der Wahlkommission unter anderem zunächst nicht ausgezählte Stimmen der im Ausland lebenden Schweden sowie von Briefwählern.

Textgröße ändern: