The National Times - Nato fordert "dringende" IAEA-Inspektion des Akw Saporischschja

Nato fordert "dringende" IAEA-Inspektion des Akw Saporischschja


Nato fordert "dringende" IAEA-Inspektion des Akw Saporischschja
Nato fordert "dringende" IAEA-Inspektion des Akw Saporischschja / Foto: © AFP

Im Konflikt um das von Russland kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja dringt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf eine Inspektion der Anlage durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Die russische Besetzung sei "eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit dieser Anlage", sagte Stoltenberg am Mittwoch vor Journalisten in Brüssel und fügte hinzu, dass sich dadurch "das Risiko eines nuklearen Unfalls oder Zwischenfalls" erhöhe.

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"Es ist dringend notwendig, eine IAEA-Inspektion zu ermöglichen und den Abzug aller russischen Streitkräfte zu erreichen", erklärte Stoltenberg. Die russische Kontrolle über die Anlage in Saporischschja "gefährdet die Menschen in der Ukraine, in den Nachbarländern und die internationale Gemeinschaft", sagte er weiter. In der vergangenen Woche hatte der Chef der IAEA, Rafael Grossi, in einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats sofortigen Zugang zu der Anlage gefordert.

Das im Süden der Ukraine gelegene Atomkraftwerk verfügt über sechs der insgesamt 15 ukrainischen Atomreaktoren. Die russische Armee hält das Atomkraftwerk seit März besetzt, seit Ende Juli wurde es wiederholt beschossen. Kiew und Moskau machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Diese weckten Befürchtungen, dass es zu einer atomaren Katastrophe am größten Atomkraftwerk Europas kommen könnte.

Auf einen solchen Unfall bereiteten sich am Mittwoch Dutzende ukrainische Rettungskräfte bei einem speziellen Erste-Hilfe-Training vor, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP. In der Stadt Saporischschja, die etwa 50 Kilometer Luftlinie vom Atomkraftwerk entfernt liegt, übten sie in Schutzkleidung mit Strahlungsmessgeräten und Gasmasken die Evakuierung von Verletzten und die Reinigung kontaminierter Fahrzeuge.

Nach den Worten des ukrainischen Innenministers Denys Monastyrsky, der an den Übungen teilnahm, muss sich das Land auf "alle möglichen Szenarien" im Atomkraftwerk Saporischschja vorbereiten. "Niemand konnte vorhersehen, dass die russischen Truppen mit Panzern auf Atomreaktoren schießen würden", sagte Monastyrsky und bezeichnete Russland als "Terrorstaat".

Nach Angaben des Chef des staatlichen ukrainischen Atomkraftwerksbetreibers Energoatom, Petro Kotin, befinden sich bis zu 500 russische Soldaten sowie etwa 50 Militärfahrzeuge wie Panzer auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja. Die Ukraine beschuldigt Moskau seit Wochen, schwere Waffen in der Anlage zu positionieren und es als Basis für Angriffe auf ukrainische Stellungen zu nutzen.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg erhob am Mittwoch ähnliche Vorwürfe: Russische Truppen würden jetzt das Gelände um das Atomkraftwerk als Aufmarschgebiet nutzen, "als Plattform, um Artillerieangriffe auf ukrainische Truppen zu starten", erklärte er und fügte hinzu: "Das ist rücksichtslos, es ist unverantwortlich."

C.Bell--TNT

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