The National Times - Reise nach Rabat: Wadephul wirbt für Ausbau der Beziehungen zu Marokko

Reise nach Rabat: Wadephul wirbt für Ausbau der Beziehungen zu Marokko


Reise nach Rabat: Wadephul wirbt für Ausbau der Beziehungen zu Marokko
Reise nach Rabat: Wadephul wirbt für Ausbau der Beziehungen zu Marokko / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wirbt für einen Ausbau der Beziehungen zu Marokko. "Als wichtige Brücke zwischen dem europäischen und dem afrikanischen Kontinent ist Marokko für Deutschland ein Schlüsselpartner", sagte Wadephul am Mittwoch vor seinem Abflug zu einem zweitägigen Besuch in dem nordafrikanischen Land.

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"Gerade bei unseren Wirtschaftsbeziehungen gibt es noch weiteres Wachstumspotenzial: mit Blick auf erneuerbare Energien, bei kritischen Rohstoffen oder beim Thema Wasserstoff", sagte der Minister. "Marokkanische Fachkräfte sind zudem etwa im deutschen Gesundheits- und Pflegewesen eine wertvolle Stütze."

In der marokkanischen Hauptstadt nimmt Wadephul am Mittwoch an einem Empfang anlässlich des 70. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Marokko teil. Für Donnerstag ist unter anderem ein Treffen mit seinem marokkanischen Kollegen Nasser Bourita im Rahmen des strategischen Dialogs beider Länder geplant. Begleitet wird Wadephul von einer Wirtschaftsdelegation.

Der Maghreb-Staat ist nach Südafrika der zweitgrößte Handelspartner Deutschlands in Afrika. Im vergangenen Jahr exportierte Deutschland Waren im Wert von 3,9 Milliarden Euro nach Marokko, die Importe beliefen sich auf über 3,4 Milliarden Euro. Rund 300 deutsche Firmen sind in Marokko vertreten.

Für Deutschland ist das nordafrikanische Königreich wegen seiner politischen Stabilität in der von zahlreichen Konflikten geprägten Region ein wichtiger Partner. Deutschland und Marokko hatten im Februar 2022 einen Neustart ihrer Beziehungen vereinbart, nachdem es zuvor zu Differenzen gekommen war - insbesondere hinsichtlich des Status der von Marokko beanspruchten Westsahara.

"Gerade in Zeiten von Unsicherheit und geopolitischen Spannungen sind es Partner wie Marokko, mit denen wir unseren Austausch festigen und intensivieren wollen", kündigte Wadephul an.

Er verwies unter anderem auf das Engagement Marokkos im Rahmen des Friedensplans für den Gazastreifen. Rabat hatte im Februar als erster arabischer Staat die Entsendung von Polizeikräften und Soldaten für eine Stabilisierungstruppe im Gazastreifen zugesagt. "Das zeigt seine stabilisierende Rolle in der Region, die wir hoch schätzen und auf die wir zählen", sagte Wadephul.

"Mit Marokko teilen wir auch das Ziel einer Stabilisierung der Sahel-Region, um dort Krisen- und Fluchtursachen einzudämmen", fügte der Minister an. Kritisch ist derzeit insbesondere die Lage in Mali, wo Dschihadisten und Tuareg-Rebellen am Wochenende eine Offensive gegen die von Russland unterstützte Militärregierung gestartet hatten.

Marokko ist für viele afrikanische Migranten ein Transitland auf dem Weg nach Europa. Anfang 2024 vereinbarte die Bundesregierung ein Migrationsabkommen mit Marokko, das darauf abzielt, die irreguläre Migration zu reduzieren und die Arbeitsmigration zu stärken.

An Marokkos Mittelmeerküste liegen die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta. Sie bilden die einzige Landgrenze der EU mit Afrika und sind deshalb regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen.

Marokko steht seit Kurzem auf einer EU-Liste sogenannter sicherer Herkunftsländer, die ab Sommer für alle Mitgliedstaaten gilt. Damit sollen Asylanträge von Menschen aus dem nordafrikanischen Land künftig in einem beschleunigten Verfahren oder einem Verfahren an der Grenze bearbeitet werden.

Nichtregierungsorganisationen prangern immer wieder die Menschenrechtslage in Marokko an. In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen belegte Marokko 2025 Platz 120 von 180 Staaten.

2030 ist Marokko zusammen mit Spanien und Portugal Hauptausrichter der Fußball-WM.

S.Cooper--TNT

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