The National Times - Aktuelle Stunde zu Linken-Parteitag - Linke bezeichnet Debatte als "lächerlich"

Aktuelle Stunde zu Linken-Parteitag - Linke bezeichnet Debatte als "lächerlich"


Aktuelle Stunde zu Linken-Parteitag - Linke bezeichnet Debatte als "lächerlich"
Aktuelle Stunde zu Linken-Parteitag - Linke bezeichnet Debatte als "lächerlich" / Foto: © AFP/Archiv

Zu den umstrittenen Äußerungen des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano zur CDU soll noch in dieser Woche eine Aktuelle Stunde im Bundestag stattfinden. Darauf einigten sich Union und SPD, wie Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) am Dienstag sagte. Pantisanos Aussagen seien "inakzeptabel" und seine Entschuldigung dafür "nicht wirklich glaubwürdig". Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek bezeichnete die Debatte als "lächerlich" und zog zugleich eine deutliche Grenze zwischen CDU und AfD.

Textgröße ändern:

Pantisano hatte am Wochenende der "Bild"-Zeitung gesagt, es gebe "gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst". Am Montag entschuldigte er sich für diese Äußerung. Seine Aussage sei "verkürzt und in dieser Form falsch" gewesen.

Reichinnek sagte dazu am Dienstag in Berlin, sie halte Pantisanos Richtigstellung und Entschuldigung für "richtig" und damit habe er alles gesagt. Wie die Linke mit der Aktuellen Stunde umgehe, werde noch beraten. "Ich finde das ehrlich lächerlich bei den ganzen Fragen, die sich hier gerade stellen."

Reichinnek betonte, es sei ebenso Teil linker Politik, klarzumachen, "wo wir Probleme mit der Unionspolitik haben". Sie zog aber eine klare Linie: "Die CDU ist eine demokratische Partei und die AfD ist eine Partei, die diese Demokratie zerstören will und ich finde damit ist der Unterschied sehr sehr deutlich."

Die Aktuelle Stunde dürfte sich auch grundsätzlich mit dem Linken-Parteitag beschäftigen, der am vergangenen Wochenende stattgefunden hatte. Bilger bezeichnete einiges, was passiert sei, als "erschreckend", etwa wie dort über Unternehmer, Vermieter und Politiker anderer Parteien aus der demokratischen Mitte gesprochen worden sei. Es habe sich gezeigt, dass "da wirklich ein Konflikt schwelt zwischen sehr vielen neuen aktivistischen Mitgliedern" und anderen Delegierten.

Fraktionschef Sören Pellmann wandte sich gegen den an die Linke gerichteten Vorwurf des Antisemitismus. Wer das tue, solle "noch einmal sehr genau in die Beschlusslage dieses Parteitages vom Wochenende hineinschauen, wo wir uns sehr klar von jeder Form des Antisemitismus abgrenzen und auch ganz klar Kante zeigen".

Der CDU-Politiker Bilger sieht sich unterdessen durch den Parteitag in seiner Haltung bestätigt, an dem Unvereinbarkeitsbeschluss seiner Partei zur Linkspartei festzuhalten. Auch mit Blick auf die Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt bleibe für die CDU klar, "dass es eben keine Zusammenarbeit in Form von Koalitionen oder Ähnlichem geben kann". Auch der amtierende CDU-Ministerpräsident Sven Schulze sage sehr deutlich, dass seiner Landesregierung weder Minister der AfD noch der Linkspartei angehören würden.

In den jüngsten Umfragen zu der Wahl am 6. September in Sachsen-Anhalt steht die AfD derzeit mit über 40 Prozent auf Platz eins, weit vor der CDU mit 24 bis 26 Prozent. In der jüngsten Vergangenheit war über eine mögliche Regierungsbeteiligung oder Kooperation der Linken diskutiert worden, um eine AfD-Regierungsbeteiligung zu verhindern.

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Staatsbesuch: Trump will Xi persönlich am Flughafen empfangen

Beim Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA will US-Präsident Donald Trump dem Gast eine besondere Ehre zuteil werden lassen. Trump wolle Xi nächste Woche persönlich am Flughafen empfangen, sagte ein US-Regierungsmitarbeiter am Donnerstag.

AFP-Fotos scheinen Trump mit Darstellung von Abriss des Kennedy Centers zu zeigen

Plant US-Präsident Donald Trump den Abriss des renommierten Kulturzentrums Kennedy Center in Washington? Fotos der Nachrichtenagentur AFP scheinen dies zu belegen. Auf den Bildern des Fotografen Brendan Smialowski ist Trump durch das Fenster der Präsidentenmaschine Air Force One mit einem Ausdruck zu sehen, über dem in roten Buchstaben zu lesen ist "Kennedy Center Demolish" (etwa: Abriss des Kennedy Centers).

Oppositionelles Mitte-Links-Lager gewinnt Parlamentswahl in Schweden

Wahlsieg für die Opposition in Schweden: Bei der Parlamentswahl hat das Mitte-Links-Lager mit hauchdünnem Vorsprung einen Sieg errungen. Der Parteienblock um die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Magdalena Andersson kam laut dem am Donnerstag veröffentlichen offiziellen Endergebnis auf 176 Sitze im Parlament. Auf das konservative Regierungsbündnis des bisherigen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson entfielen demnach laut 173 Sitze. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten mussten erstmals seit ihrem Einzug ins Parlament im Jahr 2010 erhebliche Einbußen hinnehmen.

Erdogan will 2028 erneut antreten und setzt auf vorgezogene Wahl

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will 2028 erneut kandidieren - und setzt zur Umgehung der Verfassung offenbar auf eine vorgezogene Präsidentenwahl. "Wenn 360 Abgeordnete einen Beschluss zum Ansetzen von Neuwahlen unterstützen, werden diese am 16. April 2028 stattfinden", sagte Erdogans Rechtsberater Mehmet Ucum am Donnerstag nach Angaben des Sender NTV und der Zeitung "Cumhuriyet".

Textgröße ändern: