The National Times - Ukrainer auf deutschem Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich bezahlt

Ukrainer auf deutschem Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich bezahlt


Ukrainer auf deutschem Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich bezahlt
Ukrainer auf deutschem Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich bezahlt / Foto: © AFP/Archiv

Viele Geflüchtete aus der Ukraine haben inzwischen einen Arbeitsplatz in Deutschland gefunden - überdurchschnittlich viele von ihnen sind aber im Niedriglohnbereich beschäftigt. Fast die Hälfte der vollzeitbeschäftigten Ukrainerinnen und Ukrainer (49,8 Prozent) bekamen 2025 nur ein Gehalt im Niedriglohnbereich: Dies geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, die AFP am Mittwoch vorlag. Im Durchschnitt aller ausländischen Beschäftigten lag die Quote der Niedriglohn-Beziehenden bei 30,5 Prozent, bei deutschen Beschäftigten waren es 12,5 Prozent.

Textgröße ändern:

Auch jene ukrainischen Vollzeitbeschäftigten, die als Fachkraft tätig waren, erhielten den Zahlen zufolge ein unterdurchschnittliches Gehalt. Rund 65 Prozent der ukrainischen Vollzeit-Fachkräfte bekamen demnach ein monatliches Bruttogehalt, das unter dem mittleren Gehalt von deutschen Vollzeitbeschäftigten lag, die einer Helfertätigkeit nachgingen. Bei allen ausländischen Fachkräften traf dies auf rund 43 Prozent zu, bei deutschen Fachkräften auf 25 Prozent.

Den Zahlen des Ministeriums zufolge waren im Juni 2025 rund 285.500 Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon arbeiteten etwa 182.100 in Vollzeit und rund 103.400 in Teilzeit.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete René Springer, der die Anfrage beim Bundesarbeitsministerium gestellt hatte, wies auf Missstände hin: "Die Beschäftigungsquote von Ukrainern ist zu niedrig, viele arbeiten im Niedriglohnbereich", erklärte Springer. "Das führt schon heute zu einer Abhängigkeit von aufstockenden Leistungen - und morgen zwangsläufig in die Altersarmut."

Die Beschäftigungssituation der Ukrainerinnen und Ukrainer hat auch Auswirkungen auf die Rentenversicherung. Bei ihnen lag den Zahlen zufolge das durchschnittliche Alter bei Entrichtung des ersten Rentenbeitrags bei rund 40 Jahren - und damit über dem entsprechenden Durchschnittsalter aller Beschäftigten aus dem Ausland. Diese zahlen im Schnitt mit 29 Jahren erstmals in die Rentenkasse ein.

2024 erreichten den Zahlen zufolge etwa neun von zehn ukrainischen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland kein Gehaltsniveau, das ihnen für die Zukunft eine Rente ohne Grundrentenzuschlag nach 25 Beitragsjahren garantieren würde.

Der AfD-Abgeordnete Springer warnte vor Folgen für die Sozialsysteme. "Wer dauerhaft wenig einzahlt und perspektivisch auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, belastet unsere Sozialsysteme langfristig erheblich", erklärte er.

D.Kelly--TNT

Empfohlen

Ungarn: Wahlsieger Magyar fordert Orban-nahen Präsidenten zum Rücktritt auf

Nach seinem deutlichen Sieg bei der Parlamentswahl in Ungarn hat der künftige Regierungschef Peter Magyar Staatspräsident Tamas Sulyok zum Rücktritt aufgefordert. Er habe dem Vertrauten von Ministerpräsident Viktor Orban gesagt, dass er "unwürdig ist, die Einheit der Nation zu verkörpern", sagte Magyar nach einem Treffen mit Sulyok am Mittwoch. Unerwartetes Lob bekam Magyar unterdessen von US-Präsident Donald Trump, der im Wahlkampf massiv Orban unterstützt hatte.

Trump stellt baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht

US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt. Der Krieg sei "fast vorüber", sagte Trump dem Sender Fox Business laut am Dienstag (Ortszeit) vorab veröffentlichten Interviewauszügen. Zuvor hatte der US-Präsident eine Fortsetzung der Verhandlungen über eine Friedenslösung noch in dieser Woche angedeutet. Der Iran drohte derweil damit, nach der Straße von Hormus auch das Rote Meer für die Schifffahrt zu blockieren.

Trotz Libanon-Gesprächen in den USA: Angriffe zwischen Israel und Hisbollah fortgesetzt

Nach den ersten direkten Gesprächen zwischen Vertretern Israels und des Libanon seit Jahrzehnten sind die gegenseitigen Angriffe zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz unvermindert weitergegangen. Israel beschoss am Mittwoch eine Reihe von Zielen im Südlibanon. Die pro-iranische Hisbollah feuerte ihrerseits zahlreiche Raketen auf den Norden Israels ab.

Gericht: In Nordrhein-Westfalen dürfen aktuell keine Abschleppkosten erhoben werden

In Nordrhein-Westfalen dürfen nach einer Entscheidung des Kölner Verwaltungsgerichts aktuell keine Abschleppkosten berechnet werden. Die Gebühren seien wegen eines Fehlers seit 2024 rechtswidrig, erklärte das Gericht am Mittwoch. Die Landesregierung habe eine neue Gebührenverordnung zu früh erlassen - der Landtag habe erst vier Monate später den Weg dafür frei gemacht.

Textgröße ändern: