The National Times - Einkommensteuerreform: SPD plädiert für höhere Schwelle beim Spitzensteuersatz

Einkommensteuerreform: SPD plädiert für höhere Schwelle beim Spitzensteuersatz


Einkommensteuerreform: SPD plädiert für höhere Schwelle beim Spitzensteuersatz
Einkommensteuerreform: SPD plädiert für höhere Schwelle beim Spitzensteuersatz / Foto: © AFP

Bei der Reform der Einkommensteuer haben sich Union und SPD beim Spitzensteuersatz aufeinander zubewegt. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf befürwortete in der "Augsburger Allgemeinen" vom Montagausgabe den Vorschlag seines CDU-Kollegen Carsten Linnemann, die Schwelle für den Spitzensteuersatz anzuheben. "Ich teile die Auffassung, dass wir hier zurzeit ein Gerechtigkeitsproblem haben, wo bei guten Tariflöhnen durch die Kombination aus Steuern und Sozialabgaben zu wenig im Geldbeutel der Menschen landet", Klüssendorf. Da wolle auch die SPD für spürbare Entlastungen sorgen.

Textgröße ändern:

CDU, SPD und CSU hatten die Steuerentlastungen zur Mitte der Legislaturperiode - also bis 2027 - in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Linnemann hatte sich Mitte Februar dafür ausgesprochen, dass der Spitzensteuersatz nicht schon bei 68.000 Euro Jahresbrutto greift, sondern erst bei 80.000 Euro.

"In jedem Falle darf der Spitzensteuersatz nicht mehr schon ab ca. 70.000 Euro greifen, sondern deutlich später", sagte Klüssendorf. "Die Frage ist, ob man im Gegenzug die dann später greifenden Steuersätze anhebt oder möglicherweise eine weitere, spätere Stufe in der Einkommensteuer einführt, um die Entlastungen in der Mitte zu finanzieren."

Momentan liege der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent, dann die 45 Prozent als Reichensteuersatz bei über 270.000 Euro Jahreseinkommen – "und dann ist die Treppe plötzlich zu Ende: Jeder zusätzliche Euro wird immer mit 45 Prozent besteuert". Hier könne man sicher über eine weitere Stufe nachdenken. "Wir werden dazu in diesem Jahr einen ausgewogenen Vorschlag machen."

"Was aber nicht geht, ist, dass im Zuge einer Reform vor allem die noch viel höheren Einkommen dann in Wahrheit die größte Entlastung bekommen", betonte Klüssendorf. Es brauche eine Lösung, in der der mittlere Einkommensbereich bis hin zu 80.000 oder vielleicht 90.000 Euro Jahreseinkommen spürbar entlastet werde – darüber könnten die starken Schultern aber mehr tragen.

Eine Option sei außerdem, den Grundfreibetrag zu erhöhen, "wobei auch da die höheren Einkommen profitieren", sagte Klüssendorf. Eine sinnvolle Reform könne es ohnehin nur zusammen mit einer Neuordnung der Erbschaftsteuer geben.

N.Johns--TNT

Empfohlen

Firmen sollen mehr Zeit für Zahlung von 1000-Euro-Prämie bekommen

Unternehmen sollen länger Zeit bekommen, um ihren Beschäftigten die von der Koalition beschlossene 1000-Euro-Entlastungsprämie auszuzahlen. Der Zeitraum der Prämie soll bis zum 30. Juni 2027 ausgeweitet werden, wie aus dem entsprechenden Gesetzesentwurf hervorgeht, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Er soll am Mittwoch ins Bundeskabinett eingebracht werden. Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) hatte zuvor angekündigt, dass den Arbeitgebern "mehr Flexibilität" eingeräumt werden solle.

Einen Tag vor Auslaufen der Waffenruhe im Iran-Krieg Zweifel an neuen Verhandlungen

Einen Tag vor Auslaufen des zweiwöchigen Waffenruheabkommens zwischen den USA und dem Iran wachsen Zweifel an neuen Verhandlungen über ein endgültiges Ende der Kämpfe. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Dienstag, "weder eine Haupt- noch eine Nebendelegation" seien bislang ins Verhandlungsland Pakistan aufgebrochen. Beide Seiten überzogen sich zudem erneut mit Drohungen. US-Präsident Donald Trump erklärte, ohne neue Verhandlungen werde die Feuerpause "Mittwochabend, US-amerikanische Zeit" enden.

EU-Kommissar: EU will verstärkt Kerosin aus den USA kaufen

Angesichts von Warnungen vor Engpässen hat EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas eine verstärkte Beschaffung von Kerosin aus den USA ins Spiel gebracht. "Wir arbeiten daran, eine alternative Versorgung Europas mit Flugkraftstoff zu sichern, etwa mit Treibstoff vom Typ A aus den USA", sagte Tzitzikostas nach einer Videokonferenz der EU-Verkehrsminister am Dienstag. Die Kommission will am Mittwoch ein Paket für Wege aus der Energiekrise vorlegen.

KI auf Vormarsch: Presse und Rundfunk fordern bessere Rahmenbedingungen

Angesichts des Vordringens der Künstlichen Intelligenz (KI) haben Vertreter von Presse und Rundfunk in Deutschland eine bessere Regulierung für die Medienlandschaft gefordert. "Medien drohen zu reinen Daten- und Inputlieferanten für KI-Systeme zu werden und journalistische Inhalte durch KI-generierte Zusammenfassungen ersetzt zu werden", erklärten die Sendeanstalten ARD und ZDF sowie Verbände von Zeitungsverlagen, digitalen Medienhäusern sowie des privaten Rundfunks am Dienstag. Dies sei "nicht hinnehmbar".

Textgröße ändern: