The National Times - Firmen sollen mehr Zeit für Zahlung von 1000-Euro-Prämie bekommen

Firmen sollen mehr Zeit für Zahlung von 1000-Euro-Prämie bekommen


Firmen sollen mehr Zeit für Zahlung von 1000-Euro-Prämie bekommen
Firmen sollen mehr Zeit für Zahlung von 1000-Euro-Prämie bekommen / Foto: © AFP/Archiv

Unternehmen sollen länger Zeit bekommen, um ihren Beschäftigten die von der Koalition beschlossene 1000-Euro-Entlastungsprämie auszuzahlen. Der Zeitraum der Prämie soll bis zum 30. Juni 2027 ausgeweitet werden, wie aus dem entsprechenden Gesetzesentwurf hervorgeht, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Er soll am Mittwoch ins Bundeskabinett eingebracht werden. Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) hatte zuvor angekündigt, dass den Arbeitgebern "mehr Flexibilität" eingeräumt werden solle.

Textgröße ändern:

Durch die Entlastungsprämie bis Mitte 2027 entstehen dem Staat dem Gesetzesentwurf zufolge Steuermindereinnahmen von 2,8 Milliarden Euro. Davon entfallen 1,1 Milliarden Euro auf den Bund, die übrigen Steuern dürften also Ländern und Kommunen entgehen. Bundestag und Bundesrat müssen dem Vorhaben noch zustimmen.

Ursprünglich sollte zur Gegenfinanzierung der Entlastungsprämie die Tabaksteuer erhöht werden. Nach der zeitlichen Ausweitung bis ins kommende Jahr dürfte die Tabaksteuererhöhung laut Bilger allerdings nicht ausreichen. Das müsse dann im Haushalt für das kommende Jahr geregelt werden, sagte der CDU-Abgeordnete.

Union und SPD hatten kürzlich im Koalitionsausschuss die Entlastungsprämie vor dem Hintergrund der hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs beschlossen. Sie war bei vielen Unternehmen auf Kritik gestoßen, die sich in der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht zur Zahlung der steuerfreien Prämie in der Lage sehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte daraufhin eine Verlängerung in das kommende Jahr ins Spiel gebracht.

Der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese verwies auf die Erfahrungen aus der Corona-Zeit. "Damals in Corona-Zeiten haben ja auch fast 85 Prozent der Beschäftigten, die unter einen Tarifvertrag gefallen sind, von dieser Prämie profitiert", sagte er. Zugleich räumte er ein, dass es bei vielen Unternehmen finanziell gerade schwierig sei. "Die finanzielle Situation ist nicht mehr so wie vor ein paar Jahren."

Einer Umfrage des Handelsverbands HDE zufolge sehen 83 Prozent der 436 befragten Unternehmen die Zahlung einer solchen Entlastung als Sache des Staats an. "Es kann doch nicht sein, dass der Staat den Bürgern Entlastung verspricht und dann die Unternehmen auffordert, das zusätzlich zum normalen Lohn aus ihren Budgets zu bezahlen", erklärte HDE-Präsident Alexander von Preen.

Kritik kam aber auch aus der CDU. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sagte dem Sender Phoenix, er gehe davon aus, dass kaum ein Unternehmen die Prämie "umsetzen können" werde. Es gehe darum, Unternehmen zu entlasten und nicht weiter zu belasten. "Deswegen halte ich diese Regelung für nicht tauglich."

Der Arbeitgeberverband BDA hatte ebenfalls zumindest eine zeitliche Ausweitung der Prämie gefordert. Die Arbeitgeber stören sich überdies daran, dass die Prämie "zusätzlich zum geschuldeten Arbeitsentgelt" gezahlt und "nicht mit sonstigen Leistungen der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verrechnet werden" soll.

Auch der Handelsverband spricht sich dafür aus, "dass die Arbeitgeber etwa Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld und/oder Weihnachtsgeld als sozial- und abgabenfreie Entlastungsprämie auszahlen könnten". Sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte "würden profitieren: Die Arbeitgeber durch niedrigere Arbeitskosten und die Beschäftigten durch eine höhere Nettoauszahlung", erklärte der HDE.

Der Anstieg der Energiepreise setzt Verbraucher wie Unternehmen unter Druck, die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sprach am Dienstag von einer "spürbaren Kettenreaktion" in der deutschen Wirtschaft. Sie erklärte unter Berufung auf eine Blitz-Umfrage unter 2400 Unternehmen, 83 Prozent der Firmen berichteten von negativen Auswirkungen. Sie nannten demnach am häufigsten gestiegene Fracht- und Transportkosten, gefolgt von höheren Energiezahlungen sowie steigenden Rohstoff- und Materialpreisen.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Berüchtigtes US-Abschiebegefängnis "Alligator Alcatraz" schließt

Das berüchtigte US-Abschiebegefängnis "Alligator Alcatraz" hat nach knapp einjährigem Betrieb zugemacht. Die Einrichtung im Bundesstaat Florida habe keine Insassen mehr und habe ihre Rolle damit erfüllt, erklärte der republikanische Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstag bei einem Ortstermin mit dem US-Grenzbeauftragten Tom Homan. Bei Menschenrechts- und Umweltorganisationen stand das Abschiebezentrum von Anfang an in der Kritik.

Durchbruch nach langem Streit: Bund und Länder einig bei Kommunal-Entlastung

Bund und Länder haben sich nach langem Streit auf eine finanzielle Entlastung der von Finanznot geplagten Kommunen geeinigt. Der Bund will 80 Prozent der Kosten tragen, die den Kommunen künftig durch neue Bundesgesetze entstehen: Dies gab Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag nach Beratungen mit den Regierungschefinnen und -chefs in der Ministerpräsidentenkonferenz bekannt. Merz sprach von einem "neuen Kapitel der föderalen, kollegialen, kooperativen Zusammenarbeit".

Merz: Koalition wird Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wiederherstellen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Einigkeit der Koalition aus Union und SPD bei dem Ziel hervorgehoben, tiefgreifende Reformen zu beschließen. "Wir sind uns alle darüber im Klaren, dass wir mehr machen müssen", sagte Merz am Donnerstag nach den Beratungen mit der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Die Koalition habe ein "ziemlich großes Aufgabenpaket" vor sich und wolle nun die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wiederherstellen.

Frankreich und Italien wollen Nachfolge-Truppe für Unifil im Libanon organisieren

Frankreich und Italien wollen eine multinationale "Koalition" ins Leben rufen, um die UNO-Friedenstruppe im Libanon (Unifil) abzulösen, deren Mandat im Dezember ausläuft. Die Mission solle "selbstverständlich in Abstimmung mit der EU und der UNO" auf den Weg gebracht werden, "um die Souveränität des Libanon und seiner Streitkräfte zu stärken", erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag nach einem Gespräch mit der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni in der südfranzösischen Stadt Antibes.

Textgröße ändern: