The National Times - Verfassungsschutz warnt vor verdecktem russischen Rüstungserwerb

Verfassungsschutz warnt vor verdecktem russischen Rüstungserwerb


Verfassungsschutz warnt vor verdecktem russischen Rüstungserwerb
Verfassungsschutz warnt vor verdecktem russischen Rüstungserwerb / Foto: © AFP/Archiv

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat vor einer verdeckten Rüstungsbeschaffung Russlands in Deutschland gewarnt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse schlägt der Verfassungsschutz Alarm wegen verstärkter russischer Aktivitäten zum Erwerb militärisch nutzbarer Technik in Deutschland: Der Angriffskrieg gegen die Ukraine habe in Russland den Bedarf an Rüstungsgütern sowie an so genannten "proliferationsrelevanten Produkten" - also Technologien für Massenvernichtungswaffen - erhöht, und Russland umgehe dabei EU-Sanktionen.

Textgröße ändern:

Trotz der Sanktionen und umfassender Exportkontrollen suche Russland immer wieder neue Wege, die Schutzmechanismen zu umgehen - häufig verdeckt, über verborgene Netzwerke und mithilfe der Nachrichtendienste, analysierte die Behörde. Als weitere Staaten, die so vorgehen, nennt der Verfassungsschutz China, Iran, Nordkorea und Pakistan.

"Die Anzahl und Professionalität der Beschaffungsbemühungen ausländischer Staaten in Deutschland liegt insgesamt auf einem hohen Niveau - mit steigender Tendenz", heißt es in der Analyse, über die zuerst das "Handelsblatt" berichtet hatte.

Der Verfassungsschutz verweist darauf, dass Russland wegen des Kriegs in der Ukraine insbesondere Produkte aus den Bereichen der Hochtechnologie wie etwa Werkzeugmaschinen und Mikroelektronik für die Waffenproduktion benötige. Wegen der strengen EU-Sanktionen könne es sich diese Produkte aber nicht offen besorgen.

"Russische Akteure versuchen daher, in Deutschland unter Umgehung der geltenden Exportkontrollverfahren zu beschaffen", heißt es in der Analyse. "Um den beabsichtigten Einsatz in Russland zu verschleiern, werden auch russische Nachrichtendienste in die Beschaffung eingebunden."

Das Interesse für die Bundesrepublik führt der Verfassungsschutz darauf zurück, dass Deutschland als führende Industrienation und bedeutender Forschungsstandort über zahlreiche Hochtechnologieunternehmen sowie eine Wissenschaftslandschaft mit vielen Forschungseinrichtungen und Hochschulen verfüge. "Große, global agierende Unternehmen können potenzielle Ziele für Beschaffungsaktivitäten sein", warnen die Verfassungsschützer.

Die nun veröffentlichte Analyse solle "Beschäftigte in Wirtschaft und Wissenschaft für die Gefahren der Proliferation sensibilisieren und dabei unterstützen, ihren Beitrag zur Proliferationsabwehr zu leisten", heißt es weiter.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz verweist beispielhaft auf ein Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt am Main. Dort musste sich vergangenes Jahr ein kirgisisch-russischer Geschäftsmann verantworten. Er soll als Teil eines internationalen Firmennetzwerks maritime Güter für eine militärische Endverwendung in Russland beschafft haben. Dabei habe er die tatsächlichen Endnutzer gegenüber den Exportkontrollbehörden verschleiert. Erkenntnisse des Verfassungsschutzes hätten "wesentlich zum Erfolg des Ermittlungsverfahrens beigetragen", erklärte das Bundesamt.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Russland setzt bei neuen Angriffen auf Ukraine Hyperschallrakete Oreschnik ein

Bei neuen nächtlichen Angriffen auf die Ukraine hat Russland die Hyperschall-Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. In der Nacht zu Freitag hätten die russischen Streitkräfte mit Hilfe der Oreschnik "strategische Ziele" in der Ukraine angegriffen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Besonders stark betroffen war nach ukrainischen Angaben der Westen des Landes. In Kiew meldeten die Behörden mindestens vier Todesopfer. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem "Test" für die westlichen Verbündeten seines Landes.

Syrische Übergangsregierung verkündet Waffenruhe in Aleppo

Nach den tödlichen Gefechten in Aleppo hat die syrische Übergangsregierung eine Waffenruhe in mehreren Vierteln der Großstadt verkündet. Die Waffenruhe solle eine "erneute militärische Eskalation" verhindern, in den Vierteln Scheich Maksud, Aschrafijeh und Bani Seid gelten und in der Nacht in Kraft treten, erklärte das syrische Verteidigungsministerium in der Nacht zum Freitag.

Venezuela lässt politische Häftlinge frei - darunter Ex-Präsidentschaftskandidat Márquez

Fünf Tage nach der US-Militärintervention in Venezuela hat der Parlamentspräsident des südamerikanischen Landes die Freilassung zahlreicher Häftlinge bekanntgegeben - darunter der frühere Präsidentschaftskandidat Enrique Márquez und die prominenten spanisch-venezolanische Aktivistin Rocío San Miguel. Den Schritt gab der Vorsitzende der venezolanischen Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, am Donnerstag bekannt. Spaniens Außenminister José Manuel Albares erklärte, unter den Freigelassenen seien fünf spanische Staatsbürger, darunter die Aktivistin San Miguel.

Von der Leyen und Costa treffen Syriens Präsidenten Scharaa in Damaskus

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa reisen nach Syrien und treffen dort am Freitag den syrischen Präsidenten Mohammed al-Scharaa in Damaskus. Bei dem Treffen soll es nach Angaben der EU-Kommission um die Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen gehen. Es ist der erste Besuch der EU-Spitzen in Syrien seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024.

Textgröße ändern: