The National Times - Debatte über Einsatzgebiet der Bundeswehr nach Einigung zu Ukraine-Sicherung

Debatte über Einsatzgebiet der Bundeswehr nach Einigung zu Ukraine-Sicherung


Debatte über Einsatzgebiet der Bundeswehr nach Einigung zu Ukraine-Sicherung
Debatte über Einsatzgebiet der Bundeswehr nach Einigung zu Ukraine-Sicherung / Foto: © POOL/AFP

Nach der Einigung zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Fall eines Waffenstillstands dreht sich die Debatte um das mögliche Einsatzgebiet der Bundeswehrsoldaten. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann machte am Mittwoch keine Zusagen zu einem Einsatz direkt in der Ukraine und unterstrich damit die Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) in Paris, der von angrenzendem Nato-Gebiet gesprochen hatte. Die Linke warnte davor, sich nur auf Nato-Truppen zu verlassen.

Textgröße ändern:

Merz hatte am Dienstag in Paris eine militärische Beteiligung Deutschlands an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in Aussicht gestellt - dies jedoch nicht auf ukrainischem Boden. Der Kanzler hält es stattdessen für denkbar, "dass wir nach einem Waffenstillstand Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden".

Merz sagte in Paris weiter, über Art und Umfang eines deutschen Beitrags "müssen und werden Bundesregierung und Deutscher Bundestag entscheiden, sobald die genannten Bedingungen geklärt sind". Er fügte außerdem an: "Wir schließen dabei grundsätzlich nichts aus."

Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte am Mittwoch in Berlin, Merz habe deutlich gemacht, "dass es Voraussetzungen braucht, die notwendig sind, ehe sich Deutschland an diesen Sicherheitsgarantien beteiligt", nämlich unter anderem eine Sicherheitsgarantie der USA und ein mit der russischen Seite gestalteter Waffenstillstand. Über die konkreten Strukturen einer Unterstützungsmission "wird noch lange zu beraten sein". Das Ganze sei ein fortschreitender und sehr dynamischer Prozess.

Linnemann sagte dazu RTL und ntv am Mittwochmorgen, Deutschland sei natürlich dazu bereit, Frieden abzusichern. Es gehe aber primär um Nato-Gebiet. "Wir reden über einen Waffenstillstand, wir reden über eine Friedensmission, dass man die absichert – und das ist auch richtig." Trotz der Gefahr durch Russland sei die Bundeswehr bereits jetzt zur Verteidigung des Baltikums im Einsatz.

Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sagte AFP dazu, zwar sei es "wichtig und richtig, dass die europäischen Staaten Sicherheitsgarantien in Aussicht stellen". Was genau mit den Schutztruppen gemeint sei und wie weit ihr Mandat gehe, bleibe aber unklar. Es brauche stattdessen "neutrale, von beiden Seiten akzeptierte Friedenstruppen in Form einer UN-Blauhelmmission", forderte der Linken-Politiker. Daran müssten zum Beispiel auch Staaten wie China beteiligt werden.

"Sich nur auf Nato-Truppen zu verlassen, halte ich für gefährlich, denn sie müssten im Zweifel Krieg gegen Russland führen", sagte Pellmann weiter. "Eine solche Eskalation kann keiner wollen."

Die Grünen-Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger warf Merz vor, mit seinen Aussagen in Paris "mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben" zu haben. Das sei unverantwortlich. "Da der Bundestag auf Antrag der Bundesregierung Einsätze der Bundeswehr beschließt und wir gemeinsam auch eine Verantwortung für die Soldatinnen und Soldaten haben, brauchen wir die Informationen, die aktuell nur die Bundesregierung hat."

BSW-Chef Fabio de Masi lehnte eine deutsche Beteiligung an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine grundsätzlich ab. "Die Bundeswehr hat weder Kapazitäten noch Fähigkeiten, den Frieden in der Ukraine zu sichern", sagte er AFP. Es sei außerdem lebensfremd anzunehmen, Russland würde einer Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine zustimmen. Er forderte stattdessen "eine stabile Sicherheitsarchitektur" und Abrüstungsverträge zwischen den USA und Russland.

Kritik an einem möglichen deutschen Bundeswehreinsatz in der Ukraine oder an der Grenze kam auch von der AfD. "Die Deutschen haben gar nicht die militärische Kompetenz beziehungsweise das militärische Potenzial, das wirklich zu garantieren", sagte AfD-Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann im ZDF. Da seien eher Frankreich, Großbritannien oder die USA gefragt.

F.Lim--TNT

Empfohlen

Xi und Putin heben bei Treffen in Peking enge Beziehungen ihrer Länder hervor

Kreml-Chef Wladimir Putin und der chinesische Staatschef Xi Jinping haben zum Auftakt ihres Treffens in Peking die enge Zusammenarbeit zwischen ihren Ländern hervorgehoben. Trotz "ungünstiger äußerer Umstände" zeichnete sich die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder durch "eine starke, positive Dynamik" aus, sagte Putin am Mittwoch zu Xi in der Großen Halle des Volkes, wie Aufnahmen russischer Medien zeigten. "Unsere Beziehungen haben heute ein beispiellos hohes Niveau erreicht."

Trump sagt Teilnahme an G7-Gipfel in Frankreich zu

US-Präsident Donald Trump reist im Juni zum G7-Gipfel nach Frankreich. Trump werde an dem vom 15. bis 17. Juni geplanten Treffen teilnehmen, sagte ein Mitarbeiter des Weiße Hauses am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Trumps Teilnahme war zuvor nicht offiziell bestätigt worden.

Bundesfinanzhof urteilt über Grundsteuer in Baden-Württemberg

Am Bundesfinanzhof (BFH) in München fällt am Mittwoch (09.00 Uhr) die erste Entscheidung über eine Grundsteuer in einem Bundesland. Es geht um das baden-württembergische Modell. Geklagt hatten Grundstückseigentümer, die seit der Reform mehr zahlen müssen als vorher. Sie werden unter anderem vom Bund der Steuerzahler unterstützt. (Az. II R 26/24 und II R 27/24)

Kabinett befasst sich mit Plänen zum Ausbau des Zivilschutzes

Die Bundesregierung will den Zivilschutz in Deutschland massiv ausbauen. Das Bundeskabinett berät dazu am Mittwoch (10.00 Uhr) über Eckpunkte für einen "Pakt für den Bevölkerungsschutz" von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU). Bis 2029 sollen damit zehn Milliarden Euro investiert werden, etwa in Ausrüstung und Personal des Technischen Hilfswerks (THW). Geplant ist unter anderem ein Bauprogramm, um die THW-Gebäude krisensicher zu machen. Zudem sollen 1000 Spezialfahrzeuge beschafft werden.

Textgröße ändern: