The National Times - "Schreckliche Eskalation": Sorge um Zivilisten nach RSF-Eroberung von Al-Faschir

"Schreckliche Eskalation": Sorge um Zivilisten nach RSF-Eroberung von Al-Faschir


"Schreckliche Eskalation": Sorge um Zivilisten nach RSF-Eroberung von Al-Faschir
"Schreckliche Eskalation": Sorge um Zivilisten nach RSF-Eroberung von Al-Faschir / Foto: © Rapid Support Forces (RSF)/AFP

Nach der mutmaßlichen Einnahme von Al-Faschir durch die RSF-Miliz im Sudan wächst international die Sorge um die hunderttausenden Zivilisten, die in der Stadt eingeschlossen sind und unter schwierigsten Bedingungen leben. UN-Generalsekretär António Guterres sprach am Montag von einer "schrecklichen Eskalation des Konflikts" in dem Bürgerkriegsland. "Das Ausmaß des Leidens, das wir im Sudan erleben, ist unerträglich", erklärte er nach einer Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

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Rund 260.000 Zivilisten, die Hälfte davon Kinder, sitzen derzeit ohne Hilfe in Al-Faschir fest - viele ernähren sich laut Berichten von Augenzeugen aus der vergangenen Woche inzwischen von Tierfutter. Am Montag war es für AFP nicht möglich, Zivilisten in der Stadt zu kontaktieren. Nach Angaben des sudanesischen Journalistenverbands wurde die gesamte Kommunikation für die in der Provinz Darfur gelegene Stadt gesperrt, einschließlich der Satellitennetzwerke.

Die RSF-Miliz hatte Al-Faschir am Sonntag nach eigenen Angaben eingenommen. Dies wurde von der Armee auch auf Anfrage hin nicht kommentiert, AFP konnte sie zunächst nicht unabhängig überprüfen. Ein örtliches Widerstandskomitee erklärte, RSF-Kämpfer hätten bei ihrem Einmarsch zahlreiche Gräueltaten begangen. Seit Sonntag hätten unschuldige Zivilisten "die schlimmsten Formen von Gewalt und ethnischer Säuberung" erlitten. Auf der Facebook-Seite des pro-demokratischen Komitees waren Videos von fliehenden Zivilisten und auf der Straße liegenden Leichen zu sehen.

Auch der Regionalgouverneur von Darfur forderte am Montag den "Schutz der Zivilbevölkerung" in Al-Faschir. "Wir fordern den Schutz der Zivilbevölkerung und die Aufklärung über das Schicksal der Vertriebenen", sagte der mit der sudanesischen Armee verbündete Gouverneur Minni Minnawi. Zudem forderte er "eine unabhängige Untersuchung der Verstöße und Massaker, die von der Miliz fernab der Öffentlichkeit begangen wurden".

Al-Faschir war bislang die letzte größere Stadt in der Region Darfur, die sich nicht unter der Kontrolle der RSF-Miliz befand. Sollte die komplette Einnahme bestätigt werden, wäre dies womöglich ein entscheidender Wendepunkt in dem seit 18 Monaten andauernden Bürgerkrieg. Dabei stehen sich die Armee von Militärherrscher Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo gegenüber.

Bei den Kämpfen wurden seit April 2023 zehntausende Menschen getötet, rund zwölf Millionen Menschen mussten aus ihren Heimatregionen in andere Landesteile fliehen. In dem Land herrscht nach Einschätzung der UNO die schwerste humanitäre Krise der Welt.

S.Cooper--TNT

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