The National Times - Pistorius verteidigt Festhalten an Beschaffung von US-Kampfjet F-35

Pistorius verteidigt Festhalten an Beschaffung von US-Kampfjet F-35


Pistorius verteidigt Festhalten an Beschaffung von US-Kampfjet F-35
Pistorius verteidigt Festhalten an Beschaffung von US-Kampfjet F-35 / Foto: © AFP/Archiv

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will an der Beschaffung von US-Kampfjets vom Typ F-35 festhalten. "Ich kenne kein Land, das von seinen Verträgen zurückgetreten ist bei der F-35, und ich halte das auch für richtig", sagte Pistorius dem "Spiegel" nach Angaben vom Freitag. Kritik an der Beschaffung wegen der Drohungen von US-Präsident Donald Trump etwa gegen Grönland wies er zurück. Deutschland werde "natürlich auch weiterhin auf dem amerikanischen Markt einkaufen".

Textgröße ändern:

Die F-35 gilt als eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt. Derzeit sind rund 890 Maschinen im Einsatz. Die Bundesregierung hatte 2022 den Kauf von 35 Exemplaren beschlossen.

Die F-35 sei ein multinationales Projekt, sagte Pistorius. "Acht Länder haben sich an der Entwicklung beteiligt, darunter fünf Europäer. 14 Nato-Nationen nutzen aktuell oder künftig die F-35." Bestimmte Teile würden außerhalb der USA gefertigt, für den Rumpf etwa in Deutschland.

"Niemand kann bestreiten, dass es bei solchen Verträgen auch Unwägbarkeiten gibt", sagte Pistorius. "Aber die Alternative, daraus jetzt auszusteigen, wäre mit Milliardenkosten verbunden."

"Zugleich haben wir kein anderes Flugzeug für die nukleare Teilhabe in der Nato", sagte Pistorius mit Blick auf Kampfjets, die in der Lage sind, US-Atomraketen zu transportieren. "Das zeigt wieder einmal, wir sollten uns nicht von aufgeregten Debatten leiten lassen."

Die Sorge, dass die USA im Ernstfall die Jets aus der Ferne stilllegen könnten, teilte Pistorius nicht. "Unsere Experten sagen mir, dass es diesen Killswitch nicht gibt. Im Übrigen würde so etwas einen gewaltigen Vertrauensverlust für die amerikanische Rüstungsindustrie nach sich ziehen."

Zudem würden die USA damit ihre nukleare Einsatzfähigkeit in Europa selbst einschränken, fuhr Pistorius fort. Das Vorgehen der Amerikaner sei zwar "weniger vorhersehbar" geworden. Aber das "muss noch nicht bedeuten, dass wir uns gar nicht mehr wechselseitig aufeinander verlassen könnten".

S.Cooper--TNT

Empfohlen

US-Verteidigungsminister Hegseth: Zahl der Offiziere um 20 Prozent reduziert

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will die Armee drastisch verschlanken. Am Mittwoch erklärte er in seiner jährlichen Rede vor der Militärspitze, er habe die Zahl der ranghöchsten Offiziere und der Planstellen "um 20 Prozent" verringert - das wäre doppelt so viel wie bisher angekündigt.

Wadephul sieht EU-Erweiterung auf westlichem Balkan als "Nagelprobe für Europa"

Vor einem Treffen mit europäischen Außenministern in Montenegro hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) die EU-Erweiterung auf dem westlichen Balkan als eine "Nagelprobe für Europa" bezeichnet. Sie entscheide, "welchen Einfluss die EU in den nächsten Jahrzehnten" haben werde, erklärte Wadephul am Mittwochabend vor seiner Abreise in die Region. "Nur wenn wir den Westbalkanstaaten eine glaubwürdige EU-Perspektive bieten und sie enger an uns binden, sichern wir uns dauerhaft geopolitischen Spielraum."

Großeinsatz an Luftwaffenstützpunkt: London sieht "starke Hinweise" auf iranische Beteiligung

Nach Angaben des britischen Premierministers Andy Burnham deutet einiges darauf hin, dass der Iran an verdächtigen Aktivitäten an einem auch von den USA genutzten britischen Militärstützpunkt im Südwesten Englands beteiligt war. "Es gibt starke Hinweise darauf, dass der Iran eine Rolle bei den Ereignissen gespielt hat, die sich an diesem Wochenende auf dem Stützpunkt der Royal Air Force in Fairford zugetragen haben", sagte der Labour-Politiker am Mittwoch in einem Interview mit der BBC.

Berliner SPD erwartet Erklärung zu Eralps Mitgliedschaft bei Roter Hilfe

Angesichts der Mitgliedschaft von Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp bei der vom Verfassungsschutz beobachteten Roten Hilfe wird auch das Thema Linksextremismus eine Rolle bei einem Vorgespräch für mögliche rot-grün-rote Sondierungen in Berlin spielen. "Wir werden das thematisieren", sagte SPD-Spitzenkandidat Krach am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Er erwarte, dass Eralp hierzu ihre Position erläutere und die Gründe sowohl für ihre am Dienstag bekannt gewordene Mitgliedschaft als auch für ihren Austritt im vergangenen Jahr nenne.

Textgröße ändern: