The National Times - US-Medien: Köpferollen an der Spitze von US-Geheimdienst NSA und im Sicherheitsrat

US-Medien: Köpferollen an der Spitze von US-Geheimdienst NSA und im Sicherheitsrat


US-Medien: Köpferollen an der Spitze von US-Geheimdienst NSA und im Sicherheitsrat
US-Medien: Köpferollen an der Spitze von US-Geheimdienst NSA und im Sicherheitsrat / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Medienberichten zufolge den Direktor und die Vizechefin des Auslandsgeheimdienstes NSA sowie sechs Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats gefeuert. Für diese Entlassungen habe die ultrarechte Aktivistin und Verschwörungserzählerin Laura Loomer bei einem Treffen mit Trump plädiert, berichteten US-Medien am Donnerstag (Ortszeit). Die 31-Jährige hat kein Regierungsamt, aber einen kurzen Draht zum Präsidenten.

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Loomer bestätigte die Entlassungen, eine offizielle Stellungnahme dazu lag jedoch nicht vor. Sie warf dem bisherigen NSA-Chef, General Timothy Haugh, sowie dessen Stellvertreterin Wendy Noble vor, sich "illoyal" gegenüber Trump verhalten zu haben. "Darum wurden sie gefeuert", schrieb Loomer im Onlinedienst X.

Die für ihre rassistischen, islamfeindlichen und homophoben Kommentare bekannte Aktivistin und Influencerin hatte Trump am Mittwoch im Weißen Haus besucht. Den Berichten zufolge bezichtigte sie dabei auch die später entlassenen Mitarbeiter des Sicherheitsrats der Illoyalität. Nach Informationen der "New York Times" wurden sechs Mitglieder des im Weißen Haus angesiedelten Gremiums entlassen, darunter drei mit hohem Rang.

Der Vorsitzende des Sicherheitsrats, Mike Waltz, blieb jedoch im Amt - obwohl er durch die sogenannte Signal-Affäre stark unter Druck geraten ist. In dem Onlinedienst Signal hatte sich Waltz mit anderen hochrangigen Regierungsmitarbeitern über die Planungen für einen Großangriff auf die Huthi-Miliz im Jemen ausgetauscht - und Waltz hatte versehentlich einen Journalisten in die Chatgruppe eingeladen.

Trump sagte zur Rolle Loomers, diese sei "überhaupt nicht" in die gemeldeten Entlassungen im Sicherheitsrat involviert gewesen. "Sie gibt Empfehlungen ab (...) und manchmal höre ich auf diese Empfehlungen", sagte der Präsident im Gespräch mit Journalisten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Berichte über die Entlassungen auch an der Spitze der NSA noch nicht erschienen.

"Wir werden immer Leute entlassen - Leute, die wir nicht mögen, oder Leute, die uns ausnutzen, oder Leute, die vielleicht jemand anderem gegenüber loyal sind", sagte Trump auch in allgemeiner Weise. Loomer bezeichnete er als "große Patriotin".

Die Aktivistin hob später auf X hervor, dass der offenbar gefeuerte NSA-Chef Haugh vom früheren Generalstabschef Mark Milley für den Posten ausgewählt worden sei. Milley, der 2023 in den Ruhestand gegangen war, ist ein harter Trump-Kritiker. Er hatte Trump als "Faschisten" und die "gefährlichste Person für dieses Land" bezeichnet. Der neue Verteidigungsminister Pete Hegseth entzog Milley in einem drastischen Schritt Ende Januar den Schutz durch staatliches Sicherheitspersonal.

General Haugh hatte nur etwas mehr als ein Jahr lang an der Spitze der NSA gestanden. Er war auch Leiter des Cyberkommandos im Pentagon, das für den Schutz vor Cyberangriffen sowie für deren Ausführung zuständig ist. Zum kommissarischen Nachfolger Haughs wurde laut der "Washington Post" der Vizechef des Cyberkommandos, William Hartman, und zur vorübergehenden NSA-Vizechefin die bereits auf hohem Posten in dem Geheimdienst tätige Sheila Thomas ernannt.

Die NSA ist dem US-Verteidigungsministerium unterstellt. Die National Security Agency ist der größte Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten und auf die Überwachung und Entschlüsselung elektronischer Kommunikation spezialisiert.

Die oppositionellen Demokraten kritisierten die mutmaßlichen Entlassungen an der NSA-Spitze scharf. Der Senator Mark Warner nannte es "erstaunlich", dass Trump den "überparteilichen, erfahrenen" NSA-Direktor rauswerfe, während er an all jenen Mitgliedern seines Regierungsteams festhalte, die vertrauliche Informationen über eine App hätten durchsickern lassen - damit bezog er sich auf die Signal-Affäre.

Warner merkte auch kritisch an, dass der Präsident anscheinend "Anleitungen zur Stellenbesetzung in der nationalen Sicherheit von einer diskreditierten Verschwörungstheoretikerin im Oval Office empfängt".

Loomer ist schon seit längerem als "Trump-Flüsterin" bekannt. Während des Wahlkampfs im vergangenen Jahr war sie häufig im Privatflugzeug des Rechtspopulisten mitgereist. Über Trumps Präsidentschaftsrivalin Kamala Harris merkte sie an, bei deren Sieg würde "das Weiße Haus nach Curry riechen" - Harris' Mutter stammte aus Indien.

Zu den von Loomer verbreiteten Verschwörungserzählungem gehört die von einem "inside job" am 11. September 2001 - demnach sollen die Terroranschläge also von der US-Regierung selbst angezettelt worden sein.

W.Phillips--TNT

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