The National Times - Netanjahu: Israelische Armee erhöht Druck auf Hamas zur Befreiung der Geiseln

Netanjahu: Israelische Armee erhöht Druck auf Hamas zur Befreiung der Geiseln


Netanjahu: Israelische Armee erhöht Druck auf Hamas zur Befreiung der Geiseln
Netanjahu: Israelische Armee erhöht Druck auf Hamas zur Befreiung der Geiseln / Foto: © AFP

Israel erhöht nach Angaben von Regierungschef Benjamin Netanjahu den Druck auf die islamistische Hamas im Gazastreifen, um die dort weiterhin festgehaltenen Geiseln freizubekommen. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Mittwoch, im Kampf gegen "Terroristen" sollten "große Gebiete" des Gazastreifens zu "israelischen Sicherheitszonen" werden. Indes bestätigte die Bundesregierung die Evakuierung von 19 Deutschen und deren Angehörigen aus dem Gazastreifen.

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"Wir erhöhen Schritt für Schritt den Druck, damit sie unsere Geiseln zurückgeben", sagte Netanjahu in einem von seinem Büro verbreiteten Video mit Blick auf die Hamas. "Die Armee erobert Gebiete, greift Terroristen an und zerstört Infrastruktur", fuhr der israelische Regierungschef fort.

Netanjahu kündigte die Schaffung einer neuen, von Israel kontrollierten Achse an, um die Städte Chan Junis und Rafah im Süden auf der Höhe der früheren Siedlung Morag zu trennen. Diese war während des israelischen Rückzugs aus dem Gazastreifen 2005 aufgelöst worden. "Solange sie uns unsere Geiseln nicht zurückgeben, wird der Druck zunehmen, bis sie es tun", sagte Netanjahu.

Zuvor am Mittwoch erklärte Verteidigungsminister Katz, Ziel der Eroberung von Gebieten im Gazastreifen und der Errichtung der "israelischen Sicherheitszonen" sei es, gegen "Terroristen" vorzugehen und "terroristische Infrastruktur" zu zerstören.

Das Forum der Geiselfamilien reagierte entsetzt auf Katz' Ankündigungen. "Wurde entschieden, die Geiseln zugunsten 'territorialer Eroberungen' zu opfern?", fragte das Forum in einer Erklärung. "Anstatt die Geiseln durch ein Abkommen zu befreien und den Krieg zu beenden, schickt die israelische Regierung mehr Soldaten nach Gaza, die in denselben Gebieten kämpfen sollen, in denen sie immer und immer wieder gekämpft haben", hieß es weiter.

Der Gazastreifen wird seit Mitte März wieder massiv von Israel angegriffen. Die Armee hatte zudem einen neuen Bodeneinsatz in dem Gebiet begonnen, wo seit Mitte Januar eine Waffenruhe gegolten hatte. Die israelische Regierung will damit nach eigenen Angaben die Freilassung der weiterhin von der Hamas im Gazastreifen festgehaltenen 58 Geiseln erwirken. 34 von ihnen sind nach Armeeangaben bereits tot.

Bei israelischen Angriffen vom Mittwoch wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten palästinensischen Zivilschutzbehörde mindestens 34 Menschen getötet. 19 Menschen, darunter neun Kinder, seien bei einer Attacke auf ein Gebäude des Palästinenserhilfswerks (UNRWA) in Dschabalija im Norden des Gazastreifens getötet worden. Israelischen Armeeangaben zufolge traf der Angriff Hamas-Mitglieder, die sich in dem UNRWA-Gebäude "in einem Kommando- und Kontrollzentrum, das zur Koordinierung terroristischer Aktivitäten benutzt wurde", aufhielten.

Bei einem weiteren israelischen Luftangriff im Süden des Gazastreifens wurde nach Angaben der Zivilschutzbehörde ein Haus in Chan Junis getroffen. Dabei seien 13 Menschen getötet worden. Durch einen israelischen Angriff auf ein Haus in der Flüchtlingssiedlung Nuseirat im Zentrum des Palästinensergebiets seien zwei weitere Menschen getötet worden.

Derweil wurden 19 Deutsche und ihre Angehörigen aus dem Gazastreifen evakuiert. Die insgesamt 33 Menschen seien am Dienstag auf dem Leipziger Flughafen gelandet, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die Ausreise sei in Abstimmung mit den israelischen Behörden erfolgt. Die Verhandlungen darüber hätten "geraume Zeit" gedauert und "viel diplomatisches Verhandlungsgeschick" erfordert.

Unterdessen sorgte der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir am Mittwoch mit einem Besuch des Tempelbergs in Ost-Jerusalem auf arabischer Seite für Empörung. Der rechtsextreme Politiker begab sich nach Angaben seines Sprechers zu der in Jerusalems Altstadt gelegenen Anlage, die Juden wie Muslimen heilig ist.

Die Hamas, Jordanien, Katar und weitere Regierungen verurteilten den Besuch. Ben Gvir hat in der Vergangenheit wiederholt den Tempelberg besucht und sich über das von der israelischen Regierung verhängte dortige Gebetsverbot hinweggesetzt.

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist ein zentraler Streitpunkt des israelisch-palästinensischen Konflikts. Jordanien verwaltet diese islamischen Heiligtümer, Israel regelt jedoch den Zugang zum Tempelberg. Juden verehren den Tempelberg als Ort des früheren Zweiten Tempels als ihren heiligsten Ort.

Der Krieg im Gazastreifen war durch den Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Bei dem Angriff wurden israelischen Angaben zufolge mehr als 1200 Menschen getötet. Israel ging danach massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Gesundheitsbehörde, die sich unabhängig nicht überprüfen lassen, mehr als 50.000 Menschen getötet.

T.F.Russell--TNT

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