The National Times - China beendet nach zwei Tagen Militärmanöver vor Taiwan

China beendet nach zwei Tagen Militärmanöver vor Taiwan


China beendet nach zwei Tagen Militärmanöver vor Taiwan
China beendet nach zwei Tagen Militärmanöver vor Taiwan / Foto: © AFP

Die Streitkräfte Chinas haben ihre zweitägige Militärübung rund um Taiwan am Mittwoch beendet. "Alle geplanten Aufgaben der Übungen, die am 1. und 2. April ausgeführt wurden, sind abgeschlossen", erklärte ein Sprecher des für Einsätze entlang der Straße von Taiwan zuständigen Militärkommandos am Mittwoch. Solange Taiwan seine Unabhängigkeitsbestrebungen vorantreibe, werde es bestraft, hieß es weiter aus Peking. Kritik an den Mänovern kam unter anderem aus Taipeh, Washington und vom Auswärtigen Amt in Berlin.

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Die als "Strait Thunder-2025A" bezeichnete Übung erfolgte im mittleren und südlichen Teil der für den weltweiten Schiffsverkehr wichtigen Straße von Taiwan. Sie endete mit simulierten Angriffen auf Häfen und Energieinfrastruktur. Ziel der Übung war es laut Angaben der chinesischen Armee, "die Fähigkeiten der Soldaten" in Bereichen wie "Blockade und Kontrolle sowie Präzisionsschläge auf wichtige Ziele" zu testen. Armeeangaben zufolge kam auch ein Flugzeugträger zum Einsatz, mit dem eine "Blockade" Taiwans getestet wurde.

"Die Verfolgung der taiwanischen Unabhängigkeit wird Taiwan nur gefährden und die taiwanischen Mitbürger in einen Abgrund des Elends stürzen", erklärte der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums Zhang Xiaogang. Von Seiten des Außenministeriums hieß es, die "Bestrafung wird nicht enden", solange Taiwan seine Unabhängigkeitsbestrebungen vorantreibe.

Laut taiwanischem Verteidigungsministerium waren bis zum Nachmittag 36 Flugzeuge, 21 Kriegsschiffe und zehn Boote der Küstenwache um Taiwan gesichtet worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen Kampfflugzeuge über der Insel Pingtan. Die dem chinesischen Festland vorgelagerte Insel ist der am nahesten an Taiwan liegende Punkt Chinas.

Taipeh hatte die Manöver verurteilt, die US-Regierung sprach von einer "Einschüchterungstaktik". Die "aggressiven" militärischen Aktivitäten "dienen nur dazu, die Spannungen zu verschärfen und die Sicherheit der Region und den weltweiten Wohlstand zu gefährden", erklärte das US-Außenministerium.

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte im Onlinedienst X ebenfalls, die chinesischen Militärübungen würden "die Spannungen verschärfen" und seien "besorgniserregend". "Stabilität in der Straße von Taiwan ist von größter Bedeutung für die regionale und globale Sicherheit und beeinflusst auch den Wohlstand in Europa. Der Status Quo kann nur auf friedliche Art und Weise und in gegenseitigem Einverständnis geändert werden, nicht durch Gewalt oder Zwang", hieß es weiter.

Bereits am Dienstag hatte die chinesische Armee ein Militärmanöver mit massivem Truppenaufgebot rund um Taiwan abgehalten. Geübt worden seien "Präzisionsangriffe" und eine Blockade der Insel, hatte die Armee erklärt. Taiwans Streben nach Unabhängigkeit sei "zum Scheitern verurteilt", hatte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, gesagt. An der großangelegten Übung waren laut Armee Heer, Marine, Luftwaffe und Raketeneinheiten beteiligt.

In Reaktion auf das massive chinesische Truppenaufgebot hatte Taiwan nach eigenen Angaben ebenfalls Flugzeuge und Schiffe entsandt und auf dem Land positionierte Raketensysteme in Bereitschaft versetzt.

China betrachtet das demokratische Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Der taiwanische Präsident Lai Ching-te hatte Peking vor wenigen Wochen als "feindliche ausländische Kraft" bezeichnet. China wiederum nennt Lai einen "Separatisten". Seit dem Amtsantritt Lais im Mai 2024 haben sich die Spannungen zwischen Peking und Taipeh deutlich verschärft, da dieser sich deutlicher als Verteidiger der taiwanischen Unabhängigkeit positioniert als seine Vorgängerin Tsai Ing-wen.

China bezeichnet seine Militärübungen meist als Routinetests für eine mögliche Blockade und Einnahme von Taiwan. Experten vermuten, dass Chinas Ambitionen bezüglich Taiwan eher auf eine Blockade hinauslaufen könnten als auf eine umfassende und riskantere Invasion der Insel.

A.Parker--TNT

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