The National Times - Witwe von erschossenem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke kritisiert Merz

Witwe von erschossenem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke kritisiert Merz


Witwe von erschossenem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke kritisiert Merz
Witwe von erschossenem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke kritisiert Merz / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Die Witwe des von einem Rechtsextremisten erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) hat CDU-Chef Friedrich Merz für seine Aussagen zum Tod ihres Mannes kritisiert. Seine Aussage beim gemeinsamen Wahlkampfabschluss der Union in München habe ihre Familie und sie "sehr befremdet", teilte Irmgard Braun-Lübcke der "Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA) vom Donnerstag in einer schriftlichen Erklärung mit.

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Mit Blick auf Demonstranten draußen hatte Merz am Samstag gefragt: "Ich frage mal die Ganzen, die da draußen rumlaufen, Antifa und gegen Rechts: Wo waren die denn, als Walter Lübcke in Kassel ermordet worden ist von einem Rechtsradikalen?" Braun-Lübcke zufolge habe es nach dem Tod ihres Mannes "ein starkes gesellschaftlich breites Bekenntnis zu unserer Demokratie und ihren Werten" gegeben.

Tausende linke, liberale und konservative Demokraten seien deutschlandweit auf die Straße gegangen. "Gemeinsam haben sie sich klar gegen Gewalt, Hass und Hetze sowie eindeutig für Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit positioniert", erklärte sie. Dies habe der Familie viel Kraft gegeben.

Gerade in dieser schwierigen Zeit, in der Selbstverständliches ins Wanken gerate, seien alle, aber vor allem die Politik, mehr denn je gefordert, die Menschen zusammenzuführen und wie ihr Mann gemeinsam für Werte einzutreten.

Lübcke wurde in der Nacht zum 2. Juni 2019 an seinem Wohnhaus im nordhessischen Wolfhagen-Istha aus nächster Nähe erschossen. Im Januar 2021 verurteilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Mordprozess den Rechtsextremisten Stephan E. zur Höchststrafe. Dem Urteil zufolge erschoss er Lübcke aus einer rechtsextremen Gesinnung heraus.

Den Mitangeklagten Markus H. verurteilte das Gericht wegen eines Waffendelikts, sprach ihn aber vom Vorwurf der psychischen Beihilfe frei. Der Mord an Lübcke sorgte bundesweit für Entsetzen.

C.Stevenson--TNT

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