The National Times - China gibt Ziel von nur 5,5 Prozent Wirtschaftswachstum für 2022 aus

China gibt Ziel von nur 5,5 Prozent Wirtschaftswachstum für 2022 aus


China gibt Ziel von nur 5,5 Prozent Wirtschaftswachstum für 2022 aus
China gibt Ziel von nur 5,5 Prozent Wirtschaftswachstum für 2022 aus

China hat für dieses Jahr das Ziel von 5,5 Prozent Wirtschaftswachstum ausgegeben - den niedrigsten Wert seit Jahrzehnten. Regierungschef Li Keqiang sagte am Samstag zur Eröffnung des Nationalen Volkskongresses in Peking, die chinesische Wirtschaft sei derzeit mit "viel mehr Risiken und Herausforderungen" konfrontiert. Es müssten große Anstrengungen unternommen werden, um diese zu überwinden, sagte er vor den rund 3000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes.

Textgröße ändern:

Der Wert von 5,5 Prozent Wachstum ist der niedrigste seit 1991. Verantwortlich für dieses von der Führung in Peking ausgegebene, vergleichsweise bescheidene Ziel sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Einbrüche in der chinesischen Immobilienbranche mit dem von der Pleite bedrohten Großkonzern Evergrande sowie die Unsicherheiten, die mit dem Ukraine-Krieg für die Weltwirtschaft verbunden sind. Die Aussichten seien "ernst und unsicher", sagte Li.

Das Wachstumsziel basiere auf der Wahrung einer stabilen Beschäftigung, der Grundbedürfnisse und dem "Schutz vor Risiken", sagte Li in seiner Rede, die als chinesische Version einer Rede an die Nation gilt. Er versprach Steuererleichterungen und Maßnahmen zur Stabilisierung der Immobilienpreise und der Märkte, um das Wachstum zu fördern.

Wirtschaftliche Stabilität müsse "oberste Priorität" haben, sagte Li vor den Delegierten. Chinas Wirtschaft ist zentraler Motor für die globale Wirtschaft und auf nationaler Ebene entscheidend für die Kommunistische Partei. Deren Legitimität stützt sich zu großen Teilen auf stetiges wirtschaftliches Wachstum und die Verbesserung des Lebensstandards. Die Kommunistische Partei fürchtet sich vor sozialer Instabilität in der riesigen Bevölkerung, sollte die Wirtschaft zu wenig wachsen.

Im Jahr 2020 hatte Peking wegen der Pandemie darauf verzichtet, ein Ziel für das Wirtschaftswachstum auszugeben, im vergangenen Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt (PIB) dann um 8,1 Prozent. Doch das Wachstum war nicht stetig. Wurde im ersten Quartal noch ein Wert von 18,3 Prozent verzeichnet, so waren es im letzten Quartal 2021 nur noch vier Prozent.

Bei der jährlichen Sitzung des Nationalen Volkskongresses werden die politischen Prioritäten, wirtschaftlichen Erwartungen und die außenpolitischen Ziele der Partei vorgestellt. In den vergangenen Jahren wurden einschneidende Gesetze vorgestellt wie Lockerungen der Ein-Kind-Politik oder das sogenannte Sicherheitsgesetz, mit dem China auf die monatelangen Massenproteste in Hongkong reagierte, die sich gegen den wachsenden Einfluss Pekings richteten.

In diesem Jahr sind keine bedeutenden neuen Gesetze zu erwarten. Allerdings werden Diskussionen über Strategien zur Steigerung der Geburtenrate erwartet, nachdem diese im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief gefallen war. Li kündigte eine bessere Unterstützung für Familien an, um einer befürchteten demographischen Krise entgegenzuwirken.

Auf Russlands Krieg gegen die Ukraine ging Li trotz der damit verbundenen Unsicherheiten nicht ein. China hat eine öffentliche Verurteilung des Vorgehens Russlands bislang vermieden.

Chinas Militärhaushalt - der zweitgrößte der Welt nach dem der USA - soll in diesem Jahr um 7,1 Prozent auf 1,45 Billionen Yuan (209 Milliarden Euro) steigen. Die Steigerungsrate entspricht jener der vergangenen Jahre.

Mehr Bedeutung als dem Nationalen Volkskongress kommt in diesem Jahr dem 20. Kongress der Kommunistischen Partei zu, der alle fünf Jahre abgehalten wird. Bei dem Kongress im Herbst dürfte Staatspräsident Xi Jinping ein drittes Mal im Amt bestätigt werden, nachdem er die Verfassung ändern und die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten abschaffen ließ.

S.Arnold--TNT

Empfohlen

Moskau zu Verhandlungen mit der Ukraine und den USA Mitte November bereit

Russland hat sich nach einem Treffen von Präsident Wladimir Putin mit dem US-Gesandten Steve Witkoff ablehnend über Vorschläge für ein Ende des Ukraine-Kriegs gezeigt, zugleich aber Bereitschaft zu neuen Dreiergesprächen mit Washington und Kiew gezeigt. Kreml-Berater Juri Uschakow sagte am Mittwoch, von Witkoff übermittelte Vorschläge der Europäer und der Ukraine würden "nicht viel Substanz enthalten".

Selenskyj zum Einfrieren der Front im Ukraine-Krieg bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Einfrieren der Frontlinie im Krieg mit Russland als einen möglichen ersten Schritt für eine Waffenruhe bezeichnet. "Wir müssen sie jetzt einfrieren", sagte Selenskyj am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender Fox News. Dies sei der Weg, "um diesen Krieg zu beenden" und "das Minimum, was wir heute von Russland erwarten".

Bundeswehr: Personalaufwuchs erstmals über Jahresziel

Die Bundeswehr hat Anfang Oktober über 190.000 Soldatinnen und Soldaten verzeichnet - sie lag damit erstmals über den gesetzlichen Aufwuchszielen. Diese seien "mit dem einstellungsstärksten Monat Oktober" überschritten worden, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch mit. Das deutsche Militär soll laut Gesetz bis Ende 2026 auf 186.000 bis 190.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen.

Deutscher in Russland festgenommen - US-Bürger Hubbard nach vier Jahren frei

Die russischen Behörden haben einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten wegen des Vorwurfs des "Söldnertums" für die Ukraine festgenommen - ein seit vier Jahren in Russland inhaftierter US-Bürger wurde derweil freigelassen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB habe "einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der aktives Mitglied der ukrainischen Streitkräfte ist", berichteten russischen Nachrichtenagenturen am Mittwoch unter Berufung auf den FSB. US-Präsident Donald Trump erklärte, der US-Bürger Stephan Hubbard sei ohne Gegenleistung freigelassen worden.

Textgröße ändern: