The National Times - Cannes-Festival: Hommage an Gaza-Fotografin und Star-Auflauf

Cannes-Festival: Hommage an Gaza-Fotografin und Star-Auflauf


Cannes-Festival: Hommage an Gaza-Fotografin und Star-Auflauf
Cannes-Festival: Hommage an Gaza-Fotografin und Star-Auflauf / Foto: © AFP

Sie wurde kurz vor ihrem geplanten Auftritt in Cannes bei einem israelischen Angriff getötet: Das Schicksal der palästinensischen Fotografin Fatima Hassouna hat am Donnerstagabend auf dem Filmfestival in Cannes zahlreiche Menschen bewegt. Die iranische Filmemacherin Sepideh Farsi stellte in einer Nebenreihe einen Dokumentarfilm über die 25-jährige Bewohnerin des Gazastreifens vor, die mit ihren Beiträgen in Online-Netzwerken ein großes Publikum erreicht hatte.

Textgröße ändern:

Hassouna wurde zusammen mit mehreren Familienmitgliedern am 16. April durch den Einschlag einer israelischen Rakete in ihr Haus getötet. Lediglich ihre Mutter überlebte. Fatima Hassouna hatte am Vortag erfahren, dass sie zum Filmfestival in Cannes eingeladen war.

"Sie ist nicht hier bei uns, aber sie ist es dennoch. Sie haben sie nicht besiegen können", sagte Farsi. Da sie nicht im Gazastreifen hatte filmen können, basiert ihr Film auf aufgezeichneten Videogesprächen mit Hassouna. Die Fotografin habe immer gesagt, dass ihre Kamera ihre Waffe sei, betonte Farsi. Während des Festivals ist in Cannes eine Ausstellung mit Hassounas Bildern aus dem Gazastreifen zu sehen.

Am Freitag zeigte sich der Hamburger Regisseur Fatih Akin mit den Schauspielern Matthias Schweighöfer und Diane Kruger den Fotografen. Sein Film "Amrum" über eine Kindheit in der Nachkriegszeit auf der nordfriesischen Insel war am Vortag in einer Nebenreihe gezeigt worden. Die auch in Hollywood erfolgreiche Kruger, die zur Premiere am Vorabend ein langes Paillettenkleid getragen hatte, zeigte sich in einem kurzen gelben Kleid, das an einen Oversize-Blazer erinnerte.

Am Nachmittag und Abend wurden zahlreiche internationale Stars auf dem roten Teppich erwartet. Zu ihnen zählen die Schauspieler Joaquin Phoenix, Pedro Pascal und Emma Stone, die in einem modernen Western des US-Filmemachers Ari Aster mitspielen. Premiere hat auch der Film "Die jüngste Tochter" der französischen Filmemacherin Hafsia Herzi über eine lesbische junge Frau in Algerien.

Die 35 Jahre alte US-Schauspielerin Kristen Stewart ist dieses Jahr als Regisseurin eingeladen. Ihr Film "The Chronology of Water" erzählt die Geschichte einer drogenabhängigen Schwimmerin in den USA.

Mit Spannung wird auch der spätabendliche Auftritt auf dem roten Teppich von U2-Sänger Bono erwartet. Der Filmemacher Andrew Dominik zeigt ein Biopic über ihn mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen von Bonos Konzerten.

Das Filmfestival ist weiterhin stark von der Metoo-Bewegung geprägt. Erstmals war am Donnerstag ein Schauspieler vom Auftritt seiner Filmcrew auf dem roten Teppich ausgeschlossen worden, weil mehrere Frauen ihn wegen Vergewaltigung verklagt hatten. Zudem warf eine junge Frau bei einer Veranstaltung zu dem Thema dem Vizechef einer Nebenreihe des Filmfestivals sexuelle Gewalt vor - woraufhin dieser suspendiert wurde.

Im offiziellen Wettbewerb um die Goldene Palme treten 22 Filme an, unter ihnen der deutsche Film "In die Sonne schauen" der Berliner Regisseurin Mascha Schilinski. Die Sieger werden am 24. Mai verkündet.

A.Little--TNT

Empfohlen

Richterlicher Beschluss: Trumps Name wird von Kennedy Center entfernt

Nach einer richterlichen Entscheidung hat am Samstag die Entfernung des Namens von US-Präsident Donald Trump von der Fassade des renommierten Kennedy Centers begonnen. Eine weiße Plane verdeckte einen Teil der Schrift an der Außenseite des Kulturzentrums, dem Trump seinen Namen hatte hinzufügen lassen - dahinter liefen die Arbeiten. Ein US-Bundesrichter hatte den Antrag des Verwaltungsrats des Kennedy Centers sowie des Justizministeriums zurückgewiesen, die Rückbenennung zu stoppen.

Richter hält an Beschluss fest: Trumps Name muss von Kennedy Center entfernt werden

Ein US-Bundesrichter hat den Antrag des Verwaltungsrats des Kennedy Centers in Washington sowie des Justizministeriums zurückgewiesen, die Entfernung des Namens von US-Präsident Donald Trump von der Fassade des renommierten Kulturzentrums zu stoppen. Kurz vor Ablauf der Frist für die Beseitigung des Schriftzugs am Freitag versammelten sich zahlreiche Schaulustige vor dem Kulturzentrum in der US-Hauptstadt.

Britischer Künstler David Hockney gestorben

Der britische Künstler David Hockney ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 88 Jahren in seiner Londoner Wohnung, wie seine Agentin am Freitag mitteilte. Hockney gehörte zu den einflussreichsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst.

Feierlaune im Stadion und Ausschreitungen davor: Fußball-WM hat in Mexiko begonnen

Mit einer Eröffnungsfeier voller Stars und einem Sieg von Ko-Gastgeber Mexiko hat die größte Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte begonnen. Bei der Eröffnungsshow vor 80.000 Zuschauern im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt führten die kolumbianische Sängerin Shakira und der nigerianische Afrobeat-Musiker Burna Boy am Donnerstag den offiziellen WM-Song "Dai Dai" auf. Vor dem Stadion kam es derweil zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Textgröße ändern: