The National Times - Zahl der Beschwerden oder Anfragen wegen Datenschutz deutlich gestiegen

Zahl der Beschwerden oder Anfragen wegen Datenschutz deutlich gestiegen


Zahl der Beschwerden oder Anfragen wegen Datenschutz deutlich gestiegen
Zahl der Beschwerden oder Anfragen wegen Datenschutz deutlich gestiegen / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Beschwerden und Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern wegen Verstößen oder Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Laut dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Jahresbericht der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) gingen 2025 insgesamt 11.824 solcher Eingaben ein. Das waren demnach rund 36 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 52 Prozent mehr als 2023.

Textgröße ändern:

"Dieser Anstieg zeigt, dass immer mehr Menschen von ihren Rechten Gebrauch machen und erwarten, dass Datenschutzaufsicht ihnen dabei hilft, ihre Rechte gegenüber Unternehmen, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen durchzusetzen", erklärte die Datenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider. Deutlich werde auch die Bedeutung der Datenschutzaufsicht. Diese müsse Orientierung geben, wirksam kontrollieren und neue technologische Entwicklungen einordnen.

"Datenschutz ist Vertrauensanker in einer Zeit, in der Vertrauen zunehmend verloren geht", betonte Specht-Riemenschneider. Nicht Datenschutz hemme Innovation, sondern Rechtsunsicherheit. "Es ist die Aufgabe von Gesetzgeber und Aufsicht gleichermaßen, diese Rechtsunsicherheit zu minimieren", hob die Datenschutzbeauftragte hervor. Ihr Ziel sei es zu "zeigen, welche Datenverarbeitungen unter welchen Voraussetzungen möglich sind, statt nur zu sagen, was nicht geht".

Dem Bericht zufolge führte die Behörde der Datenschutzbeauftragten 2025 80 Vor-Ort-Kontrollen sowie 40 schriftliche Kontrollen durch. In 129 Fällen seien aufsichtsrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden. Gegen den Telekommunikationskonzern Vodafone verhängte die Behörde Geldbußen von 45 Millionen Euro, unter anderem wegen unzureichender Kontrolle von Partneragenturen und Sicherheitsmängeln bei Authentifizierungsprozessen.

Ein weiterer Schwerpunkt war laut Bericht 2025 der Schutz von Gesundheitsdaten, insbesondere im Umfeld der elektronischen Patientenakte (ePA). Diese sieht die Datenschutzbeauftragte im Grundsatz aber positiv. Sie biete Potenzial für bessere, grundrechtskonforme Versorgung und Forschung, wenn Datenschutz, Datensicherheit und Nutzerfreundlichkeit zusammengedacht werden, hieß es.

Besorgt zeigt sich die BfDI hingegen über Entwicklungen im Sicherheitsbereich. Genannt würden hier die IP-Adressenspeicherung, neue digitale Ermittlungsbefugnisse sowie die geplante Reform der Aufsicht über die Nachrichtendienste.

Specht-Riemenschneider hatte Mitte März nach nur rund anderthalb Jahren im Amt ihren Rücktritt angekündigt. Die 41-Jährige nannte dafür gesundheitliche Gründe. Bis zur Regelung ihrer Nachfolge will sie aber im Amt bleiben. Der Bundestag muss nun einen oder eine neue Beauftragte bestimmen.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Bärte nicht lang genug: Taliban-Sittenpolizei nimmt afghanische Hilfskräfte fest

Die Sittenpolizei der Taliban-Regierung in Afghanistan hat nach Angaben aus Kreisen von Hilfsorganisationen rund 20 Helfer festgenommen, weil deren Bärte nicht lang genug waren. Sie seien am Samstag in der Nähe eines Grenzübergangs zum Iran für Organisationen tätig gewesen, die mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiteten, hieß es in internen Erklärungen, die am Montag von zwei Hilfskräften an die Nachrichtenagentur AFP weitergegeben wurden.

Mann spendet an Dschihadistenmiliz IS: 5500 Euro Geldstrafe in Hamburg

Wegen Spenden an die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist ein 33-Jähriger in Hamburg zu einer Geldstrafe von 5500 Euro verurteilt worden. Das Oberlandesgericht in der Hansestadt sprach ihn nach Angaben eines Gerichtssprechers wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Sanktionsverstößen schuldig. Laut Anklage hatte er der islamistischen Miliz über Mittelsmänner 220 Euro zukommen lassen.

Mutmaßlich Raketen für Hisbollah gewartet: Prozess in Niedersachsen begonnen

Vor dem Oberlandesgericht im niedersächsischen Celle hat am Montag ein Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der radikalislamischen Hisbollah-Miliz begonnen. Das teilte ein Gerichtssprecherin mit. Der 51-Jährige soll laut Anklage mehrere Jahre lang im Libanon und in Syrien als Elektrotechniker an der Wartung von Raketen und Raketenabwehrsystemen der Miliz gearbeitet haben. Ihm wird Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Diese kämpft gegen Israel.

Mutmaßliche Rechtsextreme besetzen Hermannsdenkmal bei Detmold: Staatsschutz ermittelt

Am Hermannsdenkmal bei Detmold in Nordrhein-Westfalen haben mutmaßliche Rechtsextreme einen mehrstündigen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein 21-jähriger Aktivist besetzte das Denkmal am Sonntag über mehrere Stunden, wie die örtliche Polizei mitteilte. Mehrere Vermummte hatten sich zuvor Zutritt zu dem Denkmal verschafft. Nach Einschätzung der Ermittler sind diese der Identitären Bewegung zuzurechnen. Die Vermummten zündeten demnach Pyrotechnik und entrollten Banner.

Textgröße ändern: