The National Times - Richterin hebt Haftbefehl gegen Boliviens Ex-Präsidenten Morales auf

Richterin hebt Haftbefehl gegen Boliviens Ex-Präsidenten Morales auf


Richterin hebt Haftbefehl gegen Boliviens Ex-Präsidenten Morales auf
Richterin hebt Haftbefehl gegen Boliviens Ex-Präsidenten Morales auf / Foto: © AFP

Im Verfahren um Vorwürfe zu Menschenhandel gegen Boliviens Ex-Präsidenten Evo Morales hat ein Gericht die Einstellung angeordnet. Richterin Lilian Moreno setzte am Mittwoch (Ortszeit) den Haftbefehl gegen Morales außer Kraft und ordnete die Einstellung aller "Verfahrungs- und Ermittlungshandlungen" an, wie die Anwälte des Ex-Präsidenten erklärten. Morales wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit (2006 bis 2019) eine Beziehung zu einer 15-Jährigen gehabt zu haben.

Textgröße ändern:

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatten die Eltern des Mädchens diese gezielt in Morales' "Jugendgarde" gesteckt, um "im Austausch für ihre minderjährige Tochter" Vorteile zu erlangen. Daher war auch die Mutter des Mädchen angeklagt worden. Morales soll das Mädchen zudem geschwängert haben.

Der Ex-Präsident hatte die Vorwürfe stets bestritten und seinem politischen Rivalen, Boliviens aktuellem Präsidenten Luis Arce, vorgeworfen, ihn durch die Anklage von einer weiteren Amtszeit abhalten zu wollen. "Gerechtigkeit ist gekommen", schrieb Morales nach dem Gerichtsentscheid am Mittwoch im Onlinedienst X.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 65-Jährigen zunächst sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Dieses Verfahren war 2020 eingestellt worden. 2024 wurde der Fall unter dem Vorwurf des Menschenhandels wieder aufgerollt.

Richterin Moreno begründete ihre Entscheidung am Mittwoch damit, dass es in dem Fall schon einmal eine Verfahrenseinstellung gegeben habe. Ihre Entscheidung kann von einem höheren Gericht angefochten werden. Der Vorsitzende des bolivianischen Justizrates, Manuel Baptista, veranlasste bereits eine Überprüfung von Morenos Entscheidung.

Morales war nach der Ausstellung des Haftbefehls im vergangenen Jahr in die Kokaanbauregion Chapara geflüchtet, wo er sich unter dem Schutz seiner indigenen Anhänger relativ frei bewegen konnte. Die Polizei unternahm keine Versuche, ihn zu verhaften.

Der erste indigene Präsident Boliviens bekräftigte am Mittwoch, erneut für das Amt kandidieren zu wollen. Er werde nach La Paz reisen, um dort am 16. Mai offiziell seine Kandidatur für die Präsidentenwahl im August einzureichen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Der linksgerichtete Morales war lange sehr beliebt - bis er versuchte, die Verfassung zu umgehen und 2019 eine vierte Amtszeit anzustreben. Er gewann zwar die Wahl, trat aber nach heftigen Protesten zurück und floh vorübergehend aus dem Land.

A.Robinson--TNT

Empfohlen

17-Jährige in NRW nach Sturz mit Fahrrad von Auto überrollt und gestorben

Eine 17-Jährige ist in Nordrhein-Westfalen nach einem Sturz mit ihrem Fahrrad von einem Auto überrollt worden und gestorben. Sie erlag ihren schweren Verletzungen noch vor Ort, wie die Polizei Recklinghausen am Dienstag mitteilte. Demnach ereignete sich der Unfall am Montagabend in Herten.

Papst nach viertägigem Frankreich-Besuch nach Rom aufgebrochen

Papst Leo XIV. hat seinen viertägigen Frankreich-Besuch beendet und ist am Abend in Richtung Rom abgereist. Am Flughafen der Stadt Metz wurde er vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron verabschiedet, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind traurig, dass er geht, aber froh, dass alles gut verlaufen ist", sagte Macron.

Haftstrafen für drei Ägypter nach Mord an italienischem Studenten in Kairo

Rund zehn Jahre nach der Tötung des italienischen Studenten Giulio Regeni in Ägypten hat ein Gericht in Rom Haftstrafen gegen drei ägyptische Sicherheitsbeamte wegen der Entführung des damals 28-Jährigen verhängt. Die drei Männer wurden in Abwesenheit zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt, von den Mordvorwürfen aber freigesprochen, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Einen kompletten Freispruch gab es für einen vierten Angeklagten.

Papst beendet Frankreich-Reise mit Aufruf zu "kreativen" Friedensbemühen

Zum Abschluss seines Frankreich-Besuchs hat Papst Leo XIV. die Europäer eindringlich zu Friedensanstrengungen aufgerufen. Es sei notwendig, "Mut bei den Verhandlungen zu zeigen und bereit zu sein, bestimmte Positionen für das übergeordnete Wohl des Friedens aufzugeben", sagte der Papst am Montag in Metz im Beisein von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Ohne den Ukraine-Krieg ausdrücklich zu nennen, beklagte er ein "sinnloses Gemetzel, das jeden Tag unzählige zivile Opfer fordert".

Textgröße ändern: