The National Times - Hubig und Klingbeil legen Eckpunkte für Elementarschadenversicherung vor

Hubig und Klingbeil legen Eckpunkte für Elementarschadenversicherung vor


Hubig und Klingbeil legen Eckpunkte für Elementarschadenversicherung vor
Hubig und Klingbeil legen Eckpunkte für Elementarschadenversicherung vor / Foto: © AFP

Eigentümerinnen und Eigentümer sollen künftig einen besseren Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen wie der Ahrtal-Flut bekommen. Justizministerin Stefanie Hubig und Finanzminister Lars Klingbeil (beide SPD) schlugen am Mittwoch Eckpunkte für einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Ziel sei dabei, dass die Wohngebäudeversicherung auch Elementarschäden deckt, erklärte das Justizministerium. Bisher ist das nicht Standard.

Textgröße ändern:

"Hochwasser und Starkregen können in wenigen Minuten zerstören, was über Jahre aufgebaut wurde. Das haben wir in den letzten Jahren immer wieder erlebt - zuletzt besonders schlimm im Ahrtal", erklärte Hubig. "Fachleute erwarten, dass Extremwetter durch den Klimawandel noch häufiger für große Schäden an Häusern sorgen werden. Wir brauchen deshalb einen flächendeckenden Versicherungsschutz für Elementarschäden." Zugleich müsse der Schutz für Eigentümer wie Mieter bezahlbar bleiben.

Dem nun von den Ministerien vorgelegten Diskussionspapier zufolge sollen neu abgeschlossene Wohngebäudeversicherungen auch bei Elementarschäden greifen. Eigentümer müssten im Schadensfall für höchstens 20.000 Euro selbst aufkommen. Bereits bestehende Gebäudeversicherungen sollen auf Elementarschäden erweitert werden. Wenn Eigentümer auf ein entsprechendes Angebot von Versicherungsunternehmen nicht reagieren, soll der Schutz nach einem Jahr automatisch ausgedehnt werden.

Die Höhe der Versicherungspolice hängt neben dem Wert des Wohngebäudes maßgeblich von seiner Risikolage ab. Geprüft werden soll nach Angaben des Justizministeriums die Möglichkeit einer sogenannten Mindestversicherung, die einen geringeren Schutz bietet, aber "erheblich" günstiger ist. Die Eigentümer müssten dann bis zu 100.000 Euro der entstandenen Kosten selbst tragen. Die Regierung will auch verhindern, dass Vermieter die Kosten für die Absicherung gegen extreme Naturereignisse auf Mieter umlegen. Daher regen Hubig und Klingbeil eine Prüfung an, ob dies gesetzlich verboten werden kann.

"Wir wollen diesen Vorschlag breit und offen mit allen Betroffenen diskutieren - insbesondere mit den Ländern, mit Eigentümerinnen und Eigentümern, Mieterinnen und Mietern und mit den Versicherungen", sagte Hubig. Die Opfer von Flutereignissen stünden bisher alleine da, wenn der Staat nicht mit Steuergeld einspringe. "Das wollen und müssen wir ändern. Finanzielle Absicherung darf nicht davon abhängen, ob die Politik im Einzelfall die Staatskasse öffnet." Der Vorschlag wurde den Angaben nach bereits an Verbände und Länder versandt, bis zum 2. Dezember sei Gelegenheit zur Stellungnahme.

Als Elementarschäden werden Gebäudeschäden bezeichnet, die etwa durch Überschwemmungen, Erdbeben oder Lawinen verursacht werden. Das Justizministerium verwies auf Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), wonach extreme Naturereignisse hierzulande versicherte Schäden von durchschnittlich zwei Milliarden Euro pro Jahr erzeugen. Nur 59 Prozent der Wohngebäude seien gegen solche Gefahren versichert. Ohne eine Versicherung müssten Eigentümer die Kosten für Reparaturen, Sanierung oder Wiederaufbau des Gebäudes selbst tragen.

O.Nicholson--TNT

Empfohlen

Panamakanal verzeichnet Rekordjahr

Der Panamakanal hat im abgelaufenen Geschäftsjahr eine neue Rekordmenge an dort transportierten Gütern verzeichnet. Von Oktober 2025 bis Ende September 2026 hätten fast 14.000 Schiffe die Wasserstraße passiert und 521 Millionen Tonnen Ladung transportiert, wie der Betreiber am Dienstag auf AFP-Anfage mitteilte. Kanalverwalterin Ilya Espino de Marotta sprach von einem "Boom" infolge der Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs.

Korruptionsfall in Ungarn: Ex-Zentralbankchef und Orban-Vertrauter festgenommen

In einem der spektakulärsten Korruptionsfälle in Ungarn ist der ehemalige Zentralbankchef und Vertraute von Ex-Regierungschef Viktor Orban, György Matolcsy, festgenommen worden. Wie sein Anwalt Pal Batki am Mittwoch dem ungarischen Nachrichtenportal Telex bestätigte, wurde Matolcsy in Gewahrsam genommen. Ihm würden "Wirtschaftsbetrug mit erheblichem finanziellem Schaden" sowie Urkundenfälschung vorgeworfen.

Institut: Ländliche Regionen stärker von Ruhestand der Babyboomer betroffen

Der bevorstehende Ruhestand der Babyboomer dürfte einer Studie zufolge ländliche Regionen in Deutschland stärker treffen als die Großstädte. Regionen außerhalb der Großstädte müssen sich mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand auf deutlich weniger berufstätige Menschen einstellen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) in Wiesbaden hervorgeht.

Verkehrsminister fordern Geld vom Bund für höhere Schienenmaut im Regionalverkehr

Die Verkehrsminister der Länder fordern vom Bund Geld für die nach einem Gerichtsurteil höher ausfallende Schienenmaut für regionale Verkehrsunternehmen. Es stehe "ganz klar" im Grundgesetz, dass der Bund für Mehrbelastungen durch die höheren Trassenpreise die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung stellen müsse, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er ist derzeit Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, die bis Donnerstag im bayerischen Schwangau tagt.

Textgröße ändern: