The National Times - Westliche Energieriesen ziehen sich aus Myanmar zurück

Westliche Energieriesen ziehen sich aus Myanmar zurück


Westliche Energieriesen ziehen sich aus Myanmar zurück
Westliche Energieriesen ziehen sich aus Myanmar zurück

Knapp ein Jahr nach dem Militärputsch in Myanmar ziehen sich der französische Energieriese Total Energies und der US-Ölkonzern Chevron aus dem südostasiatischen Land zurück. Total begründete den Schritt am Freitag mit einer "Verschlechterung" der Menschenrechtslage und Rechtsstaatlichkeit in dem südostasiatischen Land. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch begrüßte die Ankündigung.

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Angesichts der Menschenrechtslage könne Total keinen "hinreichend positiven Beitrag" mehr in Myanmar leisten, teilte das französische Unternehmen mit. Chevron erklärte, das Unternehmen habe sich entschieden, Myanmar "im Lichte der Umstände" zu verlassen.

Beide Unternehmen kündigten den Rückzug aus dem Yadana-Gasfeld in der Andamanensee an. Total erklärte, es sehe keine Möglichkeit, die Militärjunta auf andere Weise zu sanktionieren als durch einen Stopp der Gasproduktion sowie der sich daraus ergebenden Zahlungen an das vom Militär kontrollierte myanmarische Energieunternehmen MOGE.

Total betreibt das Yadana-Gasfeld seit 1992, fast ein Drittel davon befindet sich in seinem Besitz. Chevron hält eine Minderheitsbeteiligung an dem Gasprojekt. Seine Tochterfirma Unocal Myanmar Offshore ist seit den frühen 90er Jahren in Myanmar aktiv.

Total zufolge werden rund 30 Prozent des im Yadana-Feld produzierten Gases an MOGE verkauft. Dieser Anteil deckt demnach rund die Hälfte des Strombedarfs der Wirtschaftsmetropole Yangon. Die übrigen 70 Prozent des in Yadana produzierten Gases werden nach Thailand exportiert.

Aus Unterlagen von Total geht hervor, dass das Unternehmen im Jahr 2019 rund 230 Millionen Dollar (202 Millionen Euro) an Steuern und "Produktionsrechten" an myanmarische Behörden zahlte. Im vergangenen Jahr waren es demnach noch 176 Millionen Dollar.

Nach Angaben von Human Rights Watch sind Deviseneinnahmen aus der Gasproduktion eine zentrale Geldquelle der myanmarischen Militärjunta. Die Einnahmen belaufen sich demnach auf mehr als eine Milliarde Dollar jährlich.

Den Rückzug von Total aus Myanmar begrüßte die Menschenrechtsorganisation. "Die Ankündigung von Total unterstreicht, dass Druck von Investoren und Unternehmen mit Blick auf die Menschenrechte wirkt", sagte die HRW-Expertin Manny Maung der Nachrichtenagentur AFP. Internationale Regierungen hätten nun "keinen Vorwand mehr", die Einführung gezielter Sanktionen im Bereich Öl und Gas zu verzögern.

Seit dem Putsch in Myanmar am 1. Februar 2021 hat die internationale Gemeinschaft eine Reihe harter Sanktionen gegen die Militärjunta verhängt. Gegen ihre Gegner geht die Junta brutal vor. Bei Protesten gegen den Putsch wurden nach Angaben myanmarischer Menschenrechtler mehr als 1400 Zivilisten getötet. Gegen die im Zuge des Putsches entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi laufen mehrere Prozesse, unter anderem wegen angeblicher Korruption. Anfang des Jahres wurde sie in einem Verfahren zu vier Jahren Haft verurteilt.

A.M.Murray--TNT

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