The National Times - Neuer Höchststand 2025: Jugendämter melden zehn Prozent mehr Kindeswohlgefährdungen

Neuer Höchststand 2025: Jugendämter melden zehn Prozent mehr Kindeswohlgefährdungen


Neuer Höchststand 2025: Jugendämter melden zehn Prozent mehr Kindeswohlgefährdungen
Neuer Höchststand 2025: Jugendämter melden zehn Prozent mehr Kindeswohlgefährdungen / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland ist 2025 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die Jugendämter stellten bei rund 79.800 Kindern oder Jugendlichen Vernachlässigung oder psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt fest, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Das seien zehn Prozent mehr Fälle gewesen als noch 2024.

Textgröße ändern:

Den Statistikern zufolge handelt es sich um den vierten Höchststand in Folge. Seit Beginn der Zählung im Jahr 2012 habe sich die Fallzahl mehr als verdoppelt. Als mögliche Gründe sehen sie neben einer tatsächlichen Zunahme auch höhere Wachsamkeit und Anzeigebereitschaft, Verbesserungen in der Zusammenarbeit und Qualifizierung der Fachkräfte sowie gesetzliche Neuerungen.

Besonders häufig stellten die Behörden den Angaben nach Anzeichen von Vernachlässigung fest, nämlich in 58 Prozent der Fälle. Auch Hinweise auf psychische Misshandlung wurden demnach oft festgestellt, in 38 Prozent der Fälle. Bei 29 Prozent seien Hinweise auf körperliche Misshandlungen und in fünf Prozent auf sexuelle Gewalt gefunden worden. Bei einem Viertel der Kinder habe es Anzeichen für gleich mehrere dieser Gefährdungsarten gegeben.

Eine Kindeswohlgefährdung liegt den Statistikern zufolge dann vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls eines Kindes droht oder bereits eingetreten ist. In Verdachtsfällen seien die Jugendämter verpflichtet, das Risiko und den Hilfebedarf abzuschätzen und einer Gefährdung entgegenzuwirken.

In drei Vierteln der Fälle ging die Gefährdung laut Statistikamt ausschließlich oder hauptsächlich von Mutter oder Vater aus. Ein Stiefelternteil sei in vier Prozent der Fälle verantwortlich gewesen, bei fünf Prozent jemand anderes. Bei neun Prozent seien mehrere Menschen an der Gefährdung beteiligt gewesen - in sieben Prozent der Fälle war es unklar.

Die Hälfte der betroffenen Kinder war den Angaben zufolge höchstens acht Jahre alt. 40 Prozent lebten bei beiden Eltern, 37 Prozent bei einem alleinerziehenden Elternteil. Weitere 14 Prozent lebten demnach bei einem Elternteil mit neuem Partner und neun Prozent in einem Heim, bei anderen Verwandten oder an einem anderen Ort.

In mehr als 90 Prozent der Fälle sei eine Hilfe oder Schutzmaßnahme vereinbart worden, führten die Statistiker aus. In 18 Prozent der Fälle hätten die Jugendämter das Familiengericht angerufen. Das passiere, wenn die Eltern nicht bereit oder in der Lage seien, die Gefahr selbst oder mit den angebotenen Hilfen abzuwenden.

Auch die Zahl der Verdachtsmeldungen stieg 2025 um zwölf Prozent mit 268.300 Fällen auf einen neuen Höchststand. Die meisten Hinweise kamen den Angaben zufolge von Polizei und Justiz. In etwa einem Fünftel der Fälle meldeten Verwandte, Bekannte, Nachbarn oder anonymen Hinweisgeber einen Verdacht. In 16 Prozent der Fälle war es die Schule oder Kita, bei zwölf Prozent die Kinder-, Jugend- und Erziehungshilfe. Bei sieben Prozent meldeten sich die Eltern, in zwei Prozent der Fälle die betroffenen Minderjährigen selbst.

R.Evans--TNT

Empfohlen

Trump: Tech-Chefs verpflichten sich zur KI-Selbstkontrolle

Die USA setzen bei Künstlicher Intelligenz (KI) auf freiwillige Selbstkontrolle statt gesetzliche Vorschriften: Die Chefs der wichtigsten US-Tech-Unternehmen unterzeichneten nach Angaben von Präsident Donald Trump am Dienstag bei einem Treffen im Weißen Haus ein Abkommen zur Selbstregulierung. Der Text sei "moralisch bindend", sagte Trump.

Künstliche Intelligenz: Tech-Chefs zu Gespräch mit Trump eingetroffen

Die Chefs der großen US-Tech-Konzerne sind zu einem Gespräch mit Präsident Donald Trump am Weißen Haus eingetroffen. Bei dem Arbeitsessen sollte es am Dienstag um eine mögliche Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) gehen, wie der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, mitteilte.

Französische Gewerkschaften: Mehr als 300.000 Menschen demonstrieren für höhere Löhne

Bei einem Protesttag für Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst sind in Frankreich nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag landesweit mehr als 300.000 Menschen auf die Straße gegangen. Dem Gewerkschaftsbund CGT zufolge demonstrierten in der Hauptstadt Paris 70.000 Menschen für höhere Löhne; in Marseille waren es 30.000. 11.000 protestierten demnach in Toulouse und 10.000 in Lille und Bordeaux.

Pistorius will 16 neue Airbus-Transportmaschinen vom Typ A400M kaufen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant den milliardenschweren Kauf von 16 neuen Maschinen des Transportflugzeugs A400M. Dazu führe sein Ministerium bereits sehr gute Gespräche mit dem Hersteller Airbus, sagte Pistorius am Dienstag in Bremen. Demnach verfügt die Bundeswehr bisher über 53 solche Maschinen. 16 von ihnen seien aber nur für logistische Einsätze ausgelegt und nicht für taktische Einsätze im Gefecht. Ihnen fehle etwa die nötige Raketenabwehr zum Selbstschutz.

Textgröße ändern: