The National Times - Umweltminister Schneider gegen Vertiefung von Flüssen wegen Niedrigwassers

Umweltminister Schneider gegen Vertiefung von Flüssen wegen Niedrigwassers


Umweltminister Schneider gegen Vertiefung von Flüssen wegen Niedrigwassers
Umweltminister Schneider gegen Vertiefung von Flüssen wegen Niedrigwassers / Foto: © AFP

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich gegen eine Vertiefung von Flüssen zur Aufrechterhaltung der Schifffahrt in Zeiten von Niedrigwasser ausgesprochen. Das könne nicht die Antwort auf die gegenwärtige Situation sein, sagte Schneider am Mittwoch in Berlin. Vielmehr brauche es einen "Rückbau" der Flüsse, "weg von Kanälen hin zu natürlichen Flüssen mit mäandernden Flussarmen, mit Flussauenlandschaften, die das Wasser in der Fläche halten".

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Die großen deutschen Flüsse haben wegen der anhaltenden Trockenheit an vielen Orten Niedrigwasser. Am Rhein wurden am Wochenende in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände gemessen. Die Binnenschifffahrt stellt das vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können.

Schneiders Kabinettskollege Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte sich deshalb zuvor für einen weiteren Ausbau der Wasserstraßen in Deutschland ausgesprochen. Bilger will sich am Mittwoch digital mit den Landesverkehrsministern über das Niedrigwasser beraten.

Umweltschützer lehnen Fahrrinnenvertiefungen ab. "Sie schaden mehr als sie nützen", erklärte Beatrice Claus vom WWF dazu. "Durch den Ausbau und die Begradigung fließt das Wasser noch schneller ab in die Nord- und Ostsee, statt in der Umgebung gehalten zu werden." Wichtiger sei es, mit naturnahen Landschaften mehr Speicherkapazität für Wasser zu schaffen.

Diese Auffassung vertritt auch Umweltminister Schneider. "In den vergangenen Jahrhunderten war Deutschland ein wasserreiches Land, es wurde viel Kraft aufgewandt, Flüsse zu begradigen, sie uns dienbar zu machen, aber auch die Landwirtschaft durch die Entwässerung der Moore möglich zu machen", sagte er. Nun sei Wasser wegen des Klimawandels jedoch zu einem knappen Gut geworden. Es brauche daher ein Umdenken.

M.Wilson--TNT

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