The National Times - Binnenschiffer: Rhein könnte bald nicht mehr durchgängig befahrbar sein

Binnenschiffer: Rhein könnte bald nicht mehr durchgängig befahrbar sein


Binnenschiffer: Rhein könnte bald nicht mehr durchgängig befahrbar sein
Binnenschiffer: Rhein könnte bald nicht mehr durchgängig befahrbar sein / Foto: © AFP

Wegen des derzeitigen Niedrigwassers könnte der Rhein laut dem Binnenschifffahrtsverband (BDB) bald nicht mehr durchgängig befahrbar sein. Im Laufe der Woche werde "an dem für Schifffahrt und Wirtschaft wichtigen Pegel Kaub erstmals ein nur noch einstelliger Wert prognostiziert", sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen der "Rheinischen Post". Im Prinzip sei der Rhein damit zweigeteilt. Weitere Bundesländer setzten das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw aus, um eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straßen zu erleichtern.

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"Es gibt nach wie vor Schifffahrt zwischen den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) und Nordrhein-Westfalen bis etwa Köln, und zwar über den Rhein und das westdeutsche Kanalgebiet", sagte Schwanen. "Und es gibt weiter südlich Schiffsverkehr an den Nebenflüssen Neckar, Mosel, Main, Main-Donau-Kanal."

Bei dem erwarteten niedrigen Pegel bei Kaub werde die gewerbliche Schifffahrt aber in der Region "keinen Gütertransport mehr durchführen können", warnte der Verbandsgeschäftsführer. Gleiches gelte für die Ausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt.

Die großen deutschen Flüsse haben wegen der anhaltenden Trockenheit an vielen Orten Niedrigwasser. Am Rhein wurden am Wochenende in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände gemessen. Der Pegel Kaub lag am frühen Montagmorgen bei 17 Zentimetern, wie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt mitteilte. Der bisher niedrigste bekannte Wasserstand war 2018 mit 25 Zentimetern registriert worden.

Die niedrigen Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren können. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind. Ökonomen warnten bereits vor Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, schätzte die wirtschaftlichen Folgen des Rekord-Niedrigwassers als noch beherrschbar ein. Die Situation könne sich jedoch zu einem echten Risiko für die Konjunktur entwickeln, sagte er dem Portal Politico. "Sollte das Niedrigwasser noch vier bis sechs Wochen andauern, könnte das einen signifikanten Schaden für die Wirtschaft bedeuten."

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte am Donnerstag eine Aussetzung des Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Lkw vorgeschlagen, um während des Niedrigwassers wichtige Güter zeitweilig vermehrt über die Straße transportieren zu können. Mehrere Bundesländer setzten dies in die Tat um.

Wie das Bundesverkehrsministerium am Montag mitteilte, erließen mittlerweile Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein Ausnahmegenehmigungen. Am Nachmittag gab das auch Baden-Württemberg bekannt.

Bilger zeigte sich am Montag zufrieden mit der raschen Reaktion. "Das hilft uns jetzt auch in dieser schwierigen Situation, hoffentlich gut durchzukommen", sagte er dem ZDF. Viele Logistiker hätten bereits davon Gebrauch gemacht, "jetzt auch am Sonntag zu fahren". Er gehe davon aus, dass an den kommenden Sonntagen noch mehr von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werde.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) hatte sich eher skeptisch geäußert: "Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten", sagte BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt der "Rheinischen Post" in der vergangenen Woche. Die verfügbare Lenkzeit erhöhe sich nicht.

M.Wilson--TNT

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