The National Times - UNO: Arbeitslosigkeit junger Menschen weltweit geht 2022 leicht zurück

UNO: Arbeitslosigkeit junger Menschen weltweit geht 2022 leicht zurück


UNO: Arbeitslosigkeit junger Menschen weltweit geht 2022 leicht zurück
UNO: Arbeitslosigkeit junger Menschen weltweit geht 2022 leicht zurück / Foto: © AFP

Die Arbeitslosigkeit junger Menschen weltweit dürfte nach Einschätzung der UNO in diesem Jahr zurückgehen - sie liegt aber immer noch über dem Vorkrisenniveau. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass die Zahl in diesem Jahr weltweit 73 Millionen Menschen betragen wird, das sind zwei Millionen weniger als 2021, wie die UN-Sonderorganisation am Donnerstag in Genf mitteilte. Es sind aber noch immer sechs Millionen mehr als 2019 vor der Corona-Krise.

Textgröße ändern:

In die Kategorie der jungen Menschen zählt die ILO 15- bis 24-Jährige. Die Aufnahme von Jobs in diesem Alter hänge weltweit im Vergleich zum Wiedereinstieg in den Beruf bei den Erwachsenen hinterher, erklärte die Organisation. Schon während der Pandemie war demnach zu beobachten, dass die jungen Menschen häufiger ihre Arbeit verloren als Ältere.

Wenig überraschend zeichneten sich erneut deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie zwischen den Ländern und Regionen weltweit ab. So schätzt die ILO, dass in diesem Jahr 27,4 Prozent der jungen Frauen, aber 40,3 Prozent der jungen Männer einen Job haben. Dieser große Unterschied sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten kaum kleiner geworden, beklagte die UN-Organisation.

In reichen Ländern, also solchen mit einem nach UN-Definition hohen Einkommen, liegt die Lücke bei nur 2,3 Prozentpunkten, in Ländern mit mittlerem bis niedrigem Einkommen aber bei 17,3 Punkten. Reiche Länder dürften zudem als einzige bis Ende 2022 ungefähr an die Arbeitslosenzahlen von der Zeit vor der Pandemie heranreichen, prognostizierte die ILO.

Die durchschnittliche Arbeitslosenrate bei jungen Menschen schätzt die Organisation 2022 auf 14,9 Prozent. In Europa und Zentralasien dürfte sie bei 16,4 Prozent liegen, in Asien und der Pazifikregion beim globalen Durchschnitt, in Lateinamerika bei 20,5 Prozent und in Nordamerika bei 8,3 Prozent.

Für Afrika schätzt die Organisation den Wert auf 12,7 Prozent - dieser verschleiere jedoch die Tatsache, dass sich viele junge Menschen "komplett vom Arbeitsmarkt zurückgezogen" hätten und nicht erfasst würden. Für arabische Länder schätzt die ILO den Wert auf hohe 24,8 Prozent - bei den Frauen sogar auf 42,5 Prozent.

Zwar habe es insgesamt Fortschritte gegeben, um die Jugendarbeitslosigkeit weltweit einzudämmen. Die "realen und potenziellen Schocks durch den Ukraine-Krieg" drohten jedoch, die Erfolge zunichte zu machen. Potenziale für den Nachwuchs sieht die ILO dennoch bei der Schaffung von Millionen Jobs in der "grünen" Wirtschaft, also in den Bereichen Erneuerbare, nachhaltige Landwirtschaft und Recycling.

M.A.Walters--TNT

Empfohlen

Frankreichs Premier Lecornu will 54 Milliarden Euro einsparen

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu plant im kommenden Jahr Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro. Dabei solle die Steuerlast gleich bleiben, sagte Lecornu in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Le Figaro". Für 2027 strebe er ein Defizit von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts an, sagte Lecornu - ein Ziel, das Finanz- und Wirtschaftsminister Roland Lescure vor wenigen Tagen noch als unrealistisch bezeichnet hatte.

Merz: Bas-Plan gegen Sozialmissbrauch am Mittwoch im Kabinett

Das Bundeskabinett wird den Aktionsplan zur Bekämpfung von Sozialleistungsmissbrauch in der kommenden Woche auf den Weg bringen. In der nächsten Sitzung am Mittwoch komme der Plan auf die Kabinettsliste, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag in Berlin. "Damit unser Sozialstaat für die da ist, die ihn wirklich brauchen. und nicht für diejenigen, die ihn ausnutzen." Der Plan von Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD), der sich vor allem gegen Sozialleistungsmissbrauch durch EU-Bürger richtet, stieß bei Verbänden auf ein gemischtes Echo.

Merz verteidigt Reformkurs: "Wir holen nach, was wir längst hätten machen müssen"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die geplanten Sozialreformen verteidigt und dabei insbesondere junge Menschen in den Blick genommen. "Wir holen jetzt nach, was wir längst hätten machen müssen", sagte Merz am Donnerstag in Berlin. "Und die Sozialdemokraten gehen mit uns diesen Weg."

Drohender Streik: Micron-Beschäftigte in Taiwan lehnen Bonus von 68 Monatsgehältern ab

Angesichts eines drohenden Streiks hat der US-Chiphersteller Micron Technology seinen Beschäftigten in Taiwan eine Bonuszahlung von 68 Monatsgehältern angeboten - der Belegschaft ist das aber nicht genug. Hunderte Beschäftigte folgten am Donnerstag einem Aufruf der Gewerkschaften und versammelten sich zu einer Protestkundgebung am Micron-Werk in Taoyuan.

Textgröße ändern: