The National Times - Krankenkassen fordern mehr staatliche Mittel zur Entlastung der Pflegekassen

Krankenkassen fordern mehr staatliche Mittel zur Entlastung der Pflegekassen


Krankenkassen fordern mehr staatliche Mittel zur Entlastung der Pflegekassen
Krankenkassen fordern mehr staatliche Mittel zur Entlastung der Pflegekassen / Foto: © AFP/Archiv

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) fordern von Bund und Ländern mehr staatliche Mittel zur Entlastung der Pflegeversicherung. "Die Pflegeversicherung steht vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Einführung vor 31 Jahren", sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, der "Rheinischen Post" vom Montag. Er nannte konkret Investitionskosten sowie die Rückzahlung ausstehender Gelder aus der Zeit der Corona-Pandemie.

Textgröße ändern:

"Bisher drücken sich die Bundesländer davor, die Investitionskosten in den Pflegeheimen zu übernehmen", kritisierte Blatt. Würden diese hier ihre Aufgaben wahrnehmen, könnten alle Pflegeheimbewohner sofort um durchschnittlich rund 500 Euro pro Monat entlastet werden. "Hier wäre eine schnelle Hilfe für die Pflegeheimbewohner möglich, da sind direkt die Bundesländer gefordert", sagte der GKV-Chef.

Mit Blick auf die Bundesregierung fügte er hinzu: "Bei den versicherungsfremden Leistungen macht sich der Bund einen schlanken Fuß zulasten der Beitragszahlenden." Er verwies auf noch rund fünf Milliarden Euro Schulden des Bundes bei der Pflegeversicherung aus der Corona-Zeit. "Und für die Rentenbeiträge der pflegenden Angehörigen zahlt er ebenfalls nichts", kritisierte Blatt weiter. "Zusammengenommen wären das alleine im laufenden Jahr rund zehn Milliarden Euro, die der Bund der Pflegeversicherung erstatten müsste."

Die aktuelle Lage der Pflegeversicherung beschrieb der GKV-Chef als "extrem schwierig". Die Pflegeversicherung müsse mehr Geld ausgeben, als sie einnimmt, "und bei den Eigenanteilen der Pflegeheimbewohner ist das Ende der Fahnenstange längst erreicht", sagte er. Die Pflegeversicherung sei jedoch ein zentraler Baustein der sozialen Sicherung. "Jetzt geht es darum, ihre Leistungsfähigkeit und ihre Bezahlbarkeit zu erhalten", mahnte Blatt.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen. Dabei drohen deutliche Mehrbelastungen für pflegebedürftige Menschen in Heimen sowie ein erschwerter Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung generell. Warken verwies in diesem Zusammenhang am Wochenende auf ein erwartetes Defizit der Pflegeversicherung für 2027 und 2028, das sie auf zusammen 22,5 Milliarden Euro bezifferte und das damit höher ausfallen würde als zunächst gedacht.

W.Baxter--TNT

Empfohlen

Deutsche in Europa: Schweiz als Wohnsitz am beliebtesten - Spanien holt auf

Die Schweiz ist weiterhin der beliebteste Wohnort von Deutschen im europäischen Ausland. Anfang 2025 lebten rund 329.900 deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger in dem Alpenland, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Die Deutschen sind damit nach den Italienern die zweitgrößte Gruppe ausländischer Staatsangehöriger in der Schweiz.

Yasmin Fahimi als Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes wiedergewählt

Yasmin Fahimi bleibt Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die 58-Jährige wurde am Montag beim Bundeskongress des DGB in Berlin mit 96,1 Prozent der Stimmen der Delegierten wiedergewählt, wie der Gewerkschaftsdachverband mitteilte. Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und -Staatssekretärin ist seit 2022 DGB-Chefin.

Fast zwölf Prozent der Menschen in Deutschland haben zu wenig Wohnraum

In Deutschland haben viele Menschen zu wenig Wohnraum. Im Jahr 2025 lebten insgesamt 11,7 Prozent der Bevölkerung in überbelegten Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Ihr Anteil stieg demnach seit Jahren kontinuierlich an. So hatten 2020 noch 10,2 Prozent in Wohnungen gelebt, die für die Zahl ihrer Bewohner zu wenig Zimmer hatten.

IG-Metall-Chefin Benner wirft Regierung "Politik der Verunsicherung" vor

IG-Metall-Chefin Christiane Benner hat der Bundesregierung fehlende Orientierung in der Wirtschafts- und Sozialpolitik vorgeworfen. "Es ist eine Politik der Verunsicherung", sagte Benner am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Es gebe "keinen klaren Kurs nach vorne", wie das Land mit einer guten Industrie- und Sozialpolitik demokratisch zusammengehalten werden könne. Zugleich warnte Benner vor wachsender Unzufriedenheit unter Beschäftigten und Gewerkschaftsmitgliedern.

Textgröße ändern: