The National Times - Behindertengleichstellungsgesetz: Entwurf nun in erster Maiwoche im Bundestag

Behindertengleichstellungsgesetz: Entwurf nun in erster Maiwoche im Bundestag


Behindertengleichstellungsgesetz: Entwurf nun in erster Maiwoche im Bundestag
Behindertengleichstellungsgesetz: Entwurf nun in erster Maiwoche im Bundestag / Foto: © AFP/Archiv

Die Fraktionen der Regierungsparteien haben eine Einigung im Streit über das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) erzielt. "Die Union hat in der vergangenen Woche dafür gesorgt, dass die erste Lesung des BGG von der Tagesordnung genommen wurde", sagte die SPD-Beauftragte Heike Heubach der "Rheinpfalz" vom Freitag. Nun hätten sich die Fraktionen von Union und SPD darauf geeinigt, dass es in der ersten Sitzungswoche im Mai beraten wird.

Textgröße ändern:

Vergangene Woche war das Gesetz, das im Februar vom Kabinett beschlossen worden war, überraschend von der Tagesordnung genommen worden. Die Bundesregierung will mit der Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes die Barrierefreiheit in Deutschland vorantreiben - erntete aber für die Pläne umgehend Kritik. Vielen Verbänden und Betroffenen gehen sie nicht weit genug. Die Union ist indes damit zufrieden, dass die Privatwirtschaft nur maßvoll in die Pflicht genommen werden soll.

Die SPD hofft auf das parlamentarische Verfahren und will den Entwurf verbessern. Derzeit sei dieser nicht zufriedenstellend, sagte Heubach. Dass der private Bereich zu angemessenen Vorkehrungen zum Erreichen der Barrierefreiheit verpflichtet werde, "finden wir gut". Zugleich werde aber festgelegt, "dass alle baulichen Maßnehmen per se unverhältnismäßig sind". Das widerspreche der UN-Behindertenrechtskonvention.

Auch Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, hofft auf das parlamentarische Verfahren. "Auf der einen Seite will man die Barrierefreiheit stärken, auf der anderen aber die Wirtschaft nicht belasten", sagte Dusel der "Rheinpfalz". Herausgekommen sei "ein Kompromiss, der die Interessen der Wirtschaft völlig überbewertet". Es habe sich "ein völlig falsches Narrativ durchgesetzt: Barrierefreiheit ist Gift für die Wirtschaft". Das Gegenteil sei der Fall.

Der Beauftragte in der Union, Wilfried Oellers (CDU), verwies darauf, dass Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit "sehr kostspielig" seien. Er sieht zudem Nachbesserungsbedarf bei den Klauseln für die Bundesbehörden. "Das Gesetz sieht vor, dass der Bund für seine eigenen Gebäude von Anforderungen und Berichtspflichten befreit wird und bis 2045 statt bis 2035 Zeit für den barrierefreien Umbau bekommt", sagte er der Zeitung. "Gleichzeitig soll der private Sektor stärker in die Pflicht genommen werden. Da stimmt das Verhältnis nicht."

E.Reid--TNT

Empfohlen

Grünes Licht in Bundestag und Bundesrat: Tankrabatt kann zum 1. Mai kommen

Die als Tankrabatt bekannte Senkung der Mineralölsteuer kann zum 1. Mai kommen. Eine entsprechende Gesetzesänderung passierte am Freitag nach einem entsprechenden Beschluss im Bundestag auch den Bundesrat. Damit sollen die Spritpreise an den deutschen Tankstellen für zwei Monate um 17 Cent pro Liter günstiger werden. Insgesamt sollen Wirtschaft, Verbraucherinnen und Verbraucher in Höhe von 1,6 Milliarden Euro entlastet werden.

Signal-Hack: Auch bei der Linkspartei "einige wenige" Abgeordnete betroffen

Auch bei der Linkspartei im Bundestag gibt es Opfer der aktuellen Angriffswelle gegen Nutzer des Messengerdienstes Signal aus Politik, Regierungsapparat und Medien. Von den Abgeordneten der Partei seien "einige wenige betroffen", sagte Parlamentsgeschäftsführerin Ina Latendorf am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Im sonstigen Fraktionsbetrieb, der auch Mitarbeiter einschließt, habe sie hingegen "keine Kenntnis" von derartigen Vorfällen.

Bundestag stimmt für Tankrabatt ab 1. Mai

Der Bundestag hat den von der Bundesregierung geplanten Tankrabatt abgesegnet. Die Abgeordneten stimmten am Freitag für die Senkung der Mineralölsteuer, mit der Spritpreise für zwei Monate um 17 Cent pro Liter günstiger werden sollen. Die Steuersenkung soll bereits ab dem 1. Mai gelten, deshalb sollte der Bundesrat bereits im Anschluss in einer Sondersitzung darüber beraten.

Stimmung der Unternehmen in Deutschland auf tiefstem Stand seit Mai 2020

Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich im April deutlich eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 86,3 Punkten im Vormonat auf nun 84,4 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit Mai 2020, wie das Münchener Institut am Freitag mitteilte. "Die Unternehmen blicken erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Sie bewerteten auch ihre aktuelle Lage schlechter", erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest.

Textgröße ändern: