The National Times - Reiche will Rente an Lebenserwartung koppeln und lehnt höhere Spitzensteuer ab

Reiche will Rente an Lebenserwartung koppeln und lehnt höhere Spitzensteuer ab


Reiche will Rente an Lebenserwartung koppeln und lehnt höhere Spitzensteuer ab
Reiche will Rente an Lebenserwartung koppeln und lehnt höhere Spitzensteuer ab / Foto: © AFP

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich mit mehreren Vorschlägen zur Sozial- und Steuerpolitik klar gegen den Koalitionspartner SPD gestellt. In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" vom Freitag schlug sie erneut ein späteres Renteneintrittsalter vor. Dieses müsse "behutsam, aber verbindlich an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden".

Textgröße ändern:

Reiche hatte sich im Dezember bereits ähnlich geäußert und damit beim Koalitionspartner SPD scharfe Kritik ausgelöst. Zuletzt hatte aber Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) in einer Grundsatzrede unter anderem vorgeschlagen, den Zeitpunkt des abschlagsfreien Renteneintritts an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln.

Die Wirtschaftsministerin wandte sich auch gegen eine Anhebung des Spitzensteuersatzes, wie ihn die SPD fordert. "Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder gar die Wiedereinführung einer Vermögensteuer wären in dieser Lage die falschen Signale", schrieb sie im "Handelsblatt".

Zuletzt hatten sich namhafte Vertreter der Union dafür geöffnet, den Vorschlag der SPD für eine höhere Spitzensteuer zu akzeptieren. Damit soll eine Entlastung für kleine und mittlere Einkommen finanziert werden. Letzteres hält auch Reiche für notwendig: "Für die Bürger gilt es, den 'Mittelstandsbauch' schrittweise zu glätten und die kalte Progression zu beenden." Eine kluge Reform könne das Wachstumspotenzial spürbar heben, ohne den Staatshaushalt zusätzlich stark zu belasten.

Die Spitzensteuer will die CDU-Politikerin zur Gegenfinanzierung aber nicht nutzen. Reiche lehnt auch Klingbeils Vorschlag ab, das Ehegattensplitting für neu geschlossene Ehen aufzuheben. Dabei sei sie "entschieden anderer Meinung als der Koalitionspartner". Eine Abschaffung des Ehegattensplittings wäre "eine faktische Steuererhöhung". Reiche schlug stattdessen eine Umstellung der Lohnsteuerklassen vor, was die Arbeitsanreize verbessern würde, ohne dass der Splittingvorteil verloren ginge.

Reiche forderte in dem Beitrag zudem, dass die "Arbeitsmarktpolitik nicht länger den Status quo zementieren", sondern Übergänge in neue Beschäftigung unterstützen müsse. Dafür forderte sie neben bekannten Vorschlägen wie Ausnahmen beim Kündigungsschutz für Spitzenverdiener nun auch steuerfreie Abfindungen bei Anschlussbeschäftigung sowie, dass Arbeitnehmer ihre Betriebsrenten bei Jobwechseln mitnehmen dürfen.

A.M.Owen--TNT

Empfohlen

Mieten für eine Million Wohnungen in New York werden eingefroren

In der für ihre extrem hohen Lebenskosten berühmt-berüchtigten US-Metropole New York werden die Mieten von rund einer Million Wohnungen eingefroren. Dies beschloss am Donnerstag das für die Mietregulierung dieser Wohnungen zuständige Gremium. Die Entscheidung ist ein großer Erfolg für den neuen Bürgermeister Zohran Mamdani. Der linksgerichtete Politiker hatte sein Amt im Januar mit dem Versprechen angetreten, das Leben in der 8,5-Millionen-Einwohner-Metropole erschwinglicher zu machen.

Politik und Deutsche Bahn äußern sich zur Zukunft von Stuttgart 21

Zur Zukunft des Milliardenprojekts Stuttgart 21 äußern sich am Freitag (12.30 Uhr) Bahn-Chefin Evelyn Palla, der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und der baden-württembergische Regierungschef Cem Özdemir (Grüne). Der Tiefbahnhof in Stuttgart sollte eigentlich Ende dieses Jahres eröffnet werden - diesen Termin sagte die Deutsche Bahn (DB) aber ab. Es wird erwartet, dass am Freitag ein neuer Termin für die Inbetriebnahme genannt wird.

Bundestag stimmt über Infrastruktur-Zukunftsgesetz ab

Der Bundestag in Berlin stimmt am Freitag über das von der schwarz-roten Bundesregierung auf den Weg gebrachte Gesetz zur Beschleunigung großer Bauvorhaben ab. Zuvor (ab 09.00 Uhr) ist eine einstündige Debatte über das sogenannte Infrastruktur-Zukunftsgesetz vorgesehen. Es soll die Effizienz von Planungs- und Genehmigungsverfahren steigern, besonders im Verkehrs- und Energiebereich.

Microsoft macht Xbox-Konsolen deutlich teurer

Der US-Konzern Microsoft macht seine beliebten Xbox-Spielkonsolen deutlich teurer. Die Preise sollten ab dem 1. August weltweit um 100 bis 150 Dollar (88 bis 132 Euro) steigen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Grund dafür seien durch die Bedürfnisse für Künstliche Intelligenz (KI) in die Höhe getriebene Komponenten-Preise.

Textgröße ändern: