The National Times - CDU-Politiker Müller: Staat kann Ölpreisschock nicht vollständig ausgleichen

CDU-Politiker Müller: Staat kann Ölpreisschock nicht vollständig ausgleichen


CDU-Politiker Müller: Staat kann Ölpreisschock nicht vollständig ausgleichen
CDU-Politiker Müller: Staat kann Ölpreisschock nicht vollständig ausgleichen / Foto: © AFP/Archiv

Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) dämpft Erwartungen an umfassende staatliche Entlastungen für Autofahrerinnen und -fahrer wegen der Spritpreiskrise. "Jetzt braucht es Ehrlichkeit statt leerer Versprechungen", sagte Müller am Dienstag der "Welt". "Den Preisschock können wir nicht vollständig aus Steuermitteln ausgleichen." Solange die Krise in der Straße von Hormus anhalte, blieben die Energiepreise hoch.

Textgröße ändern:

"Die Union sagt klar: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden", sagte Müller weiter. Neue Schulden seien keine Lösung, sie belasteten kommende Generationen und trieben die Inflation, fügte der CDU-Politiker hinzu. "Diese Krise lässt sich nicht wegsubventionieren."

Priorität für die Union habe eine gezielte Entlastung vor allem für kleine und mittlere Einkommen, Familien und Arbeitnehmer, fuhr Müller fort. Zudem wolle sie den Mittelstand stärken. Am Wochenende hatte er vorgeschlagen, die Kfz-Steuer zu senken.

Müller leitet gemeinsam mit dem SPD-Abgeordneten Armand Zorn die Taskforce im Bundestag zu den Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Preise in Deutschland. Zorn sagte dem Portal t-online, er setze sich für einen relativen Preisdeckel ein, "um den Mineralölkonzernen klare Grenzen aufzuzeigen". Ein relativer Preisdeckel richtet sich etwa nach den aktuellen Weltmarktpreisen. Zorn sagte t-online, Entlastungsmaßnahmen könnten mit einer Übergewinnsteuer auf die bereits erfolgten Gewinne finanziert werden.

Der SPD-Politiker warf den Mineralölkonzernen vor, ihre Marktmacht auszunutzen: "Die Preissteigerungen für Benzin und Diesel sind in der Osterwoche viel stärker ausgefallen, als es der Ölpreis rechtfertigen würde", sagte er t-online. Auch in den vergangenen Jahren sei dies über Ostern der Fall gewesen. "Es hängt also nicht nur mit dem Iran-Krieg, sondern vor allem mit der Marktmacht der Mineralölkonzerne zusammen."

Die Tankstellen dürfen seit vergangenem Mittwoch die Spritpreise nur noch einmal am Tag um 12.00 Uhr anheben. Davon machten die Ölkonzerne seitdem umfassend Gebrauch. Am Dienstagmittag beobachtete der ADAC einen Preisanstieg um durchschnittlich neun Cent pro Liter Diesel. "Erstmals wird auch die Marke von 2,50 Euro je Liter in der Momentaufnahme überschritten", erklärte der Automobilclub. Bei Benzin lag der Preisanstieg im Schnitt bei 7,6 Cent pro Liter, der Preis lag im Durchschnitt bei 2,235 Euro.

R.Hawkins--TNT

Empfohlen

Hohe Preise: Verbrauch von Fruchtsaft sinkt - Gemüsesaft legt zu

Im vergangenen Jahr ist in Deutschland weniger Fruchtsaft getrunken worden. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fruchtsäften und Nektaren ging um sechs Prozent auf gut 20 Liter pro Person zurück, wie der Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie (VdF) am Dienstag mitteilte. Der Verband führt dies auf die gestiegenen Preise etwa für Orangensaft zurück.

Klingbeil plant Milliarden-Entlastung von Ländern und Kommunen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant Milliarden-Entlastungen für Länder und Kommunen. Die finanzielle Unterstützung der Länder im Umfang von etwa einer Milliarde Euro jährlich bis 2029 soll die klammen Städte und Gemeinden besser aufstellen, wie aus einem Gesetzentwurf vorgeht, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Die Vorlage aus dem Finanzministerium wird derzeit innerhalb der Bundesregierung abgestimmt und soll in Kürze dem Kabinett vorgelegt werden.

Dieselpreis erreicht Ostermontag erneut neues Allzeithoch im Tagesschnitt

Der Preis für Diesel an den Tankstellen in Deutschland ist am Ostermontag weiter gestiegen. Im bundesweiten Durchschnitt kostete Diesel 2,443 Euro pro Liter, nach 2,440 Euro am Vortag, wie der ADAC am Dienstag mitteilte. Der Tagesdurchschnittspreis stieg damit den fünften Tag in Folge auf ein neues Allzeithoch, wenn auch nur noch leicht.

Im März mehr E-Autos als Benziner neu zugelassen

Im März sind in Deutschland mehr E-Autos als Benziner neu zugelassen worden. 70.663 Neuwagen und damit 24 Prozent waren reine E-Fahrzeuge, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg am Dienstag mitteilte. Die Zahl der neuen Benziner ging hingegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,9 Prozent auf 66.959 zurück.

Textgröße ändern: